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Im Bereich der Faltschachtelklebemaschine gibt es laut Verband der Wellpappen-Industrie knapp 50 gemeldete Faltschachtelklebemaschinen, worunter sich auch das neue ausgewählte Anlagenmodell befinden wird.[1] Es ist vorteilhaft, wenn man bereits vor dem Gespräch mit dem Maschinenhersteller eine geeignete Strategie entwickelt hat, denn dadurch kann man Mitarbeitertrainings oder eine Besichtigung der Maschine in einem anderen Unternehmen, welches nicht zum direkten Wettbewerb gehört, aushandeln. Firmen aus der Wellpappenindustrie haben ihr Verkaufsgebiet bis ca. 300 km um das Werk herum, denn darüber hinaus wird es durch die enormen Logistikkosten schwierig dort Fuß zu fassen. An dieser Stelle kann man den Lieferanten im Laufe der Verhandlungen verpflichten eine Trainingswoche für die Maschinenführer zu organisieren. Dies würde einen Austausch der zukünftigen Maschinenbediener mit erfahrenen Maschinenführern ermöglichen. Das Potenzial der neuen Faltschachtelklebemaschine wird über eine Woche persönlich erlebt und die ersten Erfahrungen, wie die Maschine richtig zu fahren ist, werden gesammelt. Dies ist somit ein wirklich wirksamer Hebel, um die Angst in Vorfreude umzuwandeln. Besonders vor dem Hintergrund, dass eine Reise auch immer eine wertschätzende Bestätigung für den Mitarbeiter darstellt mit der Botschaft, dass man auch in Zukunft auf den Mitarbeiter setzt und diesen fördert, damit er den Verlust des spezifischen Fachwissens durch das Kennenlernen der neuen Maschine kompensiert.
Wenn dann die Faltschachtelklebemaschine in der eigenen Firma aufgebaut wird, sollten schon bei der Aufstellung die auserwählten Hauptmaschinenführer als Montagehelfer miteinbezogen werden, um frühestmöglich eine persönliche Bindung aufzubauen. In der Startphase heißt es dann intensiv die neue Technik durch Training zu erlernen. Dies ist ein wesentlicher Pflichtpunkt, welcher schon durch den Einkauf vertraglich fixiert werden muss. Es ist sinnvoll die Maschinenführer durch einen Trainer des Herstellers die ersten Wochen begleiten zu lassen bis beide Seiten überzeugt sind, dass die Maschine selbstständig gefahren werden kann. Im Bereich der Faltschachtelklebemaschine sind drei bis vier Wochen in der ersten Phase ein angemessener Zeitraum, um Sicherheit bei den verschiedenen Verklebungsarten zu bekommen. Im Vergleich würde die Rotationsstanze einen wesentlich längeren Zeitraum in Anspruch nehmen, aus dem Grund, dass die Druck- und Stanztechnik wesentlich komplexer sind als die Verschlusstechnik bei einer Faltschachtelklebemaschine. Im Anschluss sollten die Maschinenführer im engen Austausch mit den Führungskräften selbstständig versuchen die Maschine einige Wochen zu bedienen. Wichtig ist, dass an dieser Stelle alle auftretenden Probleme mit dem Hersteller zeitnah kommuniziert und schnell bearbeitet werden, damit beim Bedienerpersonal kein Frust aufkommt. Nach einigen Monaten sollte das Training mit dem vertrauten Trainier nochmals wiederholt werden und alle auftretenden Probleme besprochen und kritische Aufträge, welche aufgefallen sind, gemeinsam produziert werden. In der Regel zahlt es sich aus nach dem ersten, zweiten und dritten Jahr mindestens noch einmal einen Trainer für einen kurzen Zeitraum, je nach Bedarf, kommen zu lassen, um den Entwicklungsprozess der Maschinenführer auch nochmals durch externes Fachpersonal beurteilen zu lassen und an notwendigen Stellschrauben nachzuziehen. In Bezug auf Training darf selbstverständlich die Instandhaltung nicht vergessen werden, damit durch vorbeugende Instandhaltung die Maschine sowohl mechanisch als auch elektrisch in einem einwandfreien Zustand erhalten bleibt und ungeplante Stillstände möglichst dauerhaft vermieden werden. Moderne Anlagen verfügen hier in der Regel über ein Fernwartungssystem, um Maschinenstillstände schnellstmöglich beseitigen zu können und Analysemöglichkeiten, um den richtigen Zeitpunkt des Wechsels von Verschleißteilen festzustellen.
Vgl. Verband der Wellpappen-Industrie e.V. – Betriebsvergleich Faltschachtelklebemaschine (2020)