Konzept
Einkäuferinnen und Einkäufer stehen unter hohem Leistungsdruck: Sie müssen Kosten senken, Risiken minimieren und gleichzeitig verlässliche Lieferantenbeziehungen sicherstellen. Preissteigerungen, Marktengpässe oder strategische Abhängigkeiten erschweren die Situation. Dieses intensive Praxisseminar vermittelt Einkäufern die Kernkompetenzen erfolgreicher Verhandlungen: fundierte Vorbereitung, klare Zielsetzung, wirksame Gesprächsführung und souveräner Umgang mit Druck. Die Teilnehmer lernen, Lieferanten professionell zu managen, Wertpotenziale zu heben und ihre Verhandlungsposition nachhaltig zu stärken.
Teilnehmer/innen
- Professionelle Einkäufer, Strategische Buyer, Lead Buyer und Supply-Chain-Spezialisten, die ihre Verhandlungsresultate verbessern möchten.
- Einkäufer aus Industrie, Handel und Dienstleistungen.
- Fach- und Führungskräfte mit Verantwortung für Preise, Konditionen und Lieferantenmanagement.
Aufbau
Teil 1: Seminar Verhandlungstraining, 4 Tage. Zuerst ‘Empathische Kommunikation’, dann ‘Hartes Verhandeln’ siehe sgbs.ch/av91
Teil 2: 3 Stunden individuelles Verhandlungstraining zum Thema Verhandlungstraining für Einkäufer, mit Vorbereitung auf die teilnehmerbezogenen Praxisthemen. Online als Fern-Coaching unter 4 Augen.
Veranstalter
St. Gallen Business School. Die St. Galler Management Weiterbildung für die Praxis. Qualität seit über 40 Jahren.
Themen
Sie sind Einkäufer oder Lead Buyer eines renommierten Unternehmens. Soeben haben Sie ein 4-tägiges Seminar zum Thema ‚ Kommunikations und Verhandlungstraining‘ besucht. Nun folgt ein individuelles 3-stündiges Verhandlungstraining für Einkäufer. Dieses soll sie befähigen, in Verhandlungen mit ihren Lieferanten noch bessere Resultate zu erzielen. Die Themen:
Konkrete, sofort einsetzbare Verhandlungstechniken
- Taktiken zur Preisverhandlung (Anker setzen, Paketlogik, Deadlines sinnvoll nutzen)
- Umgang mit typischen Lieferantenargumenten („Rohstoffpreise“, „Kapazitäten“, „Inflation“)
- Strategien zur Durchsetzung von Konditionen (Lieferzeiten, Service-Level, Zahlungsziele)
Vorbereitungstools für reale Verhandlungen
- Struktur für die optimale Verhandlungsvorbereitung (Ziele, BATNA, Spielräume, „roter Faden“)
- Checklisten und Templates, die ich direkt im Alltag einsetzen kann
- Unterstützung bei der Analyse der Lieferantenposition und Machtverhältnisse
Simulation echter Verhandlungssituationen
- Rollenspiele mit realen Fällen aus meinem Einkauf
- Feedback in Echtzeit, klar, konkret und praxisnah
- Aufzeigen meiner Verhandlungsstärken und -blinden Flecken
Umgang mit überaus anspruchsvollen Lieferanten
- Taktiken gegen harte Preiserhöhungsforderungen
- Strategien bei Monopol- oder Engpass-Lieferanten
- Gesprächsführung bei Eskalationen – ohne Beziehung zu zerstören
Psychologische Elemente & Kommunikation
- Körpersprache, Fragetechniken, aktives Zuhören
- Wie ich Verhandlungsmacht signalisiere
- Wie ich Manipulation erkenne und souverän darauf reagiere
Individuelle Ausrichtung auf meine konkreten Aufgaben
- Branche, Warengruppen und Lieferantenstruktur
- Anpassung der Methoden an internationale Verhandlungen
- Integration in bestehende Einkaufsprozesse des Konzerns
Konkreter Output für meinen Alltag
- Personal Action Plan: „Was ändere ich ab morgen?“
- Priorisierte Maßnahmen zur sofortigen Umsetzung
- Materialien, die ich nach dem Training weiter nutzen kann
Durchführungsdaten
Dauer: 4 Tage + 3 Stunden Online Coaching
Gebühr: CHF 5’900.- zzgl. Mwst
Rechnungsstellung in Euro möglich
Termine: siehe Anmeldedaten
Veranstaltungsorte
Pro Jahr gibt es mehrere Durchführungen, die in der Schweiz, in Deutschland oder in Österreich stattfinden.
Siehe dazu die Anmeldedaten.
Anmeldung per Internet:
Melden Sie sich durch Klick auf die ausgewählte Durchführung in den Anmeldedaten an.
Anmeldung per E-Mail:
Senden Sie an seminare@sgbs.ch folgende Informationen:
Ihre Anmeldung / Bestellung für die gewählte Durchführungsnummer, mit Name und Startdatum des Programms, mit Vorname und Name sowie Mailadresse und Funktion des oder der Teilnehmenden. Nach Eingang der Anmeldung nehmen wir mit Ihnen Kontakt auf.
Weitere Informationen
Weitere Informationen und eine persönliche Beratung erhalte Sie gerne durch unser Customer Care Center:
Telefon: +41 71 225 40 80
E-Mail: seminare@sgbs.ch
Wir beraten Sie gerne bei der bestmöglichen Auswahl Ihres Weiterbildungs-Programms.
