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2 Analyse - Wo stehen die öffentlichen Verkehrsunternehmen?

2.1 Begriffsbestimmung

Der Autor hat im Rahmen der Projektarbeit die wesentlichen strategischen Handlungen der ÖPNV Branche in den letzten Jahren mit dem Blick auf das Geschäftsmodell untersucht. Im Nachgang wird auch ein Blick auf die Kostenstruktur der Unternehmen geworfen.  Mit Blick auf das Anwerben und Halten von Kundengruppen haben die ÖPNV Unternehmen ihren wesentlichen Fokus auf das Anbieten eines zuverlässigen Fahrplans, langfristiger Aboverträge und dem Anwerben von staatlichen Zuschüssen gelegt.

Abbildung 2 ÖPNV Geschäftsmodell

Legende zum Diagramm:

1 = nicht vorhanden/relavant (kleinster Wert); 5 = von besonderer Wichtigkeit (größter Wert)

(L) Leistungsangebot; (W) Elemente der eigenen Wertschöpfung; (Z) Einbindung von Zulieferern; (A) Konzept zur Auslastungsoptimierung; (E) Modell zur Erzielung von Einnahmen; (H) Besondere Haltung/Werte

Mit diesen 3 Strategien konnten sichere Zahlungsströme erzielt werden und die Auslastung der Fahrzeuge akzeptabel gesteuert werden.

Der Fahrplan ist das klassische Instrument eines ÖPNV Unternehmens. Hinter dem Fahrplan verbirgt sich das Angebot von A nach B in einem festen Muster zu fahren. In den bisherigen Fahrplänen sind die Abfahrtszeiten, die Haltestellen sowie die regelmäßigen Fahrfolgen (Takt) geregelt. Gemessen werden Einhaltung über die Dimensionen: Pünktlichkeit und Regelmäßigkeit. Um die Klimaziele zu erreichen, verfolgten die Unternehmen bisher die Strategie mit Abstimmung der Aufgabenträger die festen Fahrpläne so zu gestalten, dass möglichst viele potenzielle Fahrgäste angesprochen werden konnten. Hierzu nutzt man klassisch die Bevölkerungsdaten. Bei den Bevölkerungsdaten nutzt man zusätzlich die Zu- und Abgänge (Nettozuzüge, Sterberaten, Geburtenraten) – um eine Aussage über die Entwicklungen in den Regionen zu erhalten. Anhand dieser Daten werden in Abstimmung mit den politischen Entscheidungsgremien die Fahrpläne festgelegt, ausgeschrieben und an die ÖPNV Unternehmen befristet vergeben.

Hauptsächlich erzielen ÖPNV Unternehmen ihre Erträge durch den Verkauf von Tickets. Dabei werden die Tickets in unterschiedlichen Varianten angeboten. Neben der Differenzierung nach Entfernungszonen gibt es auch Angebote für Gelegenheits- und Vielfahrer. Vielfahrer werden in der Regel mit günstigen (langfristigen) monatlichen Abomodellen an das Unternehmen gebunden. Während Gelegenheitsfahrer im Einzelticket einen höheren Fahrpreis (im Verhältnis zu gefahrenen km-Zahl) entrichten. Um eine bessere Planbarkeit der Erträge zu gewährleisten, fokussierten sich die Unternehmen in den Metropolregionen auf die Steigerung der Aboerträge. Abos haben für die Unternehmen die Vorteile: feste Erträge, langfristige Bindungszeiten und eine relativ treue Kundschaft (geringe Kündigungsraten).

Neben den planbaren Abopreisen bilden Einzeltickets eine wesentliche Grundlage auf der Einnahmeseite. Die Preisfindung liegt nicht allein in der Hand der Unternehmen. Da die Unternehmen im ÖPNV einen Auftrag zur Daseinsvorsorge erfüllen, sind die Unternehmen in der Preisfindung nicht allein entscheidungsberechtigt. Die Preise im ÖPNV entfalten oft eine politische Lenkungswirkung. Die Politik verfolgt das Ziel möglichst breiten Bevölkerungsschichten die Nutzung der Bus- und Bahnverbindungen zu ermöglichen. Die Preise werden daher in der Regel in politischen Gremien festgelegt. In diesen Gremien werden neben den Unternehmensinteressen auch regionale, soziale und vor allem politische Interessen vor Ort berücksichtigt. In der Regel werden daher tendenziell eher niedrige Fahrpreise beschlossen.

Die zu niedrigen Preise reichen nicht, um die Kosten der Unternehmen zu decken. Das bedeutet wiederum das es zum Ausbau der Infrastruktur (Gleisnetz, Betriebshöfe, Tunnelanlagen etc.) sowie zur Kostendeckung finanzieller Zuschüsse bedarf. Die Unternehmen achten daher in ihrem Handeln und Auftreten stets darauf, dass die Zuschüsse stabil und regelmäßig zur Verfügung gestellt werden. Als nachhaltiges Risiko erweist sich hier, dass die Unternehmen neben den Kundeninteressen vor allem die Interessen der Politik im Blick haben und dementsprechend ihr unternehmerisches Handeln ausrichten. Dabei leitet sich auch eine zwangsläufige Abhängigkeit zur finanziellen Stabilität der öffentlichen Kommunen ab.