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Studienbetreuung
In den letzten 20 Jahren unterlag die Finanzindustrie einem Prozess des permanenten Wandels. Die Ursachen sind vielschichtig und basieren unter anderem auf den Herausforderungen des globalen Wettbewerbes, den Anforderungen neuer regulatorischer Vorschriften durch die Gesetzgeber oder auch auf der Einführung und Veränderung zahlreicher Finanzprodukte. Zusätzlich wurde die Transparenz der Geschäftstätigkeit der Banken deutlich erhöht, was deren Wettbewerb untereinander anspornt. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, werden gut ausgebildete Mitarbeiter benötigt. In diesem Sinne verweist SCHWUCHOW auf eine Studie von Pricewaterhouse Coopers, nach der 70 % der Fortune-500-Unternehmen bemängeln, dass es an genug qualifiziertem Personal für das Unternehmenswachstum mangele.1 Für Banken bedeutet dies, Mitarbeiter so weiterzubilden, dass sie mit dem ständig neuen und erweiterten Wissen um Bankprodukte, Verfahren und regulatorische Anforderungen Schritt halten können. Um dieses unternehmensweite Lernen zu unterstützen, werden Ausbildungs-Spezialisten benötigt. Aus diesem Grund haben Grossbanken die Ausbildungsverantwortung für die Mitarbeiter oftmals in speziellen Ausbildungseinheiten zentralisiert. Mit der Veränderung einer Bank und deren Umfeld, wird natürlich auch die Adäquanz der Ausbildung immer wieder auf den Prüfstand gestellt. Dabei werden sowohl die Struktur der Ausbildung als auch deren Inhalte geprüft und angepasst. Dies folgt der Feststellung von MILLS, dass «learning-on-demand» eine zunehmende Rolle in der Unternehmensausbildung spielt.2 Auch wird der Nachweis über durchgeführte Schulungen von Mitarbeitern mit Bezug auf die Einhaltung regulatorischer Bestimmungen und Compliance immer wichtiger. Neue Anforderungen bedingen die Suche nach modernen Ansätzen und Wegen, um Ausbildung zu gestalten.
Wissensmanagement ist nicht nur ein Problem der Banken, sondern hat sich zu einem gesamtgesellschaftlichen Problem entwickelt. Demzufolge gibt es auch in verschiedenen Bereichen unserer Gesellschaft entsprechende Lösungen. Eine beeindruckende Wissensplattform ist Wikipedia. Fragen, welche hier gestellt werden, sind:
Passende Management Modelle zu implementieren und entsprechende Restrukturierungen erfolgreich und angemessen durchzuführen, bedarf der Berücksichtigung und Integration verschiedener Betrachtungsebenen. So sind gerade in der Ausbildung human-soziale ebenso wie sachlich-rationale Ebenen zu betrachten. Dies verlangt einen Systemansatz, der es ermöglicht, diese verschiedenen Betrachtungsebenen miteinander zu verbinden. Wie ein solcher Ansatz bezogen auf die Gestaltung einer Ausbildungseinheit aussehen kann, soll auf der Grundlage des Konzeptes des Integrierten Managements und des St. Galler Management Modells dargelegt werden.3 Bei der Bearbeitung dieser Problemstellung wird insbesondere auf Anforderungen eingegangen, welche sich aus Outsourcing und Dezentralisierung ergeben. Dabei wird Lernen als eine kollektive Herausforderung begriffen.
1 Vgl. (SCHWUCHOW, 2002, S. 29).
2 Vgl. (MILLS & SEIFERT, 2002, S. 171).
3 Vgl. (BLEICHER, Das Konzept Integriertes Management, 1992), vgl. (ABEGGLEN, ZEHNDER, &
RIPPBERGER, 2011) und vgl. (RÜEGG-STÜRM, 2003).