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Ein Sender schickt eine Nachricht – sein in Zeichen verschlüsseltes Anliegen – an einen Empfänger, der die Nachricht entschlüsselt und entsprechend handelt. Eine Verständigung hat stattgefunden.
Friedemann Schulz von Thun hat sich in seinem Kommunikationsmodell die Nachrichten genauer angeschaut und festgestellt, dass sie verschiedene Botschaften in sich bergen. Diese verschiedenen, zum Teil verborgenen Botschaften machen den oben noch so simpel beschriebenen Kommunikationsvorgang erheblich komplizierter und störanfällig.
Schulz von Thun fasst diese verschiedenen Botschaften in vier Bereiche zusammen.
Diese Einflussnahme erfolgt häufig verdeckt, man spricht dann von Manipulation. In diesem Fall können auch die drei anderen Seiten der Nachricht zur Unterstützung des Appells benutzt werden. Die Sachinformation wird z.B. einseitig dargestellt, die Selbstoffenbarung soll beim Empänger eine geplante Wirkung erzielen, auf der Beziehungsebene werden Signale gesandt, die den Empfänger günstig im Sinne des Appells stimmen sollen.
Für eine klare und störungsarme Kommunikation ist es notwendig, dass sowohl Sender als auch Empfänger alle vier Seiten einer Nachricht berücksichtigen. Je besser der Sender die vier Seiten in Einklang bringt, desto authentischer wirkt er, und desto leichter kann der Empfänger die Nachricht in ihrer Gesamtheit empfangen. Entsprechend muss der Empfänger auf ‚vier Ohren‘ hören, um mit der Nachricht angemessen umgehen zu können.
Da besonders im Bereich der Selbstoffenbarung und Beziehungsdefinition vom Sender auch nicht bewusste Teile übermittelt werden, die im Gegensatz zu den bewussten Teilen stehen können, kann die Nachricht für den Empfänger schwer interpretierbar werden. Missverständnisse und Kommunikationsstörungen entstehen.
113 vgl. Schulz von Thun, Freidemann: Miteinander reden Band 1, 1981