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2.1 Transformation der Software Lizenz Modelle ( On Premise vs. On Cloud)

Im Zeitalter des Cloud-Computing setzen sich zunehmend neue Lizenzierungs- und Bezahlungsmodelle für Softwarelösungen und deren Betrieb durch. Während vor 2010 vor allem Einzelplatz bezogene oder unternehmensweite Lizenzierungen den Softwaremarkt dominierten, wurden mit Einführung der Cloud Pay-per-Use oder Abonnement Modelle populär. Im Bereich Firmensoftware war es vor allem das US-Unternehmen Salesforce, das mit dem Betrieb seiner Customer Relationship Management Software als Vorreiter sowohl für den Cloud Betrieb als auch für die neuen Lizenzmodelle fungierte[1]. Im Bereich der Anwendersoftware war es die Firma Adobe die ihre populären Foto- und Videobearbeitungs-programme (Photoshop, Lightroom, Premiere) seit 2013 nur noch als Abonnement anbietet und damit das neue Lizenzmodell auch im Consumer Markt etablieren konnte.

Besonders klassische Anbieter von Software wie IBM, Oracle oder SAP taten sich mit den neuen Abonnement- und Pay-per-Use Lizenzierungen zunächst schwer, da ihre Geschäftsmodelle- und prozesse auf große Verträge mit Einzelplatz- und Unternehmenslizenzen ausgelegt waren.

Hinzu kam, dass die bis dahin etablierten Softwareprogramme auch im Umfeld Unternehmensreporting, -planung und Daten Analyse von der Architektur her als Einzelplatz oder web-basierte Lösungen konzipiert waren und nicht auf die Nutzung von verteilten Ressourcen in einer Cloud Architektur. Insbesondere die Umstellung der Software auf die sogenannte Multi-Tenancy und dabei die gleichzeitige Nutzung von Speicherplatz und Rechenkapazitäten zwischen verschieden Kunden (Mandanten) auf einer Umgebung erforderten einen hohen Aufwand in der Entwicklung. Hier taten sich neue Firmen, die ihre Software von Anfang an für die Cloud Architektur entwickelten („Born in the Cloud“) deutlich leichter und konnten schneller Marktenteile im sich rasant entwickelnden Cloud Markt erobern.

Moderne Big-Techs wie Amazon oder Google hatten den Trend zum Cloud Computing frühzeitig erkannt und vehement nach vorne getrieben. Sie profitierten davon, dass sie ihre Lösungen bereits von Anfang an für die Cloud entwickelt hatten. Auch Microsoft konnte von dem Trend nachhaltig profitieren, da das Unternehmen sich mit der Einführung der Azure Cloud und der Erweiterung von Microsoft Office auf die Web-Plattform und der parallelen Umstellung des Lizenzmodells auf das Abonnement Microsoft 365 schnell seinen Fußabdruck in der Cloud-Ära erweitern konnte. Nach einer Untersuchung von Statista konnte Amazon im 4. Quartal 2019 ein Drittel des Weltmarktes für Cloud Computing für sich beanspruchen. Microsoft landete auf Platz zwei mit 18% Marktanteil, während große Technologie Firmen wie Google, IBM und Oracle nur Marktanteile im einstelligen Bereich erzielten.

[1]

Tien Tzuo et. al. 2018