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Auf der kulturellen Ebene wurden die Angst vor dem Scheitern, Risikotoleranz, die Anzahl erfolgreicher Start−upsin einer Region, die Unterstützung der Community, soziale Kohäsion und die Dominanz einer Großindustrie alsErfolgseinflussfaktoren identifiziert. Dabei hatte vor allem der letzte Faktor eine lähmende Auswirkung auf Entrepreneurship. Die Angst vor dem Scheitern wirkt ebenfalls behindernd, kann den Gründer aber auch zu größeren Anstrengungen verhelfen. Eine gesteigerte Risikotoleranz ermöglicht es dem Entrepreneur, vor allem in den Phasen bis zur eigentlichen Gründung, proaktiv und zügig zu agieren. Allerdings ergaben Untersuchungen, dass dieser Aktionismus durchaus auch zum Scheitern führen kann (Hyytinen et al., 2015; Buddelmeyer et al., 2010). Die Unterstützung der Community sowie soziale Kohäsion wirken auf alle Gründungsphasen unterstützend (Frid et al., 2016). Es wurden keine Studien identifiziert, die das Vorhandensein anderer erfolgreicher Start−ups in einer Region mit Auswirkungen auf Überleben und Wachstum in Verbindung brachten. Lediglich gesteigerte Persistenz in der Nachgründungsphase durch die Beeinflussung selbstständiger Eltern konnte identifiziert werden. Der Einfluss von erfolgreichen Gründern in einer Region hat dabei vor allem Einfluss in den Phasen bis zur Gründung (z.B. Bergmann et al., 2016; Mergemeier et al., 2018; Stam et al., 2010).
Innerhalb der sozialen Dimension wurden vor allem Veröffentlichungen erfasst, die sich mit der Größe und der Struktur des sozialen Netzwerkes, der Vorbildfunktion anderer Entrepreneure, dem Humankapital und der Verfügbarkeit finanzieller Mittel auseinandersetzten. Dabei wurde deutlich, dass talentierte Arbeiter und verfügbares Investitionskapital vor allem in der Vorgründungsphase von nachrangiger Bedeutung sind. Zwar kann der Austausch mit gut ausgebildeten und kreativen Menschen zur Identifikation neuer Opportunitäten führen und die Aussicht auf Finanzmittel einen extrinsisch motivierten Effekt auf den Gründer haben, allerdings sind diese Wirkmechanismen nicht in der ursprünglichen Modelldefinition nach Spigel vorzufinden (Spigel, 2017). In der Nachgründungsphase erscheinen die genannten Aspekte notwendig, um dem Start−up zum Überleben und vorallem zu Wachstum zu verhelfen. Jüngste Forschungsbemühungen haben den prozessualen Charakter von Gründungen verstanden und versuchen, ihn auf die sozialen Netzwerke des Entrepreneurs zu übertragen (Baron & Markman, 2018). Schwache Bindungen und ein breites Netzwerk sind in dem Zusammenhang relevant, da der Austausch zwischen potentiellen und tatsächlichen Gründern neue Perspektiven bietet, durch die Opportunitäten aufgedeckt werden und Gründungsvorhaben entstehen. Netzwerke ermöglichen zudem den Zugang zu Ressourcen, auf die der Gründer sonst keinen Zugriff hätte. Die Forschung zeigt, dass es einen positiven Zusammenhang zwischen Allianzen und dem Erfolg (Überleben und Wachstum) des Start−ups gibt. Mentoren und Vorbilder gelten als zentrale Treiber, um Entrepreneurship zu legitimieren (St−Jean et al., 2018). Es wird davon ausgegangen, dass Vorbilder die Einstellung des potentiellen Gründers zum Unternehmertum und damit letztlich die Berufswahl beeinflussen. Insbesondere das Vorhandensein von unternehmerischen Vorbildern im sozialen Umfeld verringert die Unklarheit, die angehende Entrepreneure bei der Unternehmensgründung empfinden. Der positive Effekt von Vorbildern wird entlang des Gründungsprozesses schwächer (Mickiewicz et al., 2017). Bis auf wenige Ausnahmen besteht Konsens darüber, dass Humankapital einen der Kernfaktoren im unternehmerischen Prozess darstellt (Lopez Hernandez et al., 2018). Regionen mit hohem Talentniveau ziehen weitere hochqualifizierte Arbeitskräfte an und wirken so selbstbestärkend. Investitionskapital ist ein weiterer kritischer Bestandteil des Gründungsprozesses (Malecki, 2011) und teilt sich laut Spigel (2017) in die Finanzierung durch institutionelle Investoren wie Risikokapitalgeber und High Net Worth Angel Investoren sowie die eigene Familie und Freunde des Unternehmers. Dabei beteiligen sich die Investoren mit unterschiedlichen Rechten und zu unterschiedlichen Zeitpunkten am Start−up. Die Bedeutung der finanziellen Mittel nimmt im Gründungsverlauf zu und ist positiv mit dem Unternehmenserfolg verknüpft.