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Die Digitalisierung ist ein Phänomen, welches sich unglaublich schnell entwickelt aber noch lange nicht am Ende ist. So hat die Digitalisierung in der heutigen Zeit auch noch Schwächen. Es gibt viele Unternehmen, die Lösungen für die Digitalisierungen in der Baustoffindustrie anbieten. Gerade im Bereich von Softwareprogrammen, Onlineshops oder CRM-Systemen gibt es eine große Auswahl. Für welches entscheidet sich dann also ein Unternehmen und war die getroffene schließlich auch die richtige Entscheidung, oder ändert das Unternehmen den Anbieter doch nochmal in einigen Jahren. Außerdem entwickelt sich alles permanent und rasend schnell weiter, was heute gut oder sehr gut ist, kann morgen schon wieder nur mittelmäßig sein. Es müssen auch regelmäßige Updates für die Vielzahl von Programmen zur Verfügung stehen und man benötigt separate Mitarbeiter, welche sich explizit um die Pflege und Aktualisierung der Programme kümmern. Eine CRM-System (Customer-Relationship-Management) Umstellung beispielsweise, ist ein enormer Aufwand für das ganze Unternehmen. Alle Daten müssen aus dem alten CRM-System gezogen und so bereinigt oder aufgebaut werden, dass sie in das neue CRM-System eingespielt werden können. In den meisten Fällen muss hierfür noch viel manuelle Arbeit investiert werden und die Datensätze müssen angepasst werden. Auch sind Veränderungen von Systemen oder Programmen bei Mitarbeitern ein unbeliebtes Thema. Diese arbeiten am liebsten mit dem System, mit welchem sie schon immer gearbeitet haben. Gerade in der Baustoffindustrie und generell in der Baustoffbranche, wo das Alter der Mitarbeiter mit über 30% bei 50 und höher liegt, sorgen Systemveränderungen für Frust.[1] Unternehmen müssen also bei jedem neuen Softwareprogramm die Mitarbeiter motivieren, schulen und dafür sorgen, dass diese mit dem System auch richtig arbeiten. Eine weitere Schwäche der Digitalisierung für die Baustoffindustrie ist, dass sie massiv für Transparenz sorgt und dass in allen Feldern, auch im Preis. So können Konsumenten immer einfacher Preise vergleichen, Produkte bewerten und Empfehlung online hinterlassen. Auch durch die Vernetzung von Einkaufskooperationen oder durch das bilden von Allianzen im Baustoffhandel werden Preise und Rabatte immer transparenter. Das kann schnell für Ärger zwischen der Baustoffindustrie und dem Baustoffhandel sorgen. Bekommt beispielsweise ein Händler in Berlin einen günstigeren Preis von der Baustoffindustrie als ein anderer Händler in Hamburg und beide sind in der gleichen Allianz, fühlt sich der Händler in Hamburg schnell hintergangen und es droht ein Kundenverlust für die Baustoffindustrie. Die Digitalisierung macht den gesamten Markt also transparenter und sorgt auch dafür, dass Produkte und Leistungen sich immer besser vergleichen lassen. Des Weiteren geht mit der Digitalisierung ein wesentlicher Bestandteil im täglichen Geschäft zwischen Baustoffindustrie und Baustoffhandel verloren, nämlich der persönliche Kontakt und das abwickeln der Geschäfte zwischen Menschen. Die Baustoffbranche ist eine Branche, die von persönlichem Kontakt und dem über Jahre aufbauen Netzwerk der Vertriebsmitarbeiter lebt. So sorgt die Digitalisierung dafür, dass jahrelange Geschäftsbeziehungen zwischen Baustoffindustrie und Baustoffhandel, durch die vorhin genannte Transparenz in Preisstellungen oder Service, beendet werden. Dann macht nicht mehr derjenige Vertriebsaußendienst das Geschäft, welcher den besten Kontakt hat, sondern derjenige mit dem günstigsten Preis oder dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis. Das gilt für das Geschäft zwischen Baustoffindustrie und Baustoffhandel, genauso wie für das Geschäft zwischen Baustoffhandel und Handwerker.
Vgl. dhz (2016): Mitarbeiter im Baugewerbe: Ü 50 ist Trend