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Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die bisherigen Strategien sich zwar im Detail unterscheiden, die grundlegenden Stoßrichtungen allerdings übereinstimmen. Der Fokus beider Ansätze liegt dabei mit den klassischen OEMs auf der wichtigsten Umsatzsäule der Entwicklungsdienstleister.
Sollte das Markszenario Neues Gleichgewicht eintreten, nennt die SAC in Ihrer Studie noch mit dem Gesamtfahrzeugeine weitere mögliche Ausrichtung, bei der sich die EDL primär auf die neuen Spieler am Markt, also die neuen OEMs aus dem Westen oder China und die MSP, fokussieren.[1]
Die Grundlegende Idee ist, dass diese neuen Spieler und insbesondere die chinesischen OEMs noch Defizite haben, „den Fahrzeugentwicklungsprozess strukturiert abzubilden und stimmige Gesamtfahrzeuge zu entwickeln. […] Häufig fehlt ihnen eine unternehmensübergreifende Vernetzung, eine der wichtigsten Voraussetzungen für erfolgreiche Fahrzeugentwicklung.“ [2]
Hier können die EDLs mit langjähriger Erfahrung und umfassenden Kenntnissen unterstützend tätig werden. Dieses Vorgehen ähnelt der Ausrichtung aus Kapitel 2.2, wobei der Fokus nicht auf einer Technologie, sondern der Gesamtfahrzeugentwicklung liegt.
Mit den MSPs kommt ein weiterer potenzieller Kunde auf den Markt, der laut der SAC insbesondere mit dem technologischen Fortschritt beim autonomen Fahren mehr Bedarf an der Gesamtentwicklung von Fahrzeugen haben wird.[1]
Analog zu den chinesischen OEMs bescheinigt die Studie den Mobilitätsdienstleistern neben einem klaren Verständnis für Kundenbedürfnisse jedoch nur „bruchstückhafte Fahrzeugkompetenzen.“ Folglich fehlt ihnen das Knowhow, um ein gesamtes Fahrzeug zu konzipieren und auf den Markt zu bringen.[2]
Die Ausrichtung auf neue Spieler am Markt ist aus der Sicht des Autors höchstens als Supplementierung der Angebotsportfolios geeignet sollte nicht der Fokus von EDLs sein. Die in Kapitel 1.1 beschriebenen jüngsten Entwicklungen des Marktes seit 2020 zeigen, dass die chinesischen OEMs sehr wohl in der Lage sind stimmige Gesamtfahrzeuge auf den Markt zu bringen. Diese sind nicht nur technologisch gleichwertig zu den klassischen OEMs, sondern oft auch günstiger für den Verbraucher.
Zudem ist aktuell noch unklar, welches Geschäftsmodell sich bei den MSPs durchsetzt. Eine Kooperation mit den chinesischen OEMs könnte zu einer höheren Durchdringung des Marktes für diese Hersteller führen und somit in einer Win-Win-Situation für beide Seiten resultieren. In diesem Fall werden MSPs keine eigenen Fahrzeugflotten aufbauen.
Weiterhin ist anzumerken, dass dieser Strategieansatz eine sehr hohe Eintrittsbarriere hat. Nur Entwicklungsdienstleister mit umfangreichen Kenntnissen in der Gesamtfahrzeugentwicklung können hier überhaupt anbieten. Zudem hat der chinesische Markt wenig Erfahrung mit EDLs und neue OEMs aus dem Westen, wie etwa Tesla, setzen in Ihrer Strategie auf ein sehr hohes Maß an Eigenleistung. Diese Barrieren zu überwinden und das gegenseitige Vertrauen zu schaffen kann Jahre dauern und bis dahin kann der Markt auch schon wieder vor neuen Veränderungen stehen.
Nichtsdestotrotz wird der von der SAC formulierte Strategieansatz Gesamtfahrzeug im weiteren Verlauf dieser Thesis mitberücksichtigt.
VDA-Studie (2020) S.27
[2] VDA-Studie (2020) S.23
[1] VDA-Studie (2020) S.27-28
[2] VDA-Studie (2020) S.22