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Die Industrienationen haben heute schon große Defizite in Personalfragen und werden künftig durch den Fachkräftemangel vor noch größere Herausforderungen gestellt werden. Dabei spielen für die Verfügbarkeit von Fachpersonal mehrere Faktoren auf dem Arbeitsmarkt eine entscheidende Rolle. Ein komplexes Zusammenspiel von technologischen, wirtschaftlichen und demographischen Faktoren bestimmt die Arbeitsnachfrage. Für Deutschland stellt die massiv alternde Gesellschaft hierbei den größten Problemfaktor für den Mangel an qualifizierten Arbeitskräften dar. Die deutsche Bevölkerung ist im europäischen Vergleich verhältnismäßig alt und liegt mit einem Altersdurchschnitt von 45,9 Jahren über dem EU-Durchschnitt von 44,1 Jahren. Einzig Italien liegt mit einem Durchschnittsalter von 47,6 Jahren im EU-weiten Vergleich noch über Deutschland. (vgl. Urmersbach, 2022) Nach Prognosen des Berliner SÖSTRA-Instituts wird die Alterung der deutschen Gesellschaft aufgrund des demografischen Wandels und einer steigenden Lebenserwartung weiter fortschreiten. Bis 2040 wird sich das Durchschnittsalter der Bevölkerung um circa 6,8 Jahre erhöhen. (vgl. Weimer et al., 2001) Schon jetzt stellt die Altersgruppe von 50 bis 64 den höchsten Anteil an der Gesamtbevölkerung dar. (vgl. CIA, o.D.) Das ist auf die gestiegene Lebenserwartung und niedrige Geburtenrate zurückzuführen. Des Weiteren werden in den nächsten Jahren die geburtenstarken Jahrgänge von 1955 bis 1965 in Rente gehen. (vgl. Janson, 2021) Eine Studie der Vereinigung der bayerischen Wirtschaft geht davon aus, dass im Jahr 2045 aufgrund des demographischen Wandels zwei Millionen Menschen weniger in Deutschland leben werden als noch im Jahr 2016. Das Ausscheiden der Babyboomer-Generation wird sich erheblich auf den Arbeitsmarkt auswirken. Waren im Jahr 2016 noch 66 Prozent der Bevölkerung erwerbstätig, werden im Jahr 2045 nur noch 59 Prozent der Gesamtbevölkerung einer Arbeit nachgehen. Eine Prognose besagt, dass auf der einen Seite die deutsche Wirtschaft bis 2025 um 1,6 Prozent wachsen wird, aber auf der anderen Seite die Zahl der Erwerbstätigen um 330.000 Personen schrumpfen wird. Bis zum Jahr 2045 soll sich der Rückgang sogar bis auf 4,7 Millionen Menschen belaufen. Dies wird die sowieso schon angespannte Situation auf dem Arbeitsmarkt aufgrund des Fachkräftemangels weiter verschärfen. (vgl. vbw-bayern/Prognos AG, 2019, S.9f) Hoffnungen der Bundesregierung, die hohe Zuwanderung durch die Flüchtlingskrise im Jahr 2015 könne den Arbeitsmarkt entschärfen, konnten sich nicht bestätigen. Im Zeitraum vom großen Zuwanderungsstrom 2015 bis Anfang 2020 stellten in Deutschland circa 1,9 Millionen Menschen Antrag auf Asyl, wovon einige in diesem Zeitraum wieder das Land verließen. So befanden sich zum 31.12.2019 circa 1,8 Millionen schutzbedürftige Menschen in Deutschland. Anfangs, im Frühsommer 2015, lag die Beschäftigungsquote der Asylbewerber noch bei 18 Prozent. Hier ist zu beachten, dass Asylbewerber bei ihrer Ankunft nicht direkt eine Arbeitserlaubnis erhalten und dies die Arbeitsmarktintegration verzögert. Dennoch stieg in den folgenden fünf Jahren die Beschäftigungsquote bis zum Mai 2020 auf lediglich auf 28,9 Prozent. Das zeigt, wie schwierig sich die Integration von Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt gestaltet. (vgl. Bundesagentur für Arbeit, 2020, S.4-10)
Analog zum gesamtdeutschen Mangel an qualifizierten Fachkräften entwickelt sich auch die Weinbranche. Auf 25 Jobangebote kommt gerade einmal ein Stellengesuch. Mag die Zahl der Weinbaubetriebe in Deutschland schrumpfen, so bleibt die Nachfrage nach guten Arbeitskräften in allen Bereichen der Weinbranche auf gleichem Niveau. Ob Weinbau, Kellerwirtschaft, Marketing, Vertrieb oder sogar in der Geschäftsführung, die Branche tut sich schwer, Personal zu finden. (vgl. Ostermayer, 2019, S.52)