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Eine Besonderheit im Euroraum ist es, dass verschiedene unabhängige Staaten dieselbe Währung nutzen. Die unabhängige Europäische Zentralbank (EZB) übernimmt die Geldpolitik für alle Eurostaaten. In der Krise offenbarte sich diese Konstruktion als Problem, weil es den Ländern mit hohen Staatsschulden die Möglichkeit verwehrte, selbst Geld in Umlauf zu bringen, um Schulden zu begleichen – auch wenn sie dafür möglicherweise später eine Inflation hätten in Kauf nehmen müssen.
Da Griechenland keine eigene Währung hatte, die es hätte abwerten können, wurde der Staatsbankrott im Jahr 2010 durch finanzielle Hilfen in Höhe von 110 Milliarden Euro durch andere Euroländer, die Europäische Zentralbank und den Internationalen Währungsfonds (IWF) verhindert. Das Geld wurde zunächst über einen kurzfristig eingerichteten Rettungsschirm (EFSF für Europäische Finanzstabilisierungsfazilität) und später über den langfristig eingerichteten Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) für Euroländer in kritischen Situationen bereitgestellt. Griechenland wurde so seit 2010 von den Euroländern und dem Internationalen Währungsfonds mit Darlehen in einer Höhe von rund 289 Milliarden Euro unterstützt. Die Gelder wurden lediglich als Darlehen gewährt und mit der Bedingung verknüpft, dass die betroffenen Länder mittels Umsetzung tiefgreifender Sparmaßnahmen für zukünftiges Wirtschaftswachstum sorgen würden. Auch die Europäische Zentralbank stellte sich als Darlehensgeber zur Verfügung. Mit seinem Versprechen, notfalls unbegrenzt Staatsanleihen von überschuldeten Euroländern aufkaufen zu wollen, sorgte der Vorsitzende der EZB, Mario Draghi, im Sommer 2012 dafür, dass bis dahin riskante Staatsanleihen für Investoren wieder infrage kamen. Seine bloße Ankündigung galt als Wendepunkt in der Eurokrise.