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Die Digitalisierung bietet noch eine Vielzahl von Chancen für die gesamte Baustoffindustrie, da der aktuelle Stand der Digitalisierung, wie in dem Kapitel 3.3 beschrieben, noch nicht sehr weit vorangetrieben ist. Laut einer Statistik von Statista wurden im Jahr 2017 14,6 Milliarden Euro Umsatz im Baustofffachhandel in Deutschland umgesetzt, davon jedoch nur 179 Millionen Euro über einen digitalen Vertriebskanal, wie in Abbildung 4 zu sehen ist. In 2020 waren es hingegen schon 210 Millionen Euro und der Trend wird sich in den nächsten Jahren noch deutlich verstärken. [1]
Vgl. Abbildung 4

Abbildung 4 - Online-Umsatz mit Baustoffen in Deutschland[1]
Unternehmen wie Pro Material bieten für den konservativen Baustoffhandel Lösungen, um schnell und mit einer hohen Datenqualität einen Einstieg in den digitalen Vertrieb zu finden. Auch für die Baustoffindustrie werden sich hier in den kommenden Jahren viele Chancen aufzeigen. Beispielsweise bei der möglichen Digitalisierung von Produkten, bei internen Prozessen, die durch die Digitalisierung erleichtert werden oder auch im Vertriebsaußendienst, wo eine große Chance in der Profitabilität steckt. Sicher ist, dass auch die Digitalisierung die konservative Baubranche in den nächsten Jahren verändern wird. Gerade im Sales der Baustoffindustrie wird die Digitalisierung Chancen bieten. Wie im Kapitel 3.2 beschrieben, finden zum Beispiel oft unnötige Besuche seitens des Vertriebsaußendienstes der Baustoffindustrie beim Baustofffachhandel statt. Für dieses Problem bietet die Digitalisierung große Chancen, um den Arbeitsalltag und Ablauf der Außendienste zu optimieren und die Profitabilität des Unternehmens zu steigern. Es könnte beispielsweise eine App entwickelt werden, über welche der Baustofffachhandel bei Bedarf seinen zuständigen Außendienst anfordern kann. Somit würden sich unnötige Kundenbesuche vermeiden lassen und der Vertriebsaußendienst fährt gezielt zu Kunden, die auch ein tatsächliches Anliegen haben, welches besprochen werden muss. Somit können die freigewordenen Ressourcen anderweitig genutzt werden oder es kann durch Personaleinsparungen der Profit gesteigert werden. Weniger Sprit- und Verschleißkosten würden ebenfalls positiv zum Unternehmensergebnis beitragen. Auch für die Meetingkultur vieler Unternehmen bietet die Digitalisierung enorme Chancen. Bis heute werden in der Baustoffindustrie fast alle Meetings persönlich vor Ort in den Standorten oder in externen, angemieteten Büros abgehalten. Das bedeutet einen enormen Kostenaufwand durch die Anreisezeit, durch die verursachten Anreisekosten der einzelnen Teilnehmer und durch die Mietkosten für die externen Büros oder Meetingräume. Digitale Meetingtools wie Skype, Zoom oder Google Meet werden extrem selten genutzt, bieten jedoch viele Chancen und Vorteile für alle Teilnehmer. Gerade in der heutigen Zeit, in welcher auch die Work-Life-Balance immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist dies eine große Chance. So entsteht durch die Online-Meetings wieder freie Zeit für die Teilnehmer. Die Qualität der Meetings ist durch eine gute Video- und Tonqualität durchaus gegeben und somit eine gute Alternative, gerade bei kleineren Meetings über wenige Stunden. Durch das Duplizieren seines eigenen Bildschirms auf die anderen Bildschirme der Teilnehmer ist auch das präsentieren von Powerpoints, Excel oder sonstigen Programmen möglich. Erst durch die Corona-Krise haben sich viele Unternehmen in der Baustoffindustrie intensiv mit diesen Meetingtools beschäftigt und erstmals die Vorteile erkannt. Sicherlich sind diese Art von Meetings nicht immer eine passende Alternative. Gerade für längere Meetings über einen halben oder mehrere Tage, sind die Treffen vor Ort sicher die bessere Lösung. Eine große Chance für die Baustoffindustrie liegt auch in der Digitalisierung der Produkte. Wenn hier ein Hersteller von klassischen Baustoffen seine Produkte durch ein digitalisiertes Alleinstellungsmerkmal verbessern kann, sorgt das für einen massiven Wettbewerbsvorteil. Wie zum Beispiel in der Einleitung erwähnt, der Türenhersteller, welcher die komplette Türinnenseite mit einem Display ausstattet und über eine Kamera auf der Außenseite das Bild auf der Türinnenseite wiedergibt. Bei den Massenbaustoffen wie Dämmstoffen, Gipskartonplatten oder Wandsteinen ist es jedoch extrem schwierig durch ein digitales Feature für ein Alleinstellungsmerkmal bei diesen Produkten zu sorgen. Dennoch ist es nicht unmöglich. Beispielsweise könnte bei den Dämmstoffen eine digitale Schnittstelle integriert werden, welche über eine Software oder einer App die Energiekosteneinsparung täglich anzeigt. Je nachdem ob es Winter oder Sommer ist, sieht der Konsument dann, wie viel Energiekosten er gerade einspart. Eine weitere Chance der Digitalisierung in der Baustoffindustrie ist die Imageverbesserung. Das Image der gesamten Baubranche hat in den letzten Jahrzenten extrem gelitten und somit wird es immer schwerer Fachkräfte für diese Branche zu gewinnen und das in der kompletten Lieferkette, von der Industrie bis zum Handwerker auf der Baustelle. Wenn sich durch neue Prozesse, Innovationen, Kreativität und digitale Lösungen die Arbeitsabläufe und der Arbeitsalltag verändern, kann dies eine Chance sein, endlich das Image der Branche zu verbessern.
Statista (2020): Studie 435107