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2.1 Tätigkeitsorientierung im Entwicklungsprozess

Ein aktueller Trend der Ausschreibungslandschaft bei OEMs ist die Fokussierung auf spezielle Phasen und Tätigkeiten innerhalb des Entwicklungsprozesses. Das Resultat sind große Ausschreibungen für beispielsweise Anforderungsmanagement oder Absicherung über mehrere Komponenten, Fachabteilungen und sogar ganze Entwicklungsbereiche hinweg. Das ist eine fundamentale Änderung, auf die sich EDLs ausrichten können.

Da die Tätigkeit und die dafür notwendigen Tools wichtiger sind als die Fachexpertise im jeweiligen Bereich ist es über Skalen- und Synergieeffekte möglich, die Kosten für diese Leistung zu senken. Gleichzeitig ist man nicht so stark von einem Fachexperten im Team abhängig, da viele Kollegen dasselbe Tätigkeitsfeld haben.

Unternehmen mit dieser Strategie treten als Generalanbieter für spezielle Tätigkeiten auf und übernehmen diese im für eine mehrere Komponenten oder Fachabteilung. Mögliche Beispiele sind hier Batterietesting oder die Absicherung von autonomen Parken. Sollte es zu einem Rückgang der Fahrzeugvarianten bei einem Hersteller kommen, könnte das Knowhow im zweiten Schritt auch OEM-übergreifend zum Einsatz gebracht werden. So ist es beispielsweise möglich in einem HiL-Testzentrum Fahrzeugfunktionen nicht nur für Audi, sondern auch BMW oder Mercedes zu testen.

Insbesondere wenn es zu der prognostizierten Konsolidierung im Markt oder neuen      Kooperationen zwischen den Herstellern für Fahrzeugplattformen kommt, kann diese Strategie gewinnbringend sein. Ein erstes Anzeichen für diese Entwicklung ist die mittlerweile ruhende Kooperation von BMW und Daimler für autonomes Fahren.

In den Grundzügen ähnelt diese Strategie dem Commodity-Ansatz der SAC. [1]
Auch hier wird die stark betriebswirtschaftliche Ausrichtung in den Vordergrund gestellt, allerdings hält der Autor dieses Werkes die Entwicklung von eigenen Standardlösungen und Baukastenlösungen, insbesondere bei Hardwarethemen, für nicht wahrscheinlich. Das Produktgeschäft ist eher im Zulieferersegment verankert. Um den Vorsprung von etablierten Spielern wie beispielsweise Vector wieder einzuholen sind hohe Investitionen nötig, die in der auf Kostenreduzierung fokussierten Branche eher unwahrscheinlich sind. Es ist eher denkbar, dass Zulieferer als Kunden bei der Entwicklung dieser modularen Standardlösungen unterstützt werden.

[1]

VDA-Studie (2020) S.25-26