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Der Klimawandel ist längst kein vorübergehendes Phänomen mehr.[1] Er steht vielmehr im Mittelpunkt des gesellschaftlichen Interesses und erfährt dadurch eine hohe öffentliche und politische Aufmerksamkeit.
Das Pariser Abkommen vom Dezember 2015[2] regelt erstmals international einen verbindlichen Rahmen für eine globale Energiewende. In diesem Zuge will die Weltgemeinschaft die Erderwärmung auf deutlich unter 2 Grad Celsius begrenzen, wobei die Erderwärmung unter 1,5 Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit gehalten werden soll. Darüber hinaus soll ab 2050 eine Treibhausgasneutralität erreicht werden.[3]
Sollten diese Ziele nicht erreicht werden, kommen auf uns nicht mehr beherrschbare Veränderungen des Erdsystems zu. Das entscheidende Mittel dafür ist daher, die von Menschen verursachten klimaschädlichen Emissionen radikal zu senken, insbesondere bei denen, deren Einträge in die Atmosphäre am höchsten sind. Für Industrie- und auch Schwellenländer bedeutet dies, die Weichen dafür zu stellen, dass um 2050 der CO2-Ausstoß gegen Null geht und unser Energiesystem weitgehend "dekarbonisiert" ist (vgl. Abb. 1).
Zur Vertiefung des Phänomens Klimawandels siehe z.B. www.bpb.de.
[2] Vgl. vertiefend z.B. Dröge (2015).
[3] Vgl. www.bundesregierung.de.
Abb. 1: Herausforderung Klimawandel
(Quelle: Fischedick (2020))
Die Europäische Union hat die Pariser Vereinbarung zum Klimaschutz Ende 2019 konkretisiert und beschlossen, die Netto-Treibhausemissionen bis zum Jahr 2050 auf null zu senken (sog. European Green Deal)[1]. In Deutschland wurde die Regierung sogar drei Jahre davor aktiv und stellte den Klimaschutzplan 2050 vor. Der Fahrplan gibt vor, bis 2030 die Treibhausgasemissionen im Vergleich zum Jahr 1990 um 55 Prozent zu senken. Als Sektorziel sieht der Klimaschutzplan vor, die CO2-Bilanz von Unternehmen in der Industrie auf 72 Millionen Tonnen zu senken (2014 waren es 119 Millionen Tonnen).[2]
Vgl. vertiefend Di Fabio (2021).
[2] Vgl. wupperinst.org. Aktuelle Bestrebungen in Form einer Gesetzesnovelle sehen sogar die Treibhausneutralität Deutschlands im Jahr 2045 vor, also fünf Jahre früher (vgl. Delhaes et al. (2021)).
Im Mittelpunkt des European Green Deal stehen Maßnahmen, die die Bedeutung von Umwelt- und Klimaschutz für die Innovations- und Wirtschaftskraft der EU und ihrer Mitgliedsländer auf dem Weg zur Klimaneutralität stärken. Aufgeteilt sind sie in Bereiche wie „nachhaltiger Verkehr“, „saubere, zuverlässige und bezahlbare Energie“ und eine nachhaltige Landwirtschaftspolitik („Vom Hof auf den Tisch“). Die Konjunkturpakete, die als Reaktion auf die derzeitige Corona-Pandemie verabschiedet werden, bieten zudem die Chance, die geplanten Investitionsmaßnahmen mit Nachhaltigkeitszielen im Rahmen des European Green Deal zu verknüpfen (vgl. Abb. 2).[1]
Vgl. vertiefend zum European Green Deal Hainsch et. al. (2020).
Abb.2: Zentrale Ziele des European Green Deal
(Quelle: Fischedick (2020))