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Die Erkenntnis der drei Szenarienwelten entfaltet für das Ökosystem neue Handlungs- maßnahmen: digital und analog verschmelzen zu einer neuen Einheit. Hybriden For- mate gehört die Zukunft. In der Definition verstehen sich die hybriden Veranstaltungen dabei als Mix aus Real-Event, erweitert um digitale Elemente. Entscheidend ist, bei den hybriden Events, dass es physische Vor-Ort-Ereignisse gibt, die in der digitalen Verlän- gerung miteinander zu einem neuen ganzen Format verbunden werden. Die Verbindung beider Formate schafft darüber hinaus eine weitere Dimension, der von den Beteiligten bis dato kaum oder keine Aufmerksamkeit geschenkt wurde, die grenzenlose, zeitlich und ortsungebundene Komponente. Globalisierung, Internationalisierung, Ressourcen- schonung, Nachhaltigkeit, Mobilität werden damit mit einem Schlag plötzlich für die Beteiligten in einem anderen Rampenlicht betrachtet werden können. Folgt man der De- finition aus Wikipedia „...betont hybrid ein aus unterschiedlichen Arten oder Prozessen zusammengesetztes Ganzes. Die Besonderheit liegt darin, dass die zusammengebrach- ten Elemente für sich schon eine Lösung darstellen, durch das Zusammenbringen aber neue erwünschte Eigenschaften entstehen können...".12 Während die physischen Veran- staltungen sich durch die persönlichen Kontakte und den Austausch mit allen Sinnen kennzeichnen, stehen die digitalen Formate vor allem für eine orts- und zeitungebun- dene Verfügbarkeit, Nachhaltigkeit, Effektivität und Effizienz. Die Verschmelzung von Onsite und Online wächst zu einem neuen Ganzen zusammen und bietet zahlreiche Chancen. Für die Beteiligten im Ökosystem heißt dies unabhängig von Zeit, Ort und Medium, Kundenbedürfnisse zu erkennen und durch Matchmaking – und Kommunika- tionsdienstleistungen reichweitenstark zu erweitern. Veranstaltungen müssen sich von einem fixen einmaligen Termin im Jahr trennen und zu einem Omni-Channel-Ge- schäftsmodell13 an 365 Tagen im Jahr hin entwickeln. Das vielfach praktizierte Verfah- ren vieler Beteiligten im Ökosystem, nicht zu wissen, wie Teilnehmer- und Kunden in- teragieren, muss der Vergangenheit angehören und darf nicht weiter praktiziert werden. Eine qualitative Kombination aus Digitalangebot und realer Veranstaltung, verbunden mit einem guten Datenmanagement und künstlicher Intelligenz, wird die Beteiligten des Ökosystems in die Lage versetzen, spezifische Kunden- und Teilnehmerbedürfnisse zu ermitteln und daraus ableitend nahezu individualisierte und spezifisch auf die Kunden- bedürfnisse eingehende Angebote zu formulieren. Durch die Verschmelzung der beiden Welten, intensiviert sich zum einen die Kundenbindung zum anderen kristallisieren sich neue Zielgruppen heraus, die wiederrum untereinander aufgrund von Angebot und Nachfrage zu eigenen kleinen Communities zusammenwachsen. Spannend bei der Bil- dung neuer Zielgruppen ist, dass die klassischen Trennlinien, in der Betrachtung von Beziehungsebenen, sich mit hybriden Formaten neu entfalten und neue Dimensionen aufmachen. Das heißt, dass zum Beispiel auf Messen Besucher nicht mehr nur Ausstel- ler treffen wollen, sondern auch andere Besucher treffen möchten. Die Veranstalter sind analog entsprechend aufgefordert attraktive Treffpunkte in oder an den Hallen zu initiie- ren, um dem Bedürfnis der teilnehmenden Besucher nachzukommen. Digital müssen Touch Points geschaffen werden, die die Vernetzung der virtuellen Teilnehmer ermögli- chen. Die