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Wirtschaftswachstum ist eines der am intensivsten untersuchten makroökonomischen Phänomene in der Forschungsliteratur der Ökonomie. Wie das Wirtschaftswachstum angeregt werden kann und was die Wachstumstreiber sind, versuchen viele Ökonomen zu beantworten. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde angenommen, dass die Haupttriebkräfte des Wirtschaftswachstums große Unternehmen sind, weil sie Skaleneffekte nutzen können, effizient arbeiten, große Gewinne erzielen und eine Vielzahl von Menschen beschäftigen (Burns, 2016, S. 516). Daher haben die meisten Volkswirtschaften der Entwicklung von Großunternehmen große Aufmerksamkeit geschenkt, während kleine und mittlere Unternehmen (KMU) als Konglomerat galten, die nicht umfassend zum Wirtschaftswachstum beitragen können.
In den 1970er Jahren war jedoch eine Reihe von Großunternehmen von ernsthaften wirtschaftlichen Schwierigkeiten betroffen. Angesichts des verschärften globalenWettbewerbs, des technologischen Fortschritts und weiterer Veränderungen, die die Marktdynamik erhöhten, sahen sich große Unternehmen mit einer Reihe von Herausforderungen konfrontiert. Es stellte sich heraus, dass große Konzerne sich nur langsam an neue Marktbedingungen anpassen und unflexibel sind. Im Gegensatz dazu waren KMU viel erfolgreicher bei der Bewältigung der neuen Märkte (Toma, Grigore, & Marinescu, 2014). Infolgedessen erschienen immer mehr wissenschaftliche Aufsätze, die auf die Bedeutung von KMUs hinwiesen. Daraus resultierte gleichwohl eine gesteigerte Aufmerksamkeit aus der Politik. Heute existiert eine Reihe empirischer Studien, die die positiven Auswirkungen kleiner− und mittelständiger Unternehmen wie auch innovativer Start−ups auf das Wirtschaftswachstum belegen (Valliere & Peterson, 2009; Van Stel, Carree, & Thurik, 2005; Van Stel, Thurik, Wennekers, & Carree, 2010). Allerdings können viele Start−ups kein schnelles oder gar kein Wachstum erzielen (Morris, 2011; Lazzeri & Piccaluga, 2012; Balboni & Bortoluzzi, 2015). Daher fokussieren sowohl Wissenschaftler als auch politische Entscheidungsträger zunehmend die Treiber wachstumsstarker Start−ups. Dabei gilt es zu verstehen, welche Faktoren Wachstum auslösen, unterstützen oder behindern.
Der Fokus der Projektarbeit soll auf dem Gründungsprozess junger und innovativer Unternehmen (Start−ups) liegen, die sich in der ersten Phase ihrer Geschäftstätigkeit befinden. Eine klare Definition und eine Abgrenzung des soll dabei in der Arbeit gegeben werden. Die exakte Abgrenzung ist notwendig, da Start−ups fälschlicherweise oftmals synonym mit KMU gesetzt oder unter dem Sammelbegriff des Unternehmertums zusammengefasst werden (Arshed & Danson, 2016). Dies schließt eine notwendige Unterscheidung hinsichtlich beispielsweise Wachstum, Risiko, Finanzierung oder Produkt aus (Nguyen, Dahle, Steinert, & Abrahamsson, 2017).