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Heute wird von zwei verschiedenen Lieferwegen in der Baustoffindustrie gesprochen: Die Lagerlieferungen und die Streckenlieferungen. Im Geschäft mit Schüttgütern handelt es sich im Regelfall um Streckenlieferungen von der Baustoffindustrie direkt auf die Baustelle.
Schüttgüter werden in Baustellsilos mit Spezialfahrzeugen gefahren, den sogenannten Silostellern. Diese befördern die Silos teilweise gefüllt vom Werk zur Baustelle. Aufgrund von Gewichtsbeschränkungen im Schwerlastverkehr sind ein Großteil der Silos nur zu 50% gefüllt. 

Je nach Bestellmenge und Objektgröße werden die Silos auf der Baustelle mit sogenannten Silozügen befüllt. Hierzu fahren die Silozüge (Tanklaster für lose Baustoffe) vom Werk zur Baustelle und befüllen die dort platzierten Silos.
Nach Abschluss des Objektes wird das Silo mit den Silostellern wieder zurück von der Baustelle ins Werk gefahren. Hier erfolgt die geeichte Verwiegung und die Gutschrift des Restmaterials.
Die Nachbestellung auf der Baustelle mit Material erfolgt bis heute durch die Akustik. Der Fachunternehmer wirft Gegenstände gegen das Silo oder benutzt einen Hammer, um anhand des Klangs die Restmenge im Silo zu schätzen und die Nachfüllung daraufhin zu bestellen.
Dies hat zur Folge, dass es zu drei schwerwiegenden Problemen kommen kann:
Alle drei Probleme verursachen hohe Folgekosten für Fachunternehmer und Baustoffindustrie und binden Frachtraumkapazitäten. Im Regelfall gehen ca. 20% der Bestellmenge wieder zurück ins Herstellwerk und werden auf der Baustelle nicht benötigt.
Zusätzlich wird aufgrund der Bestellabrufe oftmals kurzfristig Material benötigt. Diese Problematik lässt eine optimale Tourenplanung und Fahrzeugauslastung der Silozüge nicht zu. Die Schläge gegen das Silo erzeugen zudem Lackschäden, wodurch regelmäßige Instandsetzung zwingend erforderlich ist.
Abbildung 1 – Silostellfahrzeug mit Baustellensilo[1] Abbildung 2 – Silozug[2]
Silostellfahrzeug mit Baustellensilo der Firma Knauf
[2] Silozugfahrzeug der Spedition Kördel