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Agile Denk- und Vorgehensweisen sind ursprünglich in der Softwarebranche mit Fokus ausschließlich auf die Arbeit in und mit einzelnen Teams entwickelt worden. Hier wurde im Jahr 2001 das sogenannte Agile Manifest[1] mit seinen zwölf Prinzipien und vier Werten formuliert, das eine neue Arbeitsweise und -haltung in der Softwareentwicklung forderte. Im Manifest erklärten die Unterzeichner etwa, dass Kundenorientierung höchste Priorität hat, dass radikale Anforderungsänderungen an das Produkt stets willkommen sind, dass Selbstorganisation wertvoll und permanente Reflexion in der Zusammenarbeit essenziell ist.
Schaut man sich die Werte und Prinzipien des agilen Manifests an, ist festzustellen, dass sie sich nicht nur auf die Branche „Softwareentwicklung“ anwenden lassen, sondern auch für andere Unternehmen einen großen Mehrwert haben können. So werden die folgende vier Werte im agilen Manifest beschrieben: 1. Individuen und Interaktionen sind mehr als nur Prozesse und Werkzeuge. 2. Funktionierende Software ist mehr als nur eine umfassende Dokumentation. 3. Die Zusammenarbeit mit dem Kunden ist mehr als nur eine Vertragsverhandlung. 4. Das Reagieren auf Veränderung ist mehr als das bloße Befolgen eines Plans.
Jeder dieser vier Werte beschreibt wiederum eine Ausrichtung, eine Haltung, die es einem Unternehmen ermöglicht, agil zu werden. Die Werte beschäftigen sich mit den Menschen einer Organisation, der Kommunikation untereinander, der Verlässlichkeit von Prozessen, der Zusammenarbeit mit Kunden und dem Reagieren auf Veränderungen. Dies sind alles Punkte, die ebenfalls für jede andere Branche eine große Bedeutung haben. Auch die Prinzipien können auf jede andere Branche übertragen werden. Dazu zählen die Zufriedenstellung des Kunden, die tägliche Zusammenarbeit der Experten, das Einbinden und vertrauensvolle unterstützen motivierter Mitarbeiter, ein ständiges Augenmerk auf Exzellenz zu legen sowie eine regelmäßige Reflektion darüber vorzunehmen, wie die Arbeit effektiver werden kann.
Basierend auf den Werten und Prinzipien des agilen Manifests ist Agilität eine Denk- und Handlungsweise (engl. Mindset), die hilft, konstanten Wandel ohne festgelegtes Ziel voranzutreiben. Agilität beschreibt damit die Fähigkeit von Unternehmen und Menschen, sich permanent auf neue Gegebenheiten einzustellen, sich zu wandeln und zu lernen, um dadurch stärker und überlebensfähig zu werden.[2]
Agilität muss in drei Dimensionen ausgebildet werden: bei den Methoden, den Menschen und der Organisation. Denn auch die besten Methoden entwickeln nur dann ihr volles Potential, wenn es Handelnde und Handlungsräume gibt, die sie beherrschen und zulassen. Die notwendige Offenheit gegenüber Neuem lässt sich aber nicht einfach anordnen, sondern muss erst entwickelt werden. Das heißt auch, dass Agilität kein Pauschalrezept mit klaren Anweisungen ist. Scheller beschreibt sie vielmehr als ein Rahmen, in dem das Mindset, die Werte, Prinzipien und das Manifest, sowie die agilen Methoden enthalten sind und permanent durch die Beteiligten weiterentwickelt werden muss (siehe Abbildung 2).[3]
[1]http://agilemanifesto.org/iso/de/manifesto.html
. Zuletzt geprüft am 07.01.2021.
[2] Siehe hierzu Kapitel 5.1.
[3] Vgl. Scheller, 2017, S. 107.
Um dies zu gewährleisten, stehen eine Reihe von Methoden zur Verfügung, die im folgenden Kapitel beschrieben werden.