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1. Einleitung

1       Einleitung

Die vorliegende Projektarbeit „Megatrend Kundenverhalten im ÖPNV – eine Herausforderung für etablierte Player“ wurde im Rahmen des Studienprogramms „Certified Management Experts“ an der St. Gallen Business School erstellt. Die Projektarbeit setzt sich mit dem veränderten Kundenverhalten im Öffentlichen Personen Nahverkehr auseinander und zeigt Handlungsoptionen für die Unternehmen auf.

Der öffentliche Personennahverkehr (kurz ÖPNV) konnte in den letzten Jahren die Kundenzahlen kontinuierlich steigern. So stiegen bis zum Jahr 2019 die Fahrgastzahlen länderübergreifend jährlich an. Es gibt parteiübergreifend in Europa den politischen Willen die Infrastruktur und den ÖPNV insgesamt hinsichtlich des Angebotes und der notwendigen Ressourcen auszubauen. Dahinter steckt das Ziel die Nutzung des ÖPNV zu steigern und den motorisierten Individualverkehr zu reduzieren.

1.1      Problemstellung

Ein wesentlicher Treiber dieser Entwicklung ist die Orientierung an den Klimaschutzzielen der EU. In diesen Zielen bekennt sich die EU zur Begrenzung des weltweiten Temperaturanstieges auf maximal 2 Grad. Bis zum Jahr 2050 strebt Europa einen klimaneutralen Kontinent an. D.h. konkret, dass nur noch unvermeidbare Treibhausgase ausgestoßen werden und diese möglichst ausgeglichen werden sollen.[1] Die Hauptverursacher der Treibhausgasemissionen sind die Sektoren: Energiewirtschaft, Industrie, Verkehr und Gebäude. Der Verkehr ist für ca. 20-25 % der ausgestoßenen Treibhausgase verantwortlich.[2]  Somit ist auch klar, dass die ehrgeizigen Klimaschutzziele u.a. nur erreicht werden können, wenn sich das Mobilitätsverhalten in Deutschland deutlich verändert. Diese Erkenntnis teilt auch die Europäische Kommission in ihrer Ende 2020 veröffentlichten Strategie für nachhaltige und intelligente Mobilität. Im sogenannten „Green-Deal“[3] wurde hinterlegt, dass 90 % der verkehrsbedingten Treibhausgasemissionen (ggü. dem Jahr 1990) bis 2050 eingespart werden sollen. Die Kommission beschreibt in Ihrer Strategie die Vision eines intelligenten, multimodalen und wettbewerbsfähigen Mobilitätssystems in Europa.

Mit Blick auf die Unternehmen des ÖPNV gibt es aus Sicht des Autors zwei wesentliche Handlungsfelder für die Politik, um die CO2 Emissionen nachhaltig zu verändern. Zum einen müsste der Anteil der nachhaltigen Kraftstoffe und Antriebsformen deutlich erhöht werden. Dazu zählen neben der Umrüstung von klassischen Verbrennermotoren auf fossilfreie Antriebsformen (bsp. E-Mobilität) u.a. auch die Stärkung der Mobilität zu Fuß bzw. Fahrrad. Gerade letztere Mobilitätsformen können dem ÖPNV in der Gesamtbetrachtung der Mobilität wichtige Marktanteile streitig machen. Auf diesen Aspekt wird der Autor im Laufe der Projektarbeit später näher eingehen. Zum anderen müssten deutlich mehr Kundinnen und Kunden vom mobilen Individualverkehr (in der Regel Pkw) auf den ÖPNV umsteigen, um zügig in den kommenden Jahren den Anteil der Emission von CO2 je Person/ je gefahrenen km deutlich zu reduzieren.

Mit dem Ausbau der ÖPNV Unternehmen verfolgen die Anteilseigner eine nachhaltige Veränderung des Mobilitätsverhaltens. In der Regel setzen sich die Anteilseigner aus kommunalen Stadtwerken bzw. den Kommunen zusammen. In den letzten 20 Jahren fokussierten sich die Unternehmen auf die Steigerung der Kundenzahlen sowie einer flächendeckenden Dekabonisierungsstrategie.

Unter Dekarbonisierung versteht man die Reduzierung von Kohlendioxidemissionen durch den Einsatz kohlenstoffarmer Energiequellen, wodurch ein geringerer Ausstoß von Treibhausgasen in die Atmosphäre erreicht wird.

Dieser Strategie folgten u.a. auch die Berliner Verkehrsbetriebe (kurz BVG). In Deutschland zählt die BVG zur Nummer eins der ÖPNV Unternehmen hinsichtlich des Leistungsangebotes und der Mitarbeiterzahlen. Neben dem Ausbau der alternativen Antriebsformen und dem Reduzieren der Verbrenner („Dekabonisierung“) verfolgen die Berliner Verkehrsbetriebe das strategische Ziel von 40 % am Modal Split[4] in Berlin zu erreichen. Modal Split wird in der Verkehrsstatistik die Verteilung des Transportaufkommens auf verschiedene Verkehrsträger oder Verkehrsmittel (Modi) genannt.[5] Vor Corona Zeiten standen die Berliner Verkehrsbetriebe bei ca. 27 % Anteil am Mobilitätsverhalten aller Berlinerinnen und Berliner. In anderen Zahlen ausgedrückt: Die 27 % entsprechen einer jährlichen Fahrgastzahl von 1 Mrd. Fahrgäste. Um den Anteil auf 40 % zu steigern müssten schätzungsweise 2 – 2,3 Mrd. Fahrgäste jährlich die Angebote der BVG nutzen. Die Berliner Verkehrsbetriebe werden künftig neue Kundengruppen ansprechen müssen, um dieses ehrgeizige Ziel von plus 1 Mrd. weiterer Fahrgäste zu erreichen.

[1]

(Presse und Informationsamt der Bundesregierung, 2022)

[2] (Jörg Rüger, 2021)

[3] (Europäische Kommission, 2022)

[4] Vor der Coronapandemie lag dieser Wert bei 27 % am Standort Berlin

[5] (Wikipedia (Modal Split), 2022)