Rufen Sie uns einfach an, und wir beraten Sie gerne zu unserem Seminar- und Studienangebot.
Unsere Ansprechpartner:
Michael Rabbat, Dipl.-Kfm.
MBA Chief Operating Officer
Claudia Hardmeier
Kunden-Center
Studienbetreuung
Eine weitere Möglichkeit, um die immer größer werdenden Vergabeumfänge leisten zu können, ist eine Bietergemeinschaft. In diesem Kooperationsmodell kommt es zu einer Unterbeauftragung von verschiedenen Teilumfängen eines Projektes, die entweder wegen fehlendem Knowhow oder mangelnden Ressourcen nicht geleistet werden können.
Damit ergibt sich für beide Seiten ein Vorteil. Dem Generalunternehmer ist es durch die Unterbeauftragung möglich sich für die auszuschreibenden Inhalte zu qualifizieren und für kleine und Mittelständische EDLs sichert dieses Modell die Auftragsgrundlage. Daher wurden Bietergemeinschaften von den Automobilherstellern nicht nur akzeptiert, sondern zeitweise auch von den Fachabteilungen gewünscht. Mittlerweile präferieren die Kunden allerdings Auftragnehmer, die den Entwicklungsgegenstand ohne Partner leisten können.
Durch die hochkompetitive Natur des Sektors kam es in der Vergangenheit bei einigen Bietergemeinschaften zu Konflikten zwischen den Partnern. Die Gründe dafür sind oft vielfältig und unterscheiden sich von Fall zu Fall. Im Allgemeinen führt das aber nicht nur einem Bruch der Partnerschaft, sondern im schlimmsten Fall auch zu einer Lieferunfähigkeit, was wiederum negative Konsequenten für den OEM als Auftraggeber hat.

Abbildung 6: Zusammenarbeitsmodell einer Bietergemeinschaft, Quelle: Stahl Automotive Consulting[1]
Naturgemäß ist der Generalunternehmer bestrebt die unterbeauftragten Umfänge nach Möglichkeit im Laufe des Projektes aus eigener Hand zu leisten. Die Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojektes wird dadurch positiv beeinflusst, da unterbeauftragte Teilpakete im Regelfall nicht so margenträchtig sind wie die aus den eigenen Reihen geleisteten Pakete. Zudem werden die Kosten für den Abstimmungsbedarf zwischen den Unternehmen in der Regel nicht vom Kunden übernommen, was weiteren Druck auf die Projektmarge ausübt. Natürlich möchte der kleinere Partner auch eine gute Projektmarge erzielen und sich vielleicht sogar für größere Umfänge bei dem Fachbereich qualifizieren.
Im Idealfall verfolgen die Partner in einer Bietergemeinschaft unterschiedliche Strategien oder die Unternehmensgröße unterscheidet sich so stark, das derartiges Konfliktpotential reduziert werden kann.
[1] VDA Studie (2020), S.21