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2.2.1 Die Kommunikationsregeln Watzlawicks112

„Man kann nicht nicht kommunizieren.“

Menschliche Kommunikation besteht nicht nur aus Worten, sondern u.a. auch aus Körperhaltung, Ausdrucksbewegung und paralinguistischen Merkmalen (Tonfall, Lautstärke, Seufzen, Lachen). Deshalb ist Kommunikation dem Begriff Verhalten praktisch gleichzusetzen. Paul Watzlawick bezeichnet jedes Verhalten als Kommunikation. Es gibt kein Gegenteil zu Verhalten, da alles Verhalten in einer Situation zwischen Menschen Mitteilungscharakter hat und somit Kommunikation ist. Man kann daher nicht nicht kommunizieren. Jede Kommunikation hat einen Inhaltsaspekt (Information, Daten, Fakten) und einen Beziehungsaspekt, in dem sich die Art und die Qualität der Kommunikation zwischen Sender und Empfänger ausdrückt. Auf der Sachebene werden Informationen gesendet, auf der Beziehungsebene wird mitgeteilt, wie die Nachricht aufzufassen ist. Dies drückt sich u.a. durch Gestik, Mimik, Tonfall aus.

Menschliche Kommunikation ist nur sehr eingeschränkt durch Kausalketten beschreibbar. Kommunikationsteilnehmer haben das Bedürfnis, den Kommunikationsprozess zu strukturieren, sie interpunktieren ihn und organisieren ihn so. Beide Partner betrachten ihr eigenes Verhalten als Reaktion auf das Verhalten des anderen und nicht auch als Ursache. Diese unterschiedliche Interpunktion führt häufig zu Beziehungskonflikten. Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär; die Beziehungen zwischen den Partnern beruht entweder auf Gleichheit oder auf Unterschiedlichkeit. Bei symmetrischen Kommunikationsabläufen ist das Verhalten spiegelbildlich, die Partner sind sich ebenbürtig, in komplementären Abläufen ergänzen sich die Partner. Beide verhalten sich in einer Weise, die ein bestimmtes Verhalten des anderen voraussetzen und es gleichzeitig aber bedingen. Mutter/Kind-, Lehrer/Schüler-, Arzt/Patient-Beziehungen sind Beispiele für komplementäre Kommunikationsabläufe.

 

112 vgl. Watzlawick, Paul: Menschliche Kommunikation, 2007