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Abbildung 1 – McKinsey Studie[1]
Wie in Abbildung 1 zu sehen, ist die Baubranche neben der Landwirtschaft die am wenigsten digitalisierte Branche.Doch was könnte eine Erklärung hierfür sein und was stellt mögliche Gefahren dar? Die Baustoffindustrie ist eine eher konservative Branche. Das liegt zum einen an dem recht hohen Durchschnittsalter, vor allem in Führungspositionen, zum anderen aber auch an der immer älter werdenden Handwerkerbelegschaft. Da die Baustoffbranche kein wirklich gutes Image hat, der Handwerkerberuf mit einem harten körperlichen Einsatz verbunden ist und auch die Verdienstmöglichkeiten in anderen Branchen höher sind, kommt der immer bedeutendere Fachkräftemangel hinzu. Hier hat die Industrie noch am ehesten eine Chance, gute Mitarbeiter zu werben, der Baustoffhandel ist bei vielen nur die zweite Wahl. Somit fehlen der Branche bis heute junge Leute, Ideen und die Offenheit zum Thema Digitalisierung. Aus diesem Grund wurde die Digitalisierung von der Baustoffindustrie in den letzten Jahren nur eingeschränkt vorangetrieben und die Unternehmen versuchen über halbfunktionierende Onlineshops wenigstens etwas zum Thema Digitalisierung beizutragen. Diese haben jedoch aufgrund der fehlenden Synchronisation zum Warenwirtschaftssystem des Handels oft einen doppelten Aufwand für den Erfasser einer Bestellung zufolge. In der Baustoffindustrie wird sich auf das tägliche Geschäft konzentriert und Unternehmen versuchen durch Marktverdrängungen Wettbewerbsanteile zu gewinnen. Bis heute war diese Vorgehensweise für viele Unternehmen ausreichend. Die Konjunktur und die Wirtschaft waren im letzten Jahrzehnt stark und die Zahlen für Neubauten sind in Deutschland stetig gestiegen. Doch was passiert, wenn der Markt rückläufig wird, wenn Märkte wie der Neubau einbrechen oder wenn sogar andere Player aus andern Branchen mit innovativen, digitalen Lösungen in die Baustoffbranche eintreten? Amazon ist schon seit ein paar Jahren in der Gerüchteküche der Baustoffbranche in aller Munde. Das Unternehmen hat durch seine Plattform eine enorm hohe Durchdringung bei den Endverbrauchern, könnte jedoch sicherlich auch schnell eine Plattform und Lösungen für die Handwerksunternehmen anbieten. Auch das Logistikkonzept von Amazon ist fast nicht zu schlagen, Lieferungen erfolgen innerhalb von 2-3 Werktagen, in Metropolen oder für Prime Nutzer erfolgen diese sogar schon am nächsten Werktag. Sicher sind viele Baustoffe durch ihre Größe und ihr Gewicht nicht einfach zu händeln beziehungsweise auszuliefern, jedoch können auch hierfür Lösungen geschaffen werden. Fakt ist, dass es trotz des Fachkräftemangels in den nächsten Jahren zu einem Generationswechsel in der Branche kommen wird. Die nachkommende Generation ist mit Smartphone, Apps und Online-Bestellungen groß geworden und hat deutlich weniger direkten sozialen Kontakt im Beruf. Sie konfiguriert Autos, steuert das Licht und die Jalousien zu Hause, bestellt Lebensmittel und Kleidung und das alles über das Smartphone. Wie also wird der Handwerker oder Einkäufer im Baustoffhandel künftig seine Baustoffe bestellen?
Twitter: McKinsey Global Institute (2016): How digitally advanced is your sector?