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Das Marktpotenzial „entspricht der maximalen Aufnahmefähigkeit des Marktes“ (...) „unter Berücksichtigung aller interessierten Abnehmer, die für eine Produktübernahme in Betracht kommen und dafür mit ausreichender Kaufkraft ausgestattet sind“. 37 Schätzungen über das Marktpotenzial und die Marktentwicklung von E-Participation in Deutschland liegen bis dato nicht vor.
Aufgrund der fehlenden Marktinformationen wurde der Kommunikationswissenschaftler Dr. Bernd Beckert38 um seine Einschätzung bezüglich der nachfolgenden Fragestellung gebeten: „Mit welchem Marktpotenzial und welcher Entwicklung rechnen Sie in den nächsten zehn Jahren für den E-Participation Markt?“
Dr. Beckert schätzt die Situation wie folgt ein: „Die Frage nach dem Marktpotenzial von E-Participation erscheint auf den ersten Blick ungewöhnlich, da es sich bei E-Participation um alles andere als einen scharf abgegrenzten Markt handelt. Vielmehr stehen bei E-Participation die Verbesserung der Bürgerbeteiligung und die Einbindung der Bürger in politische Prozesse im Vordergrund. Und hier sehen wir eine große Dynamik, die mit den vielfältigen Beteiligungsformen im Web 2.0 begonnen hat und die sich aktuelle Geltung, z.B. bei Stuttgart 21, verschafft hat. Dies ist ein Prozess, den man nicht aufhalten kann, und der sich noch verstärken wird. Wir werden in den nächsten Jahren sehen, wie das Web 2.0 weiter an Bedeutung für die politische Teilhabe gewinnen wird, wie Teilöffentlichkeiten sich stärkere Bedeutung im Gesamtprozess verschaffen werden und wie sich Menschen zunehmend über E-Participation Tools und Plattformen artikulieren und organisieren.“39
„Es sind eine Vielzahl von Projekten und Vorhaben in der Planung und teilweise schon in der Umsetzung und sobald mehr Erfahrungen über die Einsatzmöglichkeiten und Auswirkungen von E-Participation vorliegen, wird auch ein Prozess der Standardisierung von Prozessen und Produkten einsetzen, der einen weiteren Dynamisierungsschub mit sich bringen wird.“40
„Natürlich sollte man nicht vergessen, dass das Potenzial der Menschen, sich politisch zu engagieren und bei politischen Kampagnen mitzumachen, begrenzt ist. Neuere Forschungen legen nahe, dass sich die Zahl der politisch Engagierten nur unwesentlich erhöht, während diejenigen, die ohnehin politisch sensibilisiert sind, sich immer häufiger über das Internet organisieren oder neue E-Participation-Möglichkeiten nutzen. Allerdings sieht dies schon anders aus, wenn man eine breitere Definition von E-Participation zugrunde legt, die auch die neuen Informationsmöglichkeiten und Vernetzungspotenziale mitberücksichtigt.“41
„Speziell sind es mindestens drei Entwicklungen, die für eine große Dynamik im Bereich E-Participation sprechen: Zum einen ist es die Europäische Bürgerinitiative (European Citizen Initiative), mit der es in Zukunft sehr viel einfacher werden wird, Bürgerbegehren zu organisieren und als relevante Meinungsäußerung in den politischen Prozess einzuspeisen. Zum zweiten sind es die Lehren aus Stuttgart21: Planverfahren von Großprojekten können künftig gar nicht mehr ohne größere Bürgerbeteiligung konzipiert werden. Und diese Beteiligung wird über das Internet laufen. Und drittens sind es E-Participation-Projekte auf kommunaler Ebene, in speziellen Politikbereichen oder auch in Verbänden und anderen Organisationen, die für eine große Dynamik sorgen werden. Hier zeigt sich, dass sich Organisationen, Verwaltungen und politische Institutionen öffnen müssen für Beteiligungsvorhaben auf allen Ebenen.“42
Nach Schätzung von Dr. Bernd Beckert, wird „der E-Participation Markt im Jahr 2020 ein Volumen von 45 Prozent des heutigen E-Government-Marktes erreichen“.43
37 Schaper (2008), S. 11
38 Unter der Projektleitung von Dr. Bernd Beckert forscht das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI aktuell zu dem Thema E-Participation. Im Fokus der Forschung steht die Frage: “What are good practices for e-participation in Europe or how can public organisations profit from opening their processes to a wider audience by using the Internet, respectivley?” Vgl. hierzu: http://isi.fraunhofer.de/isi-de/t/projekte/bb-stoa-e-democracy.php
39 Einschätzung von Dr. Bernd Beckert via Mail (22.07.2011)
40 Einschätzung von Dr. Bernd Beckert via Mail (22.07.2011)
41 ebd.
42 ebd.
43 siehe FN 48