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Studienbetreuung
In den vorangegangenen Kapiteln hat der Autor versucht, die verschiedenen Einflüsse auf das Autohausgeschäft aktuell und in der Zukunft zu vermitteln. Hier sind nur einige Einflüsse genannt und haben nicht das Recht auf Vollständigkeit.
Die Menge und die Geschwindigkeit, die auf das heutige Autohausunternehmen einwirken sind bisher einzigartig. Egal, wie groß das Autohaus am Markt sein Geschäft betreibt. Alle sind zu deutlichen Veränderungen angetrieben, um überleben zu können. Oftmals kann dies nur durch Konsolidierungen, Fusionen oder Veränderung des Geschäftsmodells erfolgen. Ob hierbei die kleineren Betriebe überleben, ist nach den derzeitigen Studien wenig wahrscheinlich.
Bei den vielfältigen Umbrüchen und Veränderungen im Kontext mit den Rahmenbedingungen der Gesellschaft und den vielfältigen Einflüssen der Welt durch immer wieder neue Krisen, fällt den Mitarbeitern noch mehr als bisher eine besondere Aufmerksamkeit zu!
Selbst in dem sozial sicheren und gutverdienenden Deutschland kommt es aufgrund der o.g. Themen zu grundsätzlichen Existenzsorgen. In dieser Zeit sind die Menschen besonders sensibel auf alle Veränderungen, die in ihrer unmittelbaren Nähe passieren.
Dieser Tatsache bewusst, sollten Inhaber und Geschäftsleitungen eine saubere Geschäftsstrategie haben, die nachvollziehbar ist und diese immer wieder transparent machen. Sicherheit ausstrahlen, weil man eine Vision hat, sich auf die Zukunft einlässt und das Unternehmen darauf ausrichtet und sich nicht auf das „klassische“ Autohausmodell verlässt. Dies gibt allen Mitarbeitern eine Sicherheit dafür, dass die Autohausleitung einen Plan für die Zukunft hat. Diese Sicherheit sorgt dann im Innen- und Außenverhältnis dafür, dass die Mitarbeiter positiv über die Marke Autohaus sprechen und denken. Dies würde eine geringere Fluktuation verursachen und bringt mehr externe Bewerbungen.
Es ist existenziell wichtig, immer wieder aktuelle Themen zu kommunizieren, Werte zu schaffen, Verlässlichkeit auszustrahlen und bei Berufsbildveränderungen die Potentialträger zu berücksichtigen und interne Karrieren zu ermöglichen. Auch die Eröffnung von neuen Betrieben oder die Fusion mit anderen Autohäusern birgt Risiken, aber auch viele Chancen in Bezug auf Personalpotentialträger.
Aus Sicht des Autors werden die nächsten 10 - 15 Jahre noch mehr Veränderungen im Autohaus einhergehen als in der Vergangenheit.
Die Digitalisierung wird viele Effizienzen schaffen und Potentiale freisetzen, aber durch neue Jobprofile (z.B. Spezialisten) werden diese Ressourcen schnell eine neue Aufgabe finden. Auch in der Werkstatt wird durch die Elektromobilität der Bedarf an „reinen“ KFZ-Mechanikern weniger, aber zugleich der Bedarf an Spezialisten für neue Technologien mehr. Sollte das Autohaus in diesem Bereich seine Kompetenzen ausbauen, entsteht dort weiterer Bedarf an Personal.
In Summe wird der Personalbedarf im Autohaus über alle Bereiche ähnlich bleiben. Das Human Capital wird in neue Aufgaben transformieren. Sollte das Geschäftsmodell des Autohauses genau gleichbleiben, kompensiert die Digitalisierung mit ihrer Effizienzsteigerung die Mitarbeiterfluktuation, die altersbedingt stattfindet!
Wird das Autohaus aber mit weiteren Marken, Standorten, Dienstleistungen oder Technologien wachsen, wird es mehr Personal benötigen.
Dabei ist es wichtig die Marke Autohaus zu etablieren. Da nicht die Herstellermarke und das Geschäftsmodell auf Dauer die nachhaltigen Kunden- und Mitarbeiterbindung erzeugt, sondern das Autohaus, dass die Mobilität und den Service dazu anbietet.
Aus Sicht des Autors wird mit dem durch die EU beschlossenen Verbrenner-aus in Europa im Jahr 2035, das Autohausgeschäft trotzdem noch weit über das Jahr 2040 hinaus ähnlich betrieben wie heute.
Der durchschnittliche Verbleib eines PKW beim Kunden sind laut KBA heute knapp 10 Jahre. Diese Haltedauer wird in den nächsten Jahren weiter steigen, da die Fahrzeug-Qualität immer besser wird. Zudem sorgt der immer höhere Anschaffungspreis dafür, dass der Besitzer nicht so häufig wechselt.

Quelle: CAR-Center Automotive Research
Nach einer Prognose der CAR-Wirtschaftsdienst (s.o.) wird es auch künftig genug Fahrzeugbestand geben. Wenn das Autohaus sein Geschäftsmodell immer wieder hinterfragt und entsprechend anpasst und in diesem Veränderungsprozess die Mitarbeiter regelmäßig informiert, schult und weiterentwickelt, sollte damit eine hohe Loyalität zum Autohaus erzeugt werden können.
Das wird dann der Schlüssel zum nachhaltigen Erfolg und der langfristigen Existenz des Autohauses sein.
Quellenverzeichnis:
Seite 4: Statista: KBA -Zulassungen Deutschland 1960- 2022
Seite 5&6: Deloitte Studie 2018 „Elektromobilität“
Seite 9: Statistisches Bundesamt: Demografie 2021
Seite 10: Values Academy : Wertewandel 1600-2020
Seite 12 & 14: Land Baden-Württemberg: emobil Beschäftigungseffekte
Seite 13: Gallup GmbH: Gallup Index 2021
Seite 22: Harbinger GmbH: Harbinger Zusammenfassung ; Kündigungsgründe
Seite 26 : CAR-Center Automotive Research Wirtschaftsdienst: Prognose PKW Bestand bis 2050
Abkürzungsverzeichnis: