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Bezüglich der Berechnungsmethoden haben sich in der unternehmerischen Praxis einerseits die DIN ISO-14064-1 oder andererseits eine Orientierung am Greenhouse Gas Protocol als Standards etabliert.[1]
Beide Standards können – auch in Abhängigkeit der jeweils gezogenen Systemgrenze – zur Berechnung des persönlichen CO2-Abdrucks eines Individuums, eines spezifischen Unternehmens(standorts), einer Abteilung oder eines Prozesses oder auch eines Produkts / einer Produktgruppe herangezogen werden.
DIN ISO 14064
Die Normenreihe ISO 14064 besteht aus drei Normen: ISO 14064-1 dient Unternehmen als Grundlage zur Bilanzierung der eigenen Treibhausgasemissionen, also zur Erstellung des sogenannten Corporate Carbon Footprints (CCF). ISO 14064-2 stellt eine Anleitung dar, mit der auf Projektebene der Entzug von Treibhausgasen oder die Reduzierung von Emissionen erfasst werden kann. ISO 14064-3 bildet die Grundlage für die Verifizierung von CO2-Bilanzen.
Greenhouse Gas Protocol
Das Greenhouse Gas Protocol[2] unterscheidet sich nicht wesentlich von der ISO-Normenreihe. Es handelt sich um eine private, transnationale Standardreihe zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen. Sie ist weit verbreitet und kostenlos verfügbar.[3]Dabei sind in diesem Standard drei Geltungsbereiche, sogenannte Scopes, definiert (Vgl. Abb. 5):

Abbildung 5: Emissions-Kategorien (Scopes) nach dem Greenhouse Gas Protocol
(Quelle: Energie Agentur NRW)

Tab. 2: Unterscheidung der Scope-3-Kategorie nach dem GHG-Protokoll
Eine Einhaltung dieser Richtlinien gewährleistet nicht nur eine optimale Vergleichbarkeit, sondern auch die Belastbarkeit und Glaubwürdigkeit des ermittelten CO2-Fußabdrucks. Konkretisiert werden die dabei zugrunde liegenden Berichtsprinzipien wie folgt:
Die Berechnung der CO2-Emissionen zur Ermittlung des CO2-Fußabdrucks erfolgt gemäß folgender generischer Formel:
Aktivitätsdaten x Emissionsfaktor [kg CO2e/Einheit] = THG-Emission [kg CO2e]
Da Treibhausgas-Emissionen nicht nur in Form von reinem CO2 anfallen, werden diese nach ihrem spezifischen Molekulargewicht über einen Umrechnungsfaktor in sogenannte CO2-Äquivalente (CO2e) umgerechnet. Zudem können Methan, Lachgas und andere klimawirksame Gase (Stickstoff etc.) anfallen[1], die mit ihrem Global Warming Potentials (GWP) multipliziert werden. Der GWP gibt dabei das Verhältnis der Klimawirkung im Vergleich zu CO2 an.
Die gesuchten Emissionsfaktoren können dazu bei freien Datenbanken des Umweltbundesamtes, von Instituten oder in kommerziellen Datenbanken herausgelesen werden. Dabei ist zu beachten, dass ausschließlich verifizierte Emissionsfaktoren aus wissenschaftlich fundierten Quellen herangezogen werden. [2]
Im Nachfolgenden Abschnitt soll die Ermittlung eines CO2-Fußabdrucks anhand eines konkreten Fallbeispiels erläutert werden.
Vgl. Fußnote 18.
[2] Z.B. die freie Datenbank des Umweltbundesamtes (vgl. www.probas.umweltbundesamt.de) oder die GEMIS-Datenbank (GEMIS = Globales Emissions-Modell integrierter Systeme) des Internationalen Instituts für Nachhaltigkeitsanalysen und
-strategien (vgl. http://iinas.org/gemis-de.html).
[1] Vgl. vertiefend zur DIN ISO-14064-1 https://www.iso.org/obp/ui#iso:std:iso:14064:-1:ed-2:v1:en
[2] Vgl. vertiefend World Business Council for Sustainable Development (2004).
[3] Vgl. Bode (2011).