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In der Wellpappenindustrie gibt es viele verschiedene Möglichkeiten eine Endverpackung herzustellen. Die Grundvoraussetzung ist jedoch immer ein Bogen aus Wellpappe, der in den meisten Fällen bei mittelständischen Unternehmen an der Wellpappenerzeugungsanlage (WPA) aus mindestens drei Papierbahnen durch das Zusammenspiel von Wärme, Feuchtigkeit und Leim hergestellt wird. Bei einem geringen Anteil von Unternehmen wird dieser Zuschnitt bei Formatherstellern zugekauft.
Der nächste Schritt, um eine verkaufsfähige Verpackung herzustellen, passiert in der Verarbeitung oder auch Veredelung genannt, wo aus dem Wellpappenzuschnitt in einer oder mehreren Verarbeitungsstufen ein fertiges Produkt bzw. eine maßgenaue Verpackung nach Kundenwunsch entsteht. Die Standardverarbeitungsmaschine ist die Inline-Maschine,[1]welche eine simple Faltkiste[2] produziert. An dieser Maschine kann ein Zuschnitt bedruckt, gerillt, gestanzt, gefaltet und verschlossen werden, sodass das Ergebnis eine einfache, aber komplett fertiggestellte Verpackung ist.[3]
Ein großes Verpackungsfeld, mit stetig wachsenden Bedarfen aufgrund von Verpackungsautomaten zur Aufrichtung und den enorm gestiegenen Verpackungsanforderungen, bilden die gestanzten Verpackungen. Diese können entweder über eine Flachbett- oder Rotationsstanze[4],[5] produziert werden. Die beiden Maschinen haben die Eigenschaften fast jede beliebige Form passgenau stanzen zu können. Bei den meisten Unternehmen sind zusätzlich hochwertige Druckwerke mit Trocknern vorgeschaltet, welche ein Motiv exakt in einer Vielzahl von Farben im Flexo-Druckverfahren[6] wiedergeben können.[7] Der wichtigste Aspekt bei der Flachbettstanze ist der Stanzprozess. Hier werden durch ein planes Stanzwerkzeug die genauen Schnitte und Rillungen der fertigen Verpackungen eingestanzt, indem das Werkzeug den dazwischen laufenden Bogen gegen eine plane Gegenplatte drückt und anschließend der Abfall ausgebrochen wird. Der Unterschied zu einer Rotationsstanze ist die Art des Werkzeugs und die damit zusammenhängende Stanztechnik. Bei dieser Stanztechnik wird die Stanzung durch ein rotierendes Verfahren ausgeführt, indem das „runde“ Werkzeug aus Sperrholz auf einem Zylinder gespannt wird, welcher anschließend die darunter laufende Wellpappe in Kontakt mit einem Gegenstanzzylinder bearbeitet und für die richtigen Ausstanzungen sorgt.

Abbildung 4: Prinzip der Rotationsstanze. [1]
Die letzte Fertigungsmethode ist die Verschlusstechnik über eine Faltschachtelklebemaschine (FKM). [2] Diese ist essentiell für die spätere strategische Ausrichtung und den vorliegenden Business Case.
Basiswissen Wellpappe vom Rohstoff bis zur Verarbeitung, S. 192
[2] Anhang 5: Bild Faltschachtelklebemaschine
[1] Anhang 1: Bild Inline-Maschine
[2] Anhang 2: Bild Faltkiste mit Klebeband verschlossen
[3] Basiswissen Wellpappe vom Rohstoff bis zur Verarbeitung, S. 162
[4] Anhang 3: Bild Flachbettstanze
[5] Anhang 4: Bild Rotationsstanze
[6] Der Flexodruck ist ein Hochdruckverfahren wo Klischees durch Erhöhungen die Farbe von einer Walze aufnehmen und auf die Wellpappe an gezielten stellen auftragen.
[7] Basiswissen Wellpappe vom Rohstoff bis zur Verarbeitung, S. 189