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2.5 Preissteigerungen und Lieferengpässe

Die Corona-Pandemie hatte der deutschen Wirtschaft schon großen Schaden zugefügt. Nun sind mit dem Krieg in der Ukraine neue Probleme aufgetreten oder die bestehenden haben sich verschlimmert. In der Eurozone und Deutschland hatte der Beginn des Krieges in der Ukraine eine massive Steigerung der Inflationsrate zur Folge. So schnellte die Inflationsrate Deutschlands von 5,1 Prozent im Februar auf 7,3 Prozent im März. Seitdem bewegt sie sich auf ähnlich hohem Niveau fort. (vgl. Statistisches Bundesamt, 2022a) Ein verändertes Konsumverhalten ist die Folge, welches sich beim Einkaufsverhalten der Konsumenten im Verzicht oder dem Griff nach Substituten äußert. (vgl. Weinwirtschaft, 2022, S.33) Noch viel drastischer sieht die Preisentwicklung auf dem Energiemarkt aus. Schon der Februar 2022 verzeichnete eine Steigerung der Preise um 129,5 Prozent bei importierter Energie und um 68 Prozent bei in Deutschland erzeugter Energie im Vergleich zum Vorjahresmonat Februar 2021. Gerade das für die Industrie so wichtige Erdgas verzeichnete eine der größten Preissteigerungen. So zahlten Industriekunden im Februar 2022 einen um 194,9 Prozent höheren Preis als im Vorjahr. Im Durchschnitt legte der Preis im Februar 2022 um 125,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu. (vgl. Statistisches Bundesamt, 2022b) An dieser Gasversorgung hängt auch existenznotwendige Industrie für die Weinbranche. Denn das für die Weinflaschen so notwendige Glas wird in einem energieintensiven Herstellungsprozess hauptsächlich mit Erdgas produziert. So sind weiterhin steigende Glaspreise laut den Glashütten abzusehen. Zudem ist mit einer Entspannung der Preis- und Verfügbarkeitslage für das Jahr 2022 nicht mehr zu rechnen. Weiterhin hat der Krieg auch Auswirkungen auf die Logistikbranche. Rund 17,5 Prozent des Warenverkehrs in Deutschland wird von polnischen Logistikunternehmen abgewickelt, welche in Summe circa 100.000 LKW-Fahrer aus der Ukraine angestellt haben. Aufgrund des Krieges kehren nun viele dieser Angestellten zum Kämpfen in die Ukraine zurück und stehen den Unternehmen nicht mehr zur Verfügung. (vgl. Wrann, 2022, S.51) Doch diese Situation besteht nicht erst seit dem Ukraine-Krieg. Schon vorher hatte die deutsche Wirtschaft und mit ihr die Weinbranche mit Preissteigerungen zu kämpfen. Material-, Logistik-, Energie- und Personalkosten setzen durch stetige neue Kostenerhöhungen die Weinbranche unter Druck. Im August 2021 lagen die Weinerzeugerpreise um zwölf Prozent über denen vom August 2020, ähnlich vergleichbar mit dem Anstieg während der Ölkrise im Jahr 1974. Auch vor dem Krieg in der Ukraine war die Lage auf dem Energiemarkt rund um Öl, Gas und Strom angespannt. Der Erdgaspreis stieg 2021 im Vergleich zum Vorjahr um 44,2 Prozent an. Die Gesamt-Energiekosten verzeichneten im August 2021 zum Vorjahresmonat August 2020 ein Plus von 24 Prozent. (vgl. Weinwirtschaft, 2021, S.54) Für die Logistikbranche wichtige Container verteuerten sich vom jahrelangen Durchschnitt mit circa 2.000 Dollar pro 40 Fuß Container auf 10.000 Dollar im August und Oktober 2021. Bei gefragten Routen wie zum Beispiel von China nach Europa lagen die Preise bei mehr als 14.000 US-Dollar. (vgl. Bertram, 2022b, S. 22) Ähnliche Vorboten gab es auch schon bei den globalen Lieferkettenproblemen, die jetzt durch den Krieg ihre massiven Auswirkungen zeigen. Auch vorher waren Produkte nur mit langen Lieferzeiten verfügbar. In der Weinbranche fehlte es entweder an Kartons und Flaschen oder die Weinproduzenten mussten mit langen Lieferzeiten rechnen. Einen maßgeblichen Treiber dafür stellen die Corona-Beschränkungen dar, die Abfertigungsprozesse verlangsamten. Dabei entstanden durch Hafenschließungen Rückstaus, welche vor allem chinesische Häfen betrafen. Weltweit führten daneben verschärfte Streiks und die Blockade im Suezkanal im März 2021 die Gesamtsituation erheblich. Da sich in der Corona-Pandemie durch Homeoffice oder Ausgangsbeschränkungen die Menschen vermehrt zuhause aufhielten, resultierte daraus eine hohe Nachfrage nach Gütern, wodurch die Logistikinfrastruktur bis heute überlastet ist. Besonders Güter wie Laptops, Handys und Spielekonsolen aus Asien sind gefragt und verknappen so beispielsweise die Verfügbarkeit von Containern für Wein. Die Reedereien sind mit der Gesamtlage überfordert und weisen im Durchschnitt eine Verspätung von sieben Tagen auf. Einzig Reedereien wie Maersk und Hamburg Süd gelingt eine überdurchschnittliche Pünktlichkeitsquote von mehr als 40 Prozent. Nach der Coronakrise 2021 hatten sich die Kapazitäten an verschifften Containern um 4,6 Prozent vergrößert. Trotz der hohen Nachfrage scheuen sich die Reedereien, das Leistungspotential an verschifften Containern auszubauen, um nicht einem Preisverfall nach überstandener Krise entgegenzulaufen. Zurzeit können die Frachtunternehmen mit herausragenden Zahlen glänzen. Laut HSBC Global Research lagen die Betriebsgewinne der Reedereien im Jahr 2018 bei 2 Milliarden US-Dollar, stiegen im Jahr 2019 auf 21 Milliarden US-Dollar und erreichten 2020 die Spitze mit 151 Milliarden US-Dollar. Das entspricht einem Gesamtwachstum von 7.450 Prozent in drei Jahren und dabei werden für 2021 Zuwächse von acht Prozent auf 163 Milliarden US-Dollar erwartet. (vgl. Bertram, 2022b, S. 20-24) Auch wenn die Corona-Pandemie den Logistikunternehmen unerwartet hohe Liquidität brachte, sind die Lieferkettenprobleme als Begleiterscheinung geblieben und haben unter anderem auch die anhaltenden Preissteigerungen befeuert.