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Stam und Spigel (2017) sind der Meinung, dass tautologische Erklärungsansätze mit der Zeit verschwinden werden. Eine konstruktive Synthese der einzelnen Elementein Verbindung mit weiteren empirischen Untersuchungen des unternehmerischen Ökosystemansatzes einerseits und der Erkenntnisse aus den bestehenden empirischen Studien über Unternehmertum und regionale Wirtschaftsentwicklung andererseits (Stam & Bosma, 2015; Fritsch, 2013) könnten einen besseren Rahmen für das Modellverständnis geben.
Die Problematik der Wirkzusammenhänge innerhalb des Ökosystems ist komplexer. Sind sich viele Autoren über die Nutzung des Ökosystem−Ansatzes als Konstrukt einig, so besteht doch oft Uneinigkeit über die Interaktion der einzelnen Attribute und Dimensionen untereinander. Stam, der sich in einer aktuellen Forschungsarbeit der Messung verschiedener Ökosysteme widmet, schließt mit der Erkenntnis: „The essence of ecosystems is the interaction among its elements. This interaction is not adequately covered when an index is constructed as a sum of its elements. If we take the interactive nature of the system seriously, and the resulting non− linear relations, the index should be constructed differently.“ (Stam, 2018, S. 13) Gesamtheitliche Ansätze, die sich mit Aspekten des Unternehmenserfolges im Ökosystem beschäftigen, heben hervor, dass eine globale Betrachtung wegen der Interaktion der Einzelkomponenten und der Komplexität schwer umzusetzen ist (Stam, 2018). Denn diese Einzelkomponenten befinden sich in einem ständig veränderlichen System, in dem Wirtschaftsakteure auf der Mikroebene experimentieren und miteinander interagieren. Viele dieser Experimente scheitern, aber einige gelingen als Innovationen und schaffen Wohlstand für die Gesellschaft (Beinhocker, 2006). Wirtschaftliche Entwicklung entsteht nicht von selbst: Unternehmer werden gebraucht, um neue Werte zu schaffen und das System weiterzuentwickeln (Fayolle, 2007; Schumpeter, 1934). Diese neue Wertschöpfung ist ein aufkommender Output eines komplexen Systems von Wirtschaftsakteuren und deren Wechselwirkungen: das dynamischeunternehmerische Ökosystem. Entrepreneure könnten die Wirtschaft und Gesellschaft strukturell verändern, wie zum Beispiel durch neue Technologien, Institutionen und organisatorische Regelungen (Arthur, 2013). Entrepreneurship ist sowohl das Ergebnis als auch der Vermittler der unternehmerischen Evolution (Day, 1987): Unternehmerisches Verhalten als Output wird durch das System ermöglicht, während die neue Wertschöpfungskette und der mögliche Strukturwandel als Ergebnis des Systems per se durch Entrepreneurship vermittelt werden. Dieses Ergebnis ist eine emergente Eigenschaft des Systems und definiert die Art des Ökosystems durch Rückkopplungseffekte neu. Solche Rückwirkungen bedeuten, dass das System und seine Ausgänge nicht als „Einbahnstraßen“ interpretiert werden können, da deraktuelle Zustand des Systems von früheren Ergebnissen beeinflusst wird. Dies kommt der statistischen Herausforderung der punktuellen Analyse nahe. Dieses Problem tritt auf, „when one or more of the explanatory variables is jointly determined with the dependent variable [...]“ (Wooldridge 2013, S. 530). Also: die Herausforderung, die entsteht, wenn eine oder mehrere der erklärenden Variablen gemeinsam mit der abhängigen Variable bestimmt werden. In der dynamischen Systemanalyse ist dies jedoch kein zu vernachlässigendes Problem, sondern ein inhärentes Merkmal der Systemdynamik.