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3.1 Chancen

3.1.1 Pilzwiderstandsfähige Rebsorten als Alternative

Der Klimawandel stellt für die Weinbranche ein großes Risiko dar, da er durch die in Kapitel 2.1 beschriebenen Auswirkungen die Weinbauern vor große Herausforderungen stellt. Jene können dem Weinbau und damit der Vegetation langfristig schaden. Viele Gebiete sind gefährdet, sodass ein Fortführen in der derzeitigen Konstellation als Endresultat zu Ertragsverlusten und damit zur Gefährdung der Existenz ganzer Weinbaugebiete führen kann. Ökologisch wie auch konventionell bewirtschaftete Weinberge haben künftig mit den gleichen Bedingungen des Treibhauseffektes zu kämpfen. Um in extremen Jahren nicht in Existenznöte zu geraten, stehen den Weinbauern neben den klassischen Vitis Vinifera-Rebsorten sogenannte Piwis (pilzwiderstandsfähige Rebsorten) zur Verfügung. Diese, durch Kreuzung neugezüchteten Sorten, zeigen sich gegen Pilzkrankheiten weitaus widerstandsfähiger als die klassischen Vitis vinifera-Rebsorten. Charakteristisch weisen Piwis lockerbeerige Trauben mit einer dickeren Schale auf, wodurch Schaderreger nicht so einfach sporulieren können und der Lesezeitpunkt flexibler gestaltet werden kann. So lässt sich mit drei bis sechs Behandlungen pro Jahr der Pflanzenschutzmittelaufwand um bis zu 80 Prozent gegenüber klassischen Sorten einsparen. Für die Natur bedeutet das weniger Bodenverdichtungen durch reduzierte Überfahrten und ein daraus resultierender geringer Dieselverbrauch und CO2-Fußabdruck. Zudem können durch den Einsatz von weniger Pflanzenschutzmitteln erheblich Kosten für den Winzer eingespart werden. (vgl. Richter et al., 2022, S.14) In einem Versuch des DLR-Rheinpfalz wurde der Reifeverlauf der Piwi-Rebsorten im Vergleich zum klassischen Riesling untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass viele der pilzwiderstandsfähigen Rebsorten deutlich früher als der Riesling reif werden. Das Lesefenster der Piwis war jedoch deutlich flexibler, da die neuen Rebsorten einerseits eine dickwandigere Schale aufweisen und sich dadurch länger vor Fäulnis schützen können, und andererseits über die Dauer der Reifephase stabilere analytische Werte (pH-Wert und Mostgewicht) zeigten als der klassische Riesling. Im Zuge dessen wurden auch Messungen bezüglich des Stammwasserpotentials bestimmter pilzwiderstandsfähiger und klassischer Sorten verglichen. Die Untersuchungen fanden unter Volllast der Rebe nach sieben Wochen ohne Niederschlag statt. Im Ergebnis konnte keine Rebsorte so starken Wasserstress vorweisen, welcher zu einem hohen Risiko von Zellschädigung im Stamm hätte führen können. Dennoch neigten die neuen Rebsorten deutlich weniger zu Wasserstress als die etablierten Vitis vinifera-Sorten. So lagen Piwis in ihrem Stammwasserpotential im Bereich von -10 bis ‑11 Bar (entspricht moderatem Wasserdefizit), wohingegen sich die Vitis vinifera Sorten im Bereich von -12 bis -12,7 Bar (starkes Wasserdefizit) bewegten. Ähnliche Ergebnisse konnten im Weinberg hinsichtlich der äußeren Vitalität des Rebstocks beobachtet werden. Mangelhafter Wuchs, fehlende Triebspitzen, Sonnenbrand- sowie auch Trockenschäden an den Blättern und Trauben durchzogen charakteristisch die Vitis vinifera-Reben. Bei den Piwi-Reben konnte durchweg eine gute Verträglichkeit von Hitze, Trockenheit und Wärme anhand ihres äußeren Gesundheitszustandes festgestellt werden. (vgl. Ladach & DLR Rheinpfalz, 2022, S.38-41)