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2. Einleitung

Heutige unternehmerische Zeiten sind durch sich regelmäßig verändernde Rahmenbedingungen geprägt. Nicht erst seit der Corona-Pandemie oder dem Ukraine-Krieg beeinflussen plötzlich auftretende global Ereignisse die Lieferketten oder andere Bereiche des Unternehmens. In der Managementlehre hat sich hierfür der Begriff VUCA etabliert. VUCA ist die Abkürzung für die englischen Begriffe

  • Volatility (Unbeständigkeit)
  • Uncertainty (Unsicherheit)
  • Complexity (Komplexität)
  • Ambiguity (Mehrdeutigkeit)

Diese 4 Begriffe verdeutlichen, dass die Rahmenbedingungen unserer heutigen Welt nicht linear sind, sondern sich permanent verändern. Die Entscheider eines Unternehmens müssen auf die verändernden Markbedingungen kurzfristig reagieren.

Im Gegensatz hierzu werden langfristige Trends, sogenannte Megatrends, kaum durch solche Ereignisse beeinflusst. Megatrends sind die größten Treiber von Veränderung in Wirtschaft und Gesellschaft und werden kurz- bis langfristig einen hohen Veränderungsdruck auf Unternehmen und Gesellschaft erzeugen.

Die Megatrend-Map (Bild 1) zeigt die zwölf zentralen Megatrends aus dem 2021. Da Megatrends für die nächsten Jahre und Jahrzehnte Gültigkeit haben, kann die Übersicht aus 2021 für die heutige Zeit als aktuell angesehen werden. Megatrends beeinflussen sich untereinander und sind daher nicht isoliert zu betrachten. Sie können zudem abhängig sein und sich gegenseitig verstärken. Diese Abhängigkeiten sind als Kreuzungspunkte in Bild 1 gezeigt. Die einzelnen Stationen einer Megatrend-Linie zeigen die wichtigsten Subtrends, die den Megatrend prägen.

Der Megatrend Neo-Ökologie gliedert sich in Stationen mit und ohne Schnittstellen zu anderen Megatrends:

  1. Stationen ohne Schnittstellen zu anderen Megatrends
    • Dekarbonisierung, Zero Waste, Beyond Plastic, Green Pressure, Minimalismus, Gemeindewohlökonomie, Bio-Boom, Green Tech, Circular Economy
  2. Stationen mit Schnittstellen zu anderen Megatrends
    • E-Mobility, Urban Farming, Generation Global, Globalisierung, Post-Wachstum, Direct Trade, Social Business, Sinn-Ökonomie, Regionalisierung, Globale Protestkultur, Sharing Economy, Achtsamkeit, Lebensqualität, Plant Based, Slow Culture.

Der Megatrend Neo-Ökologie zeigt bereits Auswirkungen auf strategische Entscheidungen von Unternehmen. Zum Beispiel hat IKEA entschieden auf den Einsatz von Styropor zu verzichten und alternative Verpackungsmaterialien zu verwenden (IKEA, 2016). Seit Juli 2021 sind bestimmte Einwegartikel aus Kunststoff verboten z.B. Besteck, Teller, Becher und Essensverpackung. Es ist davon auszugehen, dass dieser Trend sich fortsetzen wird, weshalb kunststoffverarbeitende Betriebe diesen Wandel in ihre unternehmerischen Entscheidungen einbeziehen müssen.