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4.4.2 Strategische Ebene

Auf strategischer Ebene arbeitet die Ausbildungseinheit eng mit den Fachbereichen der Grossbank zusammen. Als eine auf Ausbildung spezialisierte Einheit koordiniert sie diese Zusammenarbeit. Eine ihrer Aufgaben ist, strategische Vorgaben und Ziele für die Ausbildung der Mitarbeiter gemeinsam mit den Fachbereichen festzulegen. Dabei gilt es auch hier, zwischen verschiedenen Ausbildungssegmenten zu unterscheiden. So stellt die Finanzausbildung andere Anforderungen als die Compliance Ausbildung.

Mit Bezug auf die Compliance Ausbildung müssen konkrete Vorgaben durch die Ausbildungseinheit erfüllt werden. Dennoch sollte in der Compliance Ausbildung den Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben werden, schnell und flexibel auf festgestellte Mängel oder Fehler in den Ausbildungsinhalten oder der Ausbildungsgestaltung hinzuweisen. Die inhaltliche Verantwortung muss jedoch vollständig von einer zuständigen Stelle der Bank mit Unterstützung durch die Ausbildungseinheit übernommen werden.

Deutlich flexibler gestaltet sich dies bei der Finanzausbildung. Hier orientiert man sich an den Design Prinzipien und den Vorgaben der normativen Dimension. Methodisch muss man immer wieder vom strategischen zum normativen «tauchen» um zu prüfen, ob die strategischen Ziele denen der normativen Dimension entsprechen bzw. diese optimal unterstützen.53 Entsprechend leiten sich für die Ausbildungseinheit folgende strategische Elemente ab:

  • Um ein Umdenken beim Management hinsichtlich der Gestaltung der Ausbildung bewirken zu können, muss dies entsprechend vorbereitet werden. So müssen sowohl die Bankmitarbeiter als auch die relevanten Führungsebenen informiert und passende Massnahmen wie z. B. Workshops geplant werden. Es sollten diesbezügliche Optionen entwickelt und auf der operativen Ebene erprobt werden.
  • Es müssen Mittel und Methoden entwickelt werden, wie Bankmitarbeiter optimal in den Ausbildungsprozess eingebunden werden können. Auch muss darauf basierend überlegt werden, wie die Bankmitarbeiter bei der Anwendung dieser Mittel angeleitet und zu deren Nutzung motiviert werden. Grundsätzlich gilt, die Wissenseinbringung sollte einfach und unbürokratisch sein.
  • Die Anonymisierung von Diskussionen ist als wichtige Möglichkeit der Verifikation von Ausbildungsinhalten hervorzuheben. Es sollte geprüft werden, inwieweit Anonymisierungen im Umfeld von Grossbanken umsetzbar sind und entsprechende Optionen entwickelt und praktisch getestet werden.
  • Die Ausbildungseinheit muss in der Lage sein, als Mediator in Streitfällen auftreten zu können. Die Mediation sollte dabei sowohl angemessen als auch zielgerichtet erfolgen. Es müssen Wege gefunden werden, wie die Mediation erfolgen kann. Diese sollten mit den Fachbereichen abgestimmt werden.
  • Es gilt, gemeinsam mit den Fachbereichen passende Möglichkeiten zu entwickeln, mit denen Konflikte systematisch aufgelöst werden können.
  • Wissens-Protektionismus muss systematisch abgebaut werden, soweit das Wissen inhaltlich offen auch anderen Bereichen zur Verfügung stehen darf. Es muss möglichst vielen Mitarbeitern der Weg zu breitem Wissen eingeräumt werden. Dies ist auch gerade in der aktuellen Restrukturierungsphase von Banken wichtig, in der Bankmitarbeiter sich flexibel in neue Aufgabenumfelder einarbeiten müssen.
  • Bankmitarbeiter sollen die Möglichkeit haben, auf den Bereich, für den sie sich verantwortlich fühlen, auch in den Ausbildungsinhalten Einfluss nehmen zu können. So sollten sie bei etwaigen Anpassungen oder Änderungen von entsprechenden Ausbildungsmaterialien zeitnah informiert werden. Das bedeutet nicht, dass alle Mitarbeiter alles überwachen, aber es sollten Peer Review Prozesse gefördert werden.
  • Technisch sollte die Einbeziehung der Bankmitarbeiter durch die Nutzung entsprechender und geeigneter Tools unterstützt werden. Dabei sollten vorrangig den Mitarbeitern vertraute Tools Anwendung finden. Von der Einführung von neuen Tools ist abzuraten.54 Es sollten eher bestehende Tools passend modifiziert werden.
  • Die Nutzung der Ausbildung durch die Bankmitarbeiter sollte mit statistischen Methoden validiert und gemessen werden können.

 

53 Vgl. (BLEICHER, Das Konzept Integriertes Management, 1992, S. 668). BLEICHER spricht in diesem Zusammenhang vom «Pyramidentaucher».
54 Dies folgt dem Trend der Reduktion von Systemen und Komplexität in Grossbanken.