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4.2. Galenische Entwicklung des Pflasters

Entsprechend einer Untersuchung des Londoner Office of Health Economics aus dem Jahre 2012 belaufen sich die Kosten für die Entwicklung eines neuen Arzneimittels auf bis zu 1,5 bn. $.23 Davon werden nur rund 13,5% in die Entwicklung des Produktionsprozesses investiert. Der größte Block stellt die klinische Forschung dar.

Abb. 9: Kostenblöcke bei der Medikamentenentwicklung

Abb. 9: Kostenblöcke bei der Medikamentenentwicklung

Quelle: CMR International, 2012 Pharmaceutical R&D Factbook, 2012

Für die Entwicklung von Neupro® wurden schätzungsweise 340 bis 380 Mio. EUR aufgewendet. Das hieße, also rund 50 Mio. EUR für die galenische Entwicklung des Pflasters.

Neupro® ist ein sog. Depot-Pflaster. Dabei ist der Wirkstoff in einer selbstklebenden Matrix gelöst, die aufgrund ihrer Struktur die Wirkstoff-Freisetzung reguliert. Wichtig für die Freisetzung ist zum einen, dass die Matrix intakt ist, zum anderen dass der Wirkstoff in einer geeigneten molekularen Struktur in der Matrix gelöst vorliegt.

Abb. 10: Schematische Ansicht des Neupro® -Pflasters

Abb. 10: Schematische Ansicht des Neupro® -Pflasters

Quelle: http://www.neupro.de/pd/fachkreise/neupro-therapie/produktprofil

Wie bei vielen anderen Entwicklungen wurde auch bei Neupro® auf Schnelligkeit geachtet. Ziel war es, so schnell wie möglich mit den klinischen Studien zu beginnen. Dieser Trend zur Schnelligkeit ist nicht nur bei Arzneimitteln zu beobachten, viel ausgeprägter ist er bei Produkten mit einem schnelllebigen Lebenszyklus, z.B. Computer, Software oder Handys. So passiert es immer häufiger, dass unreife Produkte auf den Markt gelangen. Fehler treten somit erst während der Vermarktung auf und führen nicht selten zu Rückrufen (vgl. brennende Akkus beim Samsung S7 Edge-Handy).

23 (Mestre-Ferrandiz J., 2012)