Qualitäts-Rating
Seit 40 Jahren bilden wir Teilnehmende aus renommierten Unternehmen und Organisationen aus, mit einem höchsten Qualitätsranking. Einige wenige Testimonials finden Sie auf dieser Webseite.
Als Lead-Buyer eines international tätigen, renommierten Unternehmens verbringe ich einen Grossteil meiner Arbeitszeit damit, Preise auszuhandeln und Lieferverträge zu optimieren. Dabei geht es nicht nur um den Kaufpreis an sich, sondern um ein komplexes Geflecht aus Konditionen, Lieferzeiten, Serviceleistungen und langfristigen Partnerschaften. Jede Verhandlung ist ein Mikrokosmos aus Strategie, Psychologie und Zahlenakrobatik.
Eine besonders prägende Erfahrung hatte ich während der Verhandlungen mit einem unserer grössten Zulieferer für elektronische Komponenten. Die Key Account Manager (KAMs) der Lieferanten sind geübte Verhandlungskünstler, die ihre Margen bis ins letzte Prozent verteidigen. Schon in den ersten Gesprächen merkt man ihre Taktiken: Sie präsentieren zunächst extrem hohe Ausgangspreise, die kaum verhandelbar erscheinen. Gleichzeitig werden vermeintlich exklusive Zusatzleistungen offeriert – verlängerte Garantiezeiten, bevorzugte Lieferungen oder kostenlose Servicepakete. Auf den ersten Blick wirkt das verlockend, doch als Einkäufer weiss man, dass dies oft nur ein psychologisches Mittel ist, um die Preisanker nach oben zu verschieben.
Ein weiteres häufig genutztes Manöver ist das sogenannte „Good Cop / Bad Cop“-Spiel. Ein KAM agiert freundlich, fast kumpelhaft, während ein Kollege aus dem Hintergrund Druck macht und den Preis hart verteidigt. Ziel ist, dass wir Einkäufer uns gezwungen fühlen, Kompromisse einzugehen, um die vermeintlich angespannte Situation zu entschärfen. In einer anderen Verhandlung versuchten Lieferanten geschickt, unsere Kalkulationen zu durchkreuzen: Sie präsentierten Referenzpreise anderer Kunden und behaupteten, diese seien branchenüblich. Dabei handelt es sich oft um selektive Beispiele, die die tatsächlichen Marktpreise verzerren.
Eine besonder subtiles, aber häufig angewendetes Vorgehen ist die „Sandwich-Taktik“: Der KAM betont zunächst die hohen Kosten der Rohstoffe oder Logistik, um ein Verständnis für höhere Preise zu erzeugen, senkt den Preis dann minimal, um Zugeständnisse real erscheinen zu lassen, und setzt am Ende noch zusätzliche Forderungen ein, etwa kürzere Zahlungsfristen oder Abnahmeverpflichtungen. Wer nicht aufmerksam ist, fühlt sich geeinigt, obwohl der Lieferant seine Marge nahezu vollständig durchgesetzt hat.
Nicht zu unterschätzen ist auch die Nutzung von Deadlines. KAMs setzen uns unter Zeitdruck, indem sie betonen, dass ein Angebot nur für einen begrenzten Zeitraum gilt. Diese Taktik soll die eigene Entscheidungsfindung beschleunigen und das Risiko minimieren, dass wir Alternativen prüfen. Ich habe gelernt, dass es in solchen Situationen entscheidend ist, Ruhe zu bewahren und die eigene Entscheidungsbasis nicht von künstlichen Fristen beeinflussen zu lassen.
Natürlich sind nicht alle Taktiken negativ – viele KAMs nutzen auch echte Marktkenntnis und Erfahrungswerte, um Lösungen zu entwickeln, die für beide Seiten vorteilhaft sind. Die Herausforderung als Einkäufer besteht darin, diese Angebote realistisch zu bewerten, ohne sich von geschickten Verkaufspsychologien täuschen zu lassen.
Aus meinen Erfahrungen habe ich drei zentrale Erkenntnisse gezogen, die in keinem Verhandlungstraining fehlen dürfen: Erstens: Zahlenkenntnis und Markttransparenz sind unerlässlich. Man muss nicht nur die eigenen Kostenstrukturen kennen, sondern auch die Margen der Lieferanten abschätzen können. Zweitens: Psychologische Taktiken verstehen und entkräften. Dazu gehört, die Absichten hinter Ankereffekten, zeitlichen Dringlichkeiten und „Good Cop / Bad Cop“-Spielchen zu erkennen. Drittens: Flexibilität in der Verhandlungsstrategie. Es reicht nicht, starr auf einen Zielpreis zu bestehen; man muss alternative Zugeständnisse identifizieren, die den Wert für das eigene Unternehmen sichern, ohne die Lieferanten zu sehr zu verärgern.
Fazit:
In Verhandlungstrainings für Einkäufer lernen wir daher nicht nur die klassischen Preisstrategien, sondern auch, wie man Gesprächssituationen analysiert, nonverbale Signale interpretiert und komplexe Angebote in ihre Bestandteile zerlegt. Wir üben, wie man Preisargumente logisch widerlegt, eigene Interessen klar kommuniziert und gleichzeitig eine langfristige Geschäftsbeziehung aufrechterhält. Erfolgreiche Verhandlungen basieren am Ende auf einer Kombination aus fundierter Vorbereitung, psychologischem Feingefühl und strategischer Kreativität. Wer dies beherrscht, kann auch gegen erfahrene Key Account Manager bestehen und langfristig signifikante Einsparungen für das Unternehmen erzielen.