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4.1 Status quo Privatkundengeschäft

Das Privatkundengeschäft der regionalen Kreditinstitute steht vor gravierenden Herausforderungen. Eine Überalterung der Gesellschaft (nach Angaben der Bundesbank verfügen ca. 20% der Haushalte über mehr als 80% des Bruttogeldvermögens), eine zunehmende Konzentration von Einkommen und Geldvermögen, verbunden mit schwindenden Cross-Selling-Potenzialen in breiten Teilen der Bevölkerung. Wie beschrieben, wird eine immer stärkere Digitalisierung und die abnehmende Bedeutung von stationären Standorten, gepaart mit klar positionierten Wettbewerbern mit Preis- und Leistungsdifferenzierungen, den Markt beeinflussen. Verbunden mit der derzeit unbefriedigenden Rentabilität im Privatkundengeschäft und der Abhängigkeit von Treasury und Kapitalmarktgeschäften ist eine Restrukturierung unumgänglich. Allerdings ist das Privatkundengeschäft stärker auf die Vermögenden Kunden (Wachstums- und Differenzierungsstrategie) und die Mengenkunden (Produktivitäts- und Kostenstrategie) auszurichten. Das bringt weitreichende Konsequenzen in den Geschäftsmodellen und den operativen Strukturen mit sich. Die teilweise vorgenommenen Zwangsschließungen im Zeitraum der COVID Pandemie, haben gezeigt, dass Kunden sich dann an die gegebenen Rahmenbedingungen anpassen können und ihr Kundenverhalten nochmal deutlich digitaler gestalten. Durch die Corona-Krise wird sich der Filialabbau bei deutschen Banken weiter beschleunigen. „Corona-bedingt“ dürften bis zum Jahr 2025 zusätzlich 3500 Filialen wegfallen, prognostiziert die Beratung Investors Marketing in einer Studie. Die Anzahl der Kundenanlaufstellen werde damit insgesamt um 10.700 auf rund 16.000 fallen. „Die Krise zeigt mit Nachdruck, wie anfällig die stationären Geschäftsmodelle sind“, sagt Oliver Mihm, Chef von Investors Marketing. Institute würden feststellen, dass sie weniger Zweigstellen brauchen, als sie dachten. Laut Mihms Prognose wird die Zahl der Bankfilialen damit um durchschnittlich mehr als acht Prozent pro Jahr sinken. Bereits in den vergangenen Jahren sind zahlreiche Kundenanlaufstellen geschlossen worden. Zuletzt gab es noch 26.700 Bankfilialen in Deutschland, 2015 waren es noch 34.000 gewesen– ein jährlicher Rückgang von knapp sechs Prozent.