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Vorbemerkung

Vorbemerkung

Die vorliegende Arbeit wurde im Rahmen einer Projektarbeit der St. Gallen Business School im April 2022 eingereicht. Die Motivation und Inspiration des Verfassers, welche zur Erstellung dieser Arbeit geführt haben, seien wie folgt zusammenfassend dargelegt:

Europa befindet sich im April 2022 in drei parallel stattfindenden Krisen, welche sich nachhaltig auf das Handeln der politischen und wirtschaftlichen Akteure auswirken werden. Neben der Pandemie, dem Angriffskrieg Putins auf die Ukraine erlebt die Welt weiterhin auch die globale Krise des Klimawandels.

Alle drei Krisen sind für sich betrachtet komplex und haben existenzbedrohendes Potential für die Bevölkerung einerseits und die Wirtschaftsunternehmen anderseits. Diese Krisen haben jedoch auch gemeinsame Schnittmengen. Entscheidungsträger stehen nun vor der besonderen Herausforderung diese Krisen gleichzeitig zu managen und die jeweiligen Unternehmen abzusichern. Dabei muss es ihnen gelingen diese Krisen in einem Zusammenhang zu sehen und daraus Handlungsoptionen abzuleiten.

Der Autor der vorliegenden Arbeit ist davon überzeugt, dass die drei Krisen im Kern folgende gemeinsame Themen als Lösungsansatz haben können:

  1. Veränderung unserer (gemeinsamen) Mobilität
  2. Nachhaltige Geschäftsmodelle entwickeln
  3. Ressourcenschonenderer Umgang mit unseren Wirtschaftsgütern

Eine wichtige Rolle spielt hierbei die Mobilität. Aus eigener Motivation hat der Autor vor allem die Branche des Öffentlichen Personen Nahverkehrs im Blick. Diese Branche steht für viele Stakeholder als wichtiger Baustein für nachhaltiges Wirtschaften und bietet einige Wachstumsfantasien. Unbestritten ist der politische Wille der Parteien, dass der ÖPNV ausgebaut werden soll, um die ehrgeizigen Klimaziele erreichen zu können. Dabei geht es vor allem darum den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren und Gemeinschaftsverkehre zu stärken. Hierfür werden finanzielle Mittel von den Kommunen und dem Bund bereitgestellt. Die spannende Frage wird nun sein, wie diese Mittel sinnvoll investiert werden können. Die Coronakrise lehrt uns, dass es nicht ausreichen wird Strecken zu erweitern und Preise zu senken, um einen großen Teil der Bevölkerung (meint hier die Nicht-ÖPNV Nutzer) zum Umsteigen in Bus und Bahn zu bewegen.

Im Rahmen der Projektarbeit wurde auf das veränderte Kundenverhalten im Rahmen der Mobilität eingegangen. Der Autor möchte als Impulsgeber für ein Umdenken in der Branche und auch in der Politik verstanden werden. Gerade die aktuelle Diskussion rund um das 9,- EUR Ticket zeigt uns, dass in vielen Gremien weiterhin nur über Fahrzeugauslastung, Zuschüsse für Kosten- und Investitionsdefizite und erweiterte Streckenpläne gesprochen wird. Die kommenden 6 Monate werden zeigen, ob wirklich allein der Preis sowie das Streckenangebot die Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Steigerung der Kundenzahlen im ÖPNV sein werden.

Der Autor wirbt in seiner Projektarbeit für einen ganzheitlichen Ansatz und regt dazu an, über die Zukunft der bisher klassischen Angebote Bus und Bahn neu nachzudenken. Es lohnt sich, da die künftige Konkurrenz neuer autonom fahrender Angebote den Druck erhöhen und den Mobilitätsmarkt insgesamt in einen roten Ozean (viele Konkurrenten erhöhen den Druck auf die Margen) verwandeln wird. Neue Technologien und ein verändertes Kundenverhalten ermöglichen dem ÖPNV sein Angebot nachhaltig auszubauen und dabei neue blaue Ozeane (nicht erschlossene Märkte) zu erobern. Dafür müssen die Entscheidungen aber jetzt getroffen werden, um nicht von neuen Anbietern in Zukunft verdrängt zu werden.