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Zwar besteht Einigkeit darüber, dass ein Ökosystem als konzeptioneller Rahmen geeignet ist, um Firmengründungen in einer Region zu erklären, allerdings stellt die Fülle der einfließenden Faktoren Akteure wie Forscher vor schwerwiegendeHerausforderungen. Stam bemerkt:
„There is not yet a widely shared definition” (Stam, 2015, S. 1761). Zum Teil liegt dies daran, dass Ökosysteme sehr unterschiedlich definiert sind, auf unterschiedliche Skalen aufbauen und mit unterschiedlichen Forschungsdesigns und −daten erhoben wurden. Tabelle 3 soll Definitionen hervorheben, die sich in den vergangenen Jahren bezüglich des Ökosystembegriffes herausgebildet haben.
Die meisten Definitionen heben die Kombination oder Interaktion von Elementen hervor, oft über Netzwerke, die gemeinsame (kulturelle) Werte schaffen und das unternehmerische Handeln unterstützen. Bezüglich der räumlichen Ausdehnung eines Ökosystems herrscht oftmals Uneinigkeit. Erwähnen einige Autoren lediglich den „lokalen“ Kontext, verweisen andere konkret auf einen fest definierten Radius (vgl. Cukier et al., 2016; Gauthier et al., 2017). Trotz des lokalen Charakters des Unternehmertums werden unternehmerische Ökosysteme häufig auf nationaler Ebene identifiziert, womit sie den Untersuchungen zu nationalen Innovationssystemen folgen (Ács et al., 2014; Frenkel & Maital, 2014; Manimala & Wasdani, 2015; Voelker, 2012). Doch welche Untersuchungsebene ist für die Analyse von unternehmerischen Ökosystemen zielführend? Isenberg (2010) nimmt beispielsweise eine nationale Perspektive ein.
Finnland und die Niederlande gelten als Beispiele für unternehmerische Ökosysteme auf nationaler Ebene (Rannikko & Autio, 2015; Stam, 2014). Auch Guzman und Stern (2016) stellen in ihrer Arbeit eine Metrik zur Beurteilung der allgemeinen Qualität von unternehmerischen Ökosystemen auf nationaler Ebene (USA) vor.
Obwohl Entrepreneurship ein lokales Ereignis ist, können auch Ressourcen, die sich nicht in der unmittelbaren räumlichen Nähe befinden, entscheidend sein. Einige Netzwerkverbindungen müssen beispielsweise nicht lokal sein. Das können Handelsbeziehungen mit transnationalen Unternehmen sein, die versuchen, sich mit innovativen Technologien in wichtige unternehmerische Ökosysteme einzubetten (Malecki, 2011). Für Start−ups, die vor allem in kleinen Ländern gegründet wurden, ist es wahrscheinlich, dass nicht−lokale Ressourcen im Vordergrund stehen werden.