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4.1 Kritik am unternehmerischen Ökosystemansatz und Lösungsansätze

Nach der Vorstellung des gewählten Rahmenkonzeptes soll ebenfalls ein Abschnitt der kritischen Betrachtung angeschlossen werden.

Obwohl der Ansatz des unternehmerischen Ökosystems großen Anklang findet, ist dies keineswegs eine Garantie für seine Validität. Gerade das relativ junge Alter dieses Modells und die Vielzahl einfließender Komponenten sind Grundlage für berechtigte Kritik. Stam (2015) beschreibt das Phänomen als tautologisch: Unternehmerische Ökosysteme bringen erfolgreiches Unternehmertum hervor, und wo es erfolgreiches Unternehmertum gibt, gibt es anscheinend auch ein gutes unternehmerisches Ökosystem. Eine solche Argumentation bietet letztlich wenig Einblick in die Richtigkeit des Entwurfs. Außerdem beinhaltet er eine Vielzahl von Einflussfaktoren ohne klare Begründung von Ursache und Wirkung. Diese Faktoren ermöglichen zwar einen gewissen Fokus, aber sie offerieren keine konsistente Erklärung für ihre Kohärenz oder ihre voneinander abhängigen Auswirkungen auf das Unternehmertum. Darüberhinaus wird nicht klar definiert, welche Analyseebene von einem Ökosystem umspannt wird. Geografisch gesehen kann es sich um eine Stadt, eine Region oder ein Land handeln. Auch Spigel grenzt den regionalen Kontext nicht konsequent ab (Spigel, 2017).

Stam schlug 2015 in seiner Arbeit „Entrepreneurial ecosystems and regional policy: a sympathetic critique“ eine Synthese für diverse Ökosystemansätze vor, die er zusammen mit Spigel 2017 vorantrieb. Dieses erweiterte Modell wird in Abbildung 2 dargestellt und versucht, die drei Hauptkritikpunkte (tautologische Argumentation, fehlende Wirkzusammenhänge der einzelnen Elemente, Fokus der Analyseebene) zu adressieren.

Dieses entwickelte Modell beinhaltet Erkenntnisse aus der bisherigen Literatur und schafft durch die Verbindung der vier ontologischen Schichten untereinander eine kausale Beziehung. Die Aufwärtskausalität zeigt, wie die grundlegenden Ursachen der neuen Wertschöpfung durch Zwischenursachen vermittelt werden, während die Abwärtskausalität verdeutlicht, wie die Ergebnisse und Leistungen des Systems im Zeitablauf auch in die Systembedingungen zurückfließen. Intra−Ebenen kausaler Beziehungen beschreiben die Interaktion der verschiedenen Elemente innerhalb des Ökosystems, und wie diverse Outputs und Ergebnisse des Ökosystems interagieren können.