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Oft werden im Weinbau die Faktoren eines angepassten Begrünungsmanagements und gesunden Bodens im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels unterschätzt. Begrünungen im Weinberg fördern durch ihr Wurzelsystem lebendigen Boden. Die Wurzeln unterstützen den Gasaustausch und schaffen durch eine erhöhte Aktivität von Mikroorganismen im Boden wichtigen Humus. Humus stellt einen bedeutenden Faktor für die Versorgung der Weinberge mit Wasser und Nährstoffen dar. Je höher der Humusgehalt im Boden ist, desto mehr Wasser und wichtige Nährstoffe können für die Weinrebe in trockenen Jahren im Boden gespeichert werden. Des Weiteren fördert ein lebendiges Wurzelsystem den Aufbau von Mittel- und Grobporen, die das Eindringen von Wasser in die Bodenschichten verbessern. Um den Humusaufbau und die Bodenaktivität zu steigern, gilt es jedoch je nach Bodentyp die Strategie anzupassen. So wird organische Masse auf sandigen Böden schnell verstoffwechselt und Wasser kann leicht eindringen. Durch seine Grobporenstruktur birgt dies aber auch die Gefahr der schnellen Mineralauswaschung und Versickerung des Wassers. Tonböden hingegen verfügen über viele Feinporen, die Wasser sehr gut langfristig speichern können. Oft neigen Tonböden auch zu Verdichtungen und Wasser kann nicht aufgenommen werden oder steht als Totwasser den Pflanzen nicht zur Verfügung. Auch ist die mikrobielle Aktivität im Vergleich zum Sandboden niedriger. So erfolgt der Humusaufbau langsamer und nimmt deutlich mehr Zeit in Anspruch. Um die Bodenstruktur und Fruchtbarkeit zu verbessern, empfehlen sich daher Herbst- und Winterbegrünungen sowie ein minimales Maß an Bodenbearbeitung. Demnach erhält ein minimaler Einsatz von gezogenen Bodenbearbeitungsgeräten die Bodenstruktur im Boden. Unter anderem ergibt sich auch die Möglichkeit einer Einsaat von Wildpflanzenmischungen zur Förderung der Artenvielfalt und des Bodenlebens. Hier ist jedoch zu beachten, dass Wildpflanzenmischung auf besonders intensiv bewirtschaftete Fahrgassen sehr sensibel reagieren. Daher empfiehlt es sich, ungeachtet der Begrünungsmischung, auf das Mulchen zu verzichten und die Pflanzen in der Gasse ausschließlich zu walzen. Infolgedessen können sich die eingesäten Pflanzen besser etablieren. Letztendlich gilt es für den Winzer bei jeder Begrünungseinsaat immer auch die hohen Kosten zu berücksichtigen. Bei ganzflächiger Einsaat können Saatgutmischungen mit einem Preis von 700 Euro bis 1000 Euro pro Hektar zu Buche schlagen, falls diese überhaupt verfügbar sind. (vgl. Schiller, 2022, S.32-35)