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Der Mobilitätsmarkt ist zwischen den Marktteilnehmern Mobilen Individualverkehr (MIV), Fahrrad, Fuß, Flugverkehr und dem ÖPNV aufgeteilt. Die meisten Unternehmen im ÖPNV konnten in den vergangenen Jahrzehnten von festen Rahmenverträgen mit den öffentlichen Auftraggebern ausgehen und sich so eine solide wirtschaftliche Basis sichern. Zwischen 2003 und 2018 konnte neben dem steigenden Mobilitätsverhalten in der Bevölkerung auch ein leichtes Wachstum des relativen Marktanteils beobachtet werden.

Gemäß der bisher in Deutschland veröffentlichten Zahlen bewegte sich der Mobilitätsmarkt in Deutschland bis zu Beginn der Corona Pandemie in den gewünschten Richtungen. Der Anteil des MIV nahm ab. Währenddessen der Anteil des ÖPNV sowohl von den Fahrgastzahlen als auch vom Anteil am Modal Split stieg.
Die Corona Pandemie stellte diese Entwicklung auf den Kopf. Mit Beginn der Pandemie brachen die Fahrgastzahlen von heute auf morgen ein. Je nach Region mussten die Verkehrsunternehmen einen Rückgang der Fahrgastzahlen von 30 – 40 % im Jahr 2020 verkraften.
Neben den absoluten Rückgängen der Fahrgastzahlen schmerzt der Verlust der relativen Rückgänge im Mobilitätsverhalten die Unternehmen. Nach dem Abklingen der ersten drei Wellen ist zu beobachten, dass sich das Mobilitätsverhalten zusehends stabilisiert, während die Anteile unter den Mobilitätsformen sich deutlich zu Ungunsten der Verkehrsunternehmen zu verändern drohen.
Es werden aktuell leider kaum Zahlen für das Jahr 2020 hinsichtlich des Mobilitätsverhaltens in Deutschland veröffentlicht. Die Berliner Verkehrsbetriebe verzeichneten 2020 einen Anteil ihres Fahrgastaufkommens von ca. 70 -75 % im Vergleich zur Vor-Pandiemiezeit (2019). Gleichzeitig waren die Berlinerinnen und Berliner aber wieder nahezu so mobil unterwegs, wie vor Corona Zeiten. Wie kann das sein? Ein Blick nach Wien, wo für 2020 erste Zahlen vorliegen – verdeutlicht das Dilemma. Der Modal Split Anteil der Wiener Linien am Mobilitätsmarkt sank von 38 % auf 27 %, während die Wienerinnen und Wiener vorzugsweise zu Fuß und mit dem Fahrrad unterwegs waren. Diese Entwicklung stützt die These, dass sich der Markt in einer sehr angespannten Situation aus Sicht der Verkehrsunternehmen befindet.