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Über die eigentliche Motivation hinaus, dass der generationenübergreifenden Schutz und Erhalt unserer Umwelt eine der größten Herausforderungen für die Menschheit in der Gegenwart darstellt und daher jeder Mensch davon betroffen ist und folglich aktiv zu handeln hat, seien an dieser Stelle nur rein betriebswirtschaftliche Treiber der Thematik „CO2-Reduktion“ angeführt. Der Schwerpunkt wird dabei – dem Thema dieser Arbeit folgend – auf mittelständische Industrieunternehmen gelegt. Bei letztgenannten steht das Thema Nachhaltigkeit zwar ebenfalls ganz oben auf der Agenda, aber an der Umsetzung in konkrete Maßnahmen im Unternehmen hapert es zuweilen noch.[1]
Entscheidungsträger sehen sich im Kontext des Themas „CO2-Reduktion“ einer Vielzahl an unternehmerischen Herausforderungen ausgesetzt, für die passende Antworten und/oder Handlungskonzepte gefunden werden müssen. Diese Aufgabe sei nachfolgend in Form von ausgewählten antreibenden Hypothesen formuliert, welche nach intrinsischer und extrinsischer Herkunft unterschieden werden:
Durch eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der Thematik „CO2-Reduktion“ kann ein Unternehmen seine aktuelle Kostenposition verbessern und/oder seine zukünftige Kosten-position gegen unausweichliche Preissteigerungen absichern.
Durch eine frühzeitige Auseinandersetzung mit der Thematik „CO2-Reduktion“ kann ein Unternehmen ggf. Wettbewerbsvorteile erzielen und seine Margensituation verbessern.
Die Eigentümer des Unternehmens fordern ein, sich im Sinne einer Nachhaltigkeitsstrategie
mit dem Thema auseinander zu setzen.
Neben einer CSR-Berichtspflicht ist eine aktive und erkennbare Nachhaltigkeits- und Klimaschutzpolitik des Unternehmens eine wesentliche Voraussetzung eines glaubhaften Unternehmens-Purpose und eines Employer Brand (ausgerichtet auf bestehende wie potentielle Mitarbeiter).
Extrinsische Treiber
In einigen Lieferketten gehört es bereits zur gelebten Praxis, transparent über die Höhe des CO2-Ausstoßes zu informieren. Mitglieder solcher Supply Chains haben sich dazu selbst verpflichtet oder es wird von ihnen erwartet. Ausgehend von – zum Teil besonders markt-mächtigen – Playern spezifischer Supply Chains (z.B. Automotive OEM, System-Gastro-nomie) werden dazu Initiativen ergriffen, die gesamte Lieferkette CO2-frei / CO2-neutral zu stellen; diesem Diktat müssen die übrigen (in der Regel zulieferseitigen) Supply-Chain-Mitglieder folgen, um zukünftig nicht ausgegrenzt zu werden.[1]
Investoren erkennen zunehmend, dass Unternehmen mit internen Richtlinien zur Bekämpfung des Klimawandels und zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen strategisch besser positioniert sind und sich dies allmählich auch in der finanziellen Performance niederschlägt.[2] Wenn Emissionen in einer Gewinn- und Verlustrechnung Kosten verursachen, hilft es Investoren, Ineffizienzen aufzuzeigen und Unternehmen zu belohnen, die ihre CO2-Emissio-nen reduzieren.
Von der Markt- und regulatorischen Seite steigen die Erwartungen an nachhaltiges unter-nehmerisches Handeln und Wirtschaften zusehends. Dieser Informationsbedarf der Stake-holder soll durch Corporate Social Responsibility (CSR)-Richtlinien erfüllt werden. Mittelständische, nicht-kapitalmarktorientierte Unternehmen sind von einer verpflichtenden CSR-Berichterstattung bislang nicht unmittelbar betroffen. Eine Auseinandersetzung mit der Thematik ist vor dem Hintergrund aktueller Entwicklungen allerdings sehr zu empfehlen, da perspektivisch die regulatorischen Anforderungen und/oder gesetzlichen Verpflichtungen an ein Unternehmen stark steigen werden.[3]
Nachdem nun eine Reihe von Treibern identifiziert wurden, gilt es, dazu zwingende Voraussetzungen zu beleuchten: Für jedes unternehmerische Maßnahmenprogramm ist die Bestimmung des Status Quo – mithin die Ermittlung des eigenen CO2-Fußabdrucks unerlässlich.
Vgl. VDA (2016).
[2] Vgl. zu Chancen und Grenzen von sog. ESG-Ratings z.B. Keller (2015).
[3] Auch die gegenwärtig sehr aktive „Fridays for Future-Bewegung“ sollte gemäß dieser Hypothese Beachtung finden (vgl. https://fridaysforfuture.de/).
[1] Vgl. Weikard (2021).