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5.2.2 Übertragung der Lösungen auf alle Branchen und Geschäftsbereiche

Die Bilderkennung bietet noch zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten, die auch immer mehr in unseren Alltag einfließen. So sind zum Beispiel viele Neufahrzeuge in der Lage Verkehrszeichen über die eingebauten Kameras zu „sehen“ und über Bilderkennung auch deren Bedeutung zu „verstehen“. Diese Funktion lässt sich dann im Zusammenspiel mit einer Geschwindigkeitsregelanlage im Fahrzeug so einsetzen, dass der Fahrer nicht die durch Verkehrsschilder angezeigte Geschwindigkeitsbeschränkung überschreiten kann.

Während die Gesichtserkennung in der Kriminalitätsbekämpfung aus Gründen des Datenschutzes in der Gesellschaft eher einen schlechten Ruf genießt, lässt sich durch reine Bildererkennung aber auch zur Erkennung und Bekämpfung von Gewaltdelikten anwenden. So kann zum Beispiel die Software Visual Insights von IBM die Anwendung von Gewalt zwischen Personen auf den Bildern der Überwachungskameras durch die Analyse der Bewegungen der erkennbaren Menschen erkennen und das Sicherheitspersonal benachrichtigen. [1]

In Kombination mit weiteren etablierten Technologien wie Near Field Communication (NFC)und Sensoren ist es erstmals Amazon gelungen in 2016, einen automatisierten Supermarkt zu eröffnen, bei dem sich die Kunden nur am Eingang mit Ihrem Smartphone einloggen und dann die Waren einfach in den Einkaufskorb legen und den Laden wieder verlassen. Über Bilderkennung wird ermittelt welche Waren mitgenommen wurden und am Ausgang der gesamte Warenkorb automatisch dem Amazon Kundenkonto belastet. Weiterhin kann über Bilderkennung auch ermittelt werden, welche Waren in einem Regal ausverkauft sind und der Nachfüllprozess angestoßen werden. Spezialisierte Anbieter wie das israelische Startup TrigoVision sind rein über Bilderkennung in der Lage alle Waren in einem gefüllten Einkaufskorb automatisch zu erkennen und entlasten damit die Kunden vom zeitraubenden Bezahlvorgang an der Kasse[2].

[1]

Aggression Detection in der U-Bahn https://youtu.be/mih9A6FDl9c?t=178, IBM 2020

 

[2] Alexandra Hilpert, 2018