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5. Konzeptidee „Abrechnung nach Verbrauch“

Aktuell erhält der Kunde je Lieferung eine Abrechnung und bestellt entsprechend Material nach seinem Verbrauch auf der Baustelle. Die Restmenge wird dem Fachunternehmer gutgeschrieben unter Abzug von Materialrückführungsgebühren.

Diese Methodik hat zur Folge das die Baustoffindustrie nicht die vollen Kapazitäten der Silos und der Silofüllfahrzeuge nutzen kann. Eine Überlieferung akzeptiert der Kunde aufgrund der Abrechnungsmodalitäten nicht.

Die Sensorik und IOT gibt die Chance das System umzustellen und sowohl für Fachunternehmer als auch für die Industrie Mehrwert zu schaffen. Statt auf Kundenbestellungen zu warten und kurzfristig zu reagieren, übernimmt die Baustoffindustrie die Verantwortung für die Materialverfügbarkeit auf der Baustelle. Silobestände werden hochgehalten, der Fachunternehmer zahlt nach Verbrauch vor Ort.

Der Fachunternehmer muss sich nicht länger um Nachfüllungen bemühen und hat auch keine Kosten für die Materialrückführung. Gerade im Zuge des Fachkräftemangels und der steigenden Komplexität bei der Verständigung wäre eine wesentliche Fehlerquelle ausgeräumt.

Für die Baustoffindustrie bietet sich die Chance einer Optimierung der Fahrzeugauslastung und das Silo als „mobiles Lager“ wahrzunehmen. Statt die Silos im Pendelverkehr zwischen Baustelle und Werken zu bewegen, würde man das nächstbeste Bauvorhaben auswählen und nach Abschluss der ersten Baustelle das Silo zum nächsten Kunden umstellen.

Durch diese Anpassung der Gegebenheiten würde sich ein Großteil der Frachtkosten und des CO2-Ausstoßes im Silostellbereich reduzieren. Veränderungen dieser Art haben jedoch auch große Auswirkungen auf alle anderen Bereiche im Unternehmen.

Abbildung 8 – Das Silo wird im Pendelverkehr bewegt, nach jeder Baustelle wird das Silo ins Werk zurück gefahren dort befüllt und zur nächsten Baustelle gestellt
Abbildung 9 – Das Silo wird von Baustelle zu Baustelle gefahren und vom Werk aus nur noch befüllt.

Stationierung des Silostellfuhrparks

Da die Silos nicht länger zurück in die Werke gebracht werden, ändert sich der Ausgangspunkt des Fuhrparks. Anhand der Vergangenheitsdaten lassen sich die Absatzregionen definieren. Um möglichst geringe Anfahrtswege zu haben, sollte ein Großteil der Fahrzeuge direkt im Absatzgebiet und nicht im Werk stationiert werden, um die Lenk- und Ruhezeiten der Fahrer möglichst effizient zu nutzen. Zielsetzung ist es, mit einem Fahrzeug möglichst viele Siloumstellungen durchzuführen.

Verschiebung von Kapazitäten zwischen Silostellfahrzeugen und Silozügen

Ein Teil der Materialien wird aktuell von Silostellfahrzeugen aus den Werken auf die Baustelle verfrachtet. Diese Transporte fallen größtenteils weg. Die Materialanlieferung auf die Baustelle erfolgt in Zukunft durch Silozüge, die Kapazitäten müssen entsprechend angepasst werden.

 

Field Service statt Wartung im Werk für Silos und Maschinentechnik

Die Wartung der Silos findet aktuell in den Werken statt und wird turnusgemäß durchgeführt.Um diesen Prozess im Feld darzustellen, muss ein mobiler Field Service aufgebaut werden, welcher die Wartungsintervalle vor Ort auf der Baustelle durchführen kann. Der Field Service muss zusätzlich zum Thema Sensorik geschult und mit der nötigen Technik ausgestattet werden, um remote auf Sensoren zugreifen zu können.

 

Veränderung der Abrechnungslogik

Durch die Veränderung der Abrechnungslogik kommt es nicht nur zu Änderungen im ERP-System, es geht auch um Zahlungsausfälle. Aktuell bezahlt der Kunde je Lieferung und geht in Vorleistung, die Zahlungsunfähigkeit ist hier kein Faktor. Durch die neue Methode würde der Kunde nach Verbrauch bezahlen. Bei Zahlungsunfähigkeit könnte die Baustoffindustrie das verarbeitete Material nicht vergütet bekommen. Sicherheitsrichtlinien, Abrechnungsintervalle müssen zusammen mit dem Kunden und dem Vertrieb definiert und gegebenenfalls ein erweiterter Versicherungsschutz berücksichtigt werden.

Erweiterung des Kundenfrontend

Um Materialengpässe zu vermeiden, müssen weitere Parameter seitens der Kunden je nach Bauvorhaben gepflegt werden. Je nach Stärke der Kolone kann es zu unterschiedlichen Materialverbräuchen je Tag kommen. Diese müssen berücksichtigt werden bei der Nachfüllplanung. Dazu ist es wichtig zu wissen, ob an Samstagen am Bauvorhaben gearbeitet wird.

Füllstandsüberwachung durch Baustoffindustrie

Aktive Überwachung der Füllstände wird ein Kernthema der Zukunft in der Konzeptidee. Statt auf Kundenbestellungen zu reagieren, gilt es, die Silos im Feld bestmöglich aufzufüllen und vorhandene Fahrzeugressourcen jederzeit komplett auszunutzen. Die Organisationsstruktur ist zu hinterfragen, ggf. müssen Fachbereiche und / oder Aufgaben zusammengelegt werden, um Schnittstellen zu reduzieren.

Reduzierung der Lagerflächen im Werk

Im Konzept wird ein Großteil der Silos nicht mehr in die Werke zurückkehren. Die vorhandenen Stellflächen können somit anderweitig genutzt werden. Erweiterungen der Werksgelände sind für die Zukunft zu hinterfragen. Ggf. müssen Stellflächen in den absatzstarken Regionen gesucht werden, um dringenden Siloabholen ohne passende Folgebaustellen durchführen zu können und sich weite Fahrtwege in die Werke zu sparen.

Die Konzeptidee hat eine erhebliche Auswirkung auf die gesamte Supply Chain, von der Fläche im Werk, über das Wartungspersonal und die Fahrzeugstationierung, bis hin zum Kunden und der Abrechnungsmodalität. Sie bietet aber ein explizit erhöhtes Potenzial für alle Prozessbeteiligten.