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Der nächste zu analysierende Produktionsbereich sind die Stanzmaschinen. Hier tritt die Frage auf, ob man auf die flachbett oder rotative Stanztechnik vertraut oder für den idealen strategischen Weg für die Herstellung der Onlineverpackungen sogar beide Maschinen notwendig sind. Zuerst wird die Flachbettstanze mit allen Vor- und Nachteilen analysiert.

Abbildung 7: Produktionsweg über die Flachbettstanze. Quelle: Eigene Darstellung.
Die Flachbettstanze gibt es seit ca. 1940 auf dem Markt[1] und überzeugt seitdem mit einer unangefochtenen Stanzqualität, welche eine äußerst präzise Maßhaltigkeit bietet und den weggestanzten Abfall perfekt entfernt. Die Stanztechnik hat durch eine Gegenpartie die Möglichkeiten mit Zurichtungen und Kanalnuten zu arbeiten und verschiedenste Rillausprägungen hervorzurufen, die für ein optimales Faltverhalten beim Kunden sorgen. Es können bei hochmodernen Anlagen bis zu 7.500 Wellpappbogen pro Stunde verarbeitet werden. Im Gegensatz zu einer Inline-Maschine, wo jeder Bogen eine Verpackung wird, muss man bei der Flachbettstanze bedenken, dass ein Bogen mehrere Nutzen haben kann und somit bei kleinen Formaten aus einem Bogen beispielsweise 8, 12, 16 oder mehr Verpackungen entstehen können. Die eingesetzten Bogenformate gehen in der Regel bis zu Größen von maximal 2100 mm x 730 mm. Bei Stanzverpackungen entsteht meistens ein gewisser Teil an Abfall z.B. wird an allen vier Seiten die Außenkante des Bogens weggestanzt. Zwischen den einzelnen Nutzen und den Stanzkonturen entsteht zusätzlich geplanter Abfall. Die Materialkosten werden in den meisten Fällen vollständig an die Kunden weiter berechnet wodurch die Stanzverpackungen, in der Regel, höhere Kosten als Inlineverpackungen bei gleich großen Formaten hervorrufen. Bei einem Produkt der Flachbettstanze entstehen schon im Vorfeld höhere Kosten im Vergleich zu Produkten der Inline-Maschine. Diese entstehen durch anspruchsvolle CAD-Zeichnungen, welche die spezifischen Kundenanforderungen exakt wiedergeben. Für die Erstellung von CAD-Zeichnungen benötigen Unternehmen eine geschulte Entwicklungsabteilung. Es müssen sich ebenfalls die im Vorfeld zu investierenden Kosten für das Stanzwerkzeug in der Kalkulation wiederfinden. Diese liegen häufig zwischen 3.000-6.000€. Entweder werden diese Kosten in die Aufträge mit eingerechnet, vom Kunden im Vorfeld übernommen oder durch den Hersteller der Verpackung aus Kulanz oder strategischen Hintergründen getragen, weil mit dem Kunden ein langjähriger Vertrag abgeschlossen wird. Ein Vorteil ist hier allerdings die Kundenbindung, die durch eine Entwicklungsphase bei neuen Projekten entstehen kann und die Investitionskosten des Käufers, die meist für eine mehrjährige Kundenbeziehung sorgt.
Vgl. Bobst (2021)