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6.2 Reduzierung des Einsatzes von Kunststoffen fossilen Ursprungs

Die Reduzierung des Einsatzes von Kunststoffen fossilen Ursprungs betrifft hauptsächlich die operative Führung. Folgende Schwerpunkte können beispielsweise umgesetzt werden:

  • Gewichtsminimale Konstruktion von Kunststoffbauteilen
  • Nutzung von Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
  • Substitution von Kunststoffen durch alternative Verpackungsmaterialien und mehrfacher Gebrauch
  • Reduzierung Produktionsausschuss
  • Nutzung Produktionsausschuss als Füllstoff

Gewichtsminimale Konstruktion von Kunststoffbauteilen
Die Reduzierung des Kunststoffverbrauchs kann bereits in der Designphase beeinflusst werden. Hier bieten sich insbesondere CAO- oder SKO-Optimierungsverfahren zur gewichtsoptimalen Auslegung von Produkten an. Diese Optimierungsalgorithmen sind bereits Industriestandard und sollten standardmäßig verwendet werden. Sie gewährleisten die Einhaltung der Kundenforderungen bei minimalen Rohstoffeinsatz.

Zur Realisierung müssten die Themengebiete 33. Prozesse und 12. Fähigkeiten angepasst werden. Sowohl die Entwicklungsprozesse als auch die Fähigkeiten der Mitarbeiter in der Entwicklung sind zu erweitern.

Nutzung von Kunststoffen aus nachwachsenden Rohstoffen
Diese Rohstoffalternative wird bereits von Herstellern angeboten und kann ad hoc umgesetzt werden. Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass diese Art von Rohstoffen ca. 40…65% kostenintensiver in der Beschaffung sind als fossile Rohstoffe. Da es sich um einen Rohstoff handelt, der bereit am Markt angeboten wird, sind hier keinerlei Anpassungen nach dem St. Galler Management Konzept notwendig.

Substitution von Kunststoffen durch alternative Verpackungsmaterialien und mehrfacher Gebrauch
Bei der Auswahl der Verpackungslösung sollte nicht nur das eigene Portfolio berücksichtigt werden. Im Mittelpunkt muss das lösungsunabhängige Kundenbedürfnis stehen. Wird von Beginn an das Kundenbedürfnis berücksichtigt, öffnet sich der Lösungsraum hin zu alternativen Materialien wie Piocelan, EPP, Pulp oder Kartonage. Hierbei müssen selbstverständlich die jeweiligen Vor- und Nachteile der Materialien in Betracht gezogen werden. Insbesondere Piocelan und EPP sind aufgrund der Rückstellfähigkeit dazu geeignet ein Bauteil mehrfach zu verwenden.

Der Verkaufsprozess wandelt sich in diesem Fall zu einem Beratungs- und Problemlösungsprozess. Vorteilhaft hierbei ist, dass der Kontaktpunkt bereits in der Lösungsfindung stattfindet und nicht erst bei der Ausschreibung, wenn die Produktspezifikation finalisiert ist. Dementsprechend kann bereits im Entwicklungsprozess Einfluss auf die Kundenentscheidung getroffen werden.

Zusätzlich muss die Entscheidung Make, Collaborate or Buy getroffen werden. Das Anbieten alternativer Materialien aus eigener Produktion hat zwingend hohe Investitionen in Anlagen und anfänglich hohe Entwicklungsaufwände zur Folge. Hier könnte die Strategie Collaborate Erfolg bringen, was den Aufbau eines funktionierenden Netzwerks mit Produktionspartnern zur Folge hat. Dies bedeutet jedoch, dass ehemalige Wettbewerber auf Systemebene zu Partnern werden. Ein Umdenken in der 2. Unternehmenskultur, der 10. Organisationsstrukturen und der 33. Prozesse ist notwendig.

Reduzierung Produktionsausschuss
Eine logische Möglichkeit den Einsatz von Kunststoffen zu reduzieren ist die Minimierung des Produktionsausschuss. Es gilt ein direkter Zusammenhang zwischen Verbrauch und Ausschuss.  Hierbei ist insbesondere auch der Anfahrausschuss der Produktion zu berücksichtigen. Hilfreich während der Produktion ist z.B. das Leanprinzip Jidoka. Dabei stoppt die Produktionsmaschine bei auftretenden Qualitätsmängeln und weiterer Ausschuss wird vermieden. Auch der Ansatz von 6s ist zielführend, um die Prozessfähigkeit zu bewerten. Jeder produzierende Betrieb sollte eine eigene Strategie zur Operational Excellence aufbauen und diese konsequent umsetzen.

In Bezug auf das St. Galler Management Konzept werden die Themen 2. Unternehmenskultur (Hoshin Kanri, Lean), 33. Prozesse, 35. Operative Systeme und 36. Führungsverhalten tangiert. In der normativen Ebene muss das Bewusstsein für Vermeidung von Verschwendung und eine kontinuierliche Verbesserung wachsen. Hauptsächlich wird jedoch die operative Führung gefordert. Das Führungsverhalten muss anhand von Zahlen, Daten und Fakten orientiert werden. Nur anhand einer korrekten Zahlenbasis, können richtige Entscheidungen getroffen werden. Es ist zu klären, ob ggf. ein MES-System zur Transparenz und Korrektheit der Zahlenbasis beitragen kann.

Nutzung Produktionsausschuss als Füllstoff
Der Produktionsausschuss kann geschreddert und gemahlen werden und als Füllstoff zur Herstellung von neuen Produkten verwendet werden. Übliche Recyclatquoten liegen bei 5-15%. Auch hier geht dieser Anteil direkt in die Reduzierung des Ausgangswerkstoffs ein. Es handelt sich hierbei um marktübliche Technik, weshalb kein Themengebiet des St. Galler Management Konzepts signifikant betroffen ist.