klassisch, bis dato erzeugten Erlösquellen, werden aufgrund von einem zu verzeichnenden Rückgang der realen Teilnehmer vor Ort, kompensiert werden müssen. Durch die digitale Welt ergeben sich aber interessante neue Umsatzquellen. Der Begriff der „Größe“ oder alternativ ausgedrückt, quantitative Messgrößen, wie Anzahl von Teilnehmern oder qm-belegte Flächen verlieren in dieser Betrachtung allerdings an Be- deutung. Funktionalität, Reichweitenstärke, Vernetzung stehen als neues Synonym für die Qualität einer Veranstaltung und gewinnen damit im Ranking der Teilnehmenden mehr und mehr an Aufmerksamkeit. Hier ergibt sich eine neue Bereitschaft, für Leistun- gen und Services zu zahlen. Die Wertschöpfungsketten des Ökosystems werden sich dadurch in ihren Dimensionen deutlich verändern. Was für Veranstalter: innen bedeutet, dass sich vor allem die vor Ort eingespielten und definierten Dienst- und Serviceleis- tungsangebote verändern müssen. Typische Beispiele sind vor allem Dienstleistungsge- werke, die in großen Mengen in der Gebäudestruktur wie beispielsweise bei Messen, abgerufen werden. Dazu gehören zum Beispiel die Elektroversorgung oder Abhänge- punkte. Feste Einrichtungen wie große Restaurants verlieren an Bedeutung. Logistisch eingespielte Prozesse, die in engen Zeiträumen hohe Volumina abwickeln, rücken in den Hintergrund. Kennzahlenbasierte Gebäuderichtwerte wie beispielsweise Bodenbe- lastungen werden uninteressanter, da sich die Präsentationsdarstellungen durch digitale Darstellungen im virtuellen Raum ablösen. Involvement der Teilnehmer: innen und In- teraktion zwischen den Beteiligten müssen zu einem gleichwertigen Erlebnis zwischen onsite und online werden. Interaktion zwischen live und digitaler Welt bestimmt maß- geblich die Qualität des Events und bleibt nachhaltig in Erinnerung der Teilnehmenden. Der Erfolg eines hybriden Events wird dann für alle Beteiligten zum Erfolg, wenn es gelingt, Exklusivität über Mehrwerte in der Unterhaltung, über Zugang zu Wissen und durch Mitgestaltung und Integration der Teilnehmenden zu schaffen. Je mehr interes- sante Touch Points für die Teilnehmer: innen geboten werden, je individualisierter diese Angebotsformen abgerufen werden können, umso mehr steigt das Interesse und die Be- reitschaft am Event teilzunehmen. Entscheidend ist, dass die Teilnehmer: innen selbst entscheiden, ob Sie live vor Ort oder im virtuellen Raum, digital teilnehmen. Für die Beteiligten des Ökosystems heißt dies, in den hybriden Formaten zwei unabhängig von- einander laufende Events parallel technisch als auch inhaltlich zu bedienen und umzu- setzen. Egal ob virtuell oder persönlich vor Ort: das A und O sind zielgruppenrelevante Inhalte, die es ermöglichen, dass sich Menschen mit gleichen Interessen räumlich unab- hängig vernetzen können. Der Aufbau zweier unabhängig voneinander laufender For- mate bedarf einer neuen Investitionsplanung. Der Erstaufwand für ein hybrides Konzept fordert von den Veranstaltern zunächst deutlich höhere Startinvestitionen. Sind die Set- ups eingespielt, bringen die virtuellen Anteile im hybriden Konzept eine vorteilhafte schnellere Planbarkeit und Umsetzung mit sich, die Folgekosten minimieren sich deutlich.
12 Vgl. Wikipedia.de, Eintrag zu „hybrid“: https://de.wikipedia.org/wiki/Hybrid
13 Vgl. Peter Borstel, (Hrsg. 2021), TFI-Verlagsgesellschaft, in „Die Zukunft von Messen, Kongressen und Events“, Beitrag von J. Witt/G. Weber, JCW, Köln „Die Customer Centricity wird deutlich an Bedeutung gewinnen, S.14