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Die operativen Risiken für die Sondermaschinenbau GmbH bestehen vor allem in der Vertragsgestaltung der LSTK-Verträge, den einzelnen Schritten im Leistungsangebot und der technologischen Tiefe der zu erstellenden Anlage.16
Des Weiteren trägt die Sondermaschinenbau GmbH das Risiko, dass die Kosten für die Angebotserstellung und damit die Entwicklung von Problemlösungen, die bereits vor Vertragsvergabe an den Kunden weitergegeben werden müssen, nicht erstattet werden. Laut Krolle und Sommerkamp werden Kosten für die Angebotserstellung mit bis zu 5 % an den Kunden weitergegeben, aber nur 5 % bis 10 % münden in einen Vertragsabschluss.17 Bei der Sondermaschinenbau GmbH wurde im Jahr 2012 aus mindestens 25 % aller bearbeiteten Anfragen ein Auftrag.18 Ein vergleichsweise guter Schnitt, so die Geschäftsleitung in einem Interview am 08.05.2013.
Das Kostenproblem bei der Angebotserstellung kann gelöst werden, wenn das Unternehmen den Angebotspreis um einen Preisaufschlag angleicht.19
Projekte, die im Rahmen von LSTK-Verträgen abgewickelt werden, bedürfen einer genauen „Vorkalkulation“, weil Fehler in der Einschätzung von zukünftigen Kosten zu Einbußen bei der Gewinnspanne führen. Solche Fehlkalkulationen können endogene Gründe (Unerfahrenheit) oder externe Ursachen wie Preisrisiken (Wechselkursrisiken, Finanzierungskosten) oder Bezugsrisiken (Zahlungsausfall, Fertigungsmängel) haben. In der Praxis hat sich gezeigt, dass die Analyse der zukünftig anfallenden Kosten insbesondere bei „First-of-its-kind-Anlagen“, die nach Spezialangaben des Kunden entwickelt werden müssen, unerlässlich und schwierig ist. Es existieren keine Erkenntnisse aus der Vergangenheit bezüglich der technischen Ausarbeitung oder des Kostenrahmens.20
Nach Krolle und Sommerkamp unterliegt die LSTK-Vertragsform, verglichen mit allen anderen Vertragsklassen, dem höchsten Risiko.21 Der Grund dafür ist, dass die gesamte Verantwortung für die terminlich, ökonomisch und technisch einwandfreie Abwicklung des Auftrages bei dem Sondermaschinenbauer liegt.
16 Vgl. Krolle/Sommerkamp (2007), S. 36.
17 Vgl. Krolle/Sommerkamp (2007), S. 36.
18 Telefonisches Interview mit der Geschäftsleitung der Sondermaschinenbau GmbH am 08.05.2013. Bei dieser Analyse wurde der Auftragswert nicht einbezogen.
19 Vgl. Krolle/Sommerkamp (2007), S. 36.
20 Vgl. Krolle/Sommerkamp (2007), S. 38.
21 Vgl. Krolle/Sommerkamp (2007), S. 36. Andere Vertragsklassen können sein: Lizenzgeber und Betreiber, Cost plus fee mit/ohne Beschaffung, Extended Basic Engineering, Basic Engineering, Process Package.