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5.9.1 Die demografische Entwicklung – Nachfolgeberatung

Auch 2020 werden wieder zahlreiche Inhaber von kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in Deutschland nach einem Nachfolger oder einer Nachfolgerin suchen. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) geht von etwa 2 Prozent aller KMU aus. Das entspricht ca. 76.000 Unternehmen, und im Folgejahr sollen es noch einmal so viel werden. 2018/19 waren es übrigens noch insgesamt 6 Prozent (227.000 – 240.000 Unternehmen). Den Rückgang erklären sich die Spezialisten der KfW mit der aktuellen Dynamik bei Existenzgründungen: Die Gründungen durch Übernahmen sind von 2017 zu 2018 signifikant um 24 Prozent gewachsen, und zwar von 58.000 auf 72.000. Einerseits verstärktes Interesse auf Gründerseite – andererseits dadurch bedingt überdurchschnittlich viele erfolgreiche Übergaben. Doch die Gründerzahlen sind seit Jahren rückläufig, in den Familien finden sich immer weniger Nachfolgeinteressenten und der demographische Wandel verschärft die Problematik weiter. Viele Schwierigkeiten sind allerdings hausgemacht, weil Unternehmerinnen und Unternehmer viel zu spät mit der Nachfolgeplanung beginnen, manchmal überhöhte Preisvorstellungen haben und oft von den Prozessen insgesamt überfordert sind. Laut einer Studie von Sage aus dem Januar 2020 streben 37% der Mittelständler die Nachfolge an, 18% planen die Stilllegung des Betriebes oder ziehen die Überlegung der Stilllegung in Betracht. 45% der Unternehmer hat noch keine Überlegungen zum Fortbestand des KMU angestellt. Ca. 150.000 Inhaber suchen bis Ende 2021 nach einem geeigneten Nachfolger. 21% davon (32.000 Inhaber) haben noch keinerlei Nachfolgeaktivitäten angestrebt. Auch im Zeitverlauf der Unternehmensübergabe ergibt sich deutlicher Handlungsbedarf. Der durchschnittliche Unternehmer, der in den nächsten 2 Jahren sein Unternehmen übergeben will, ist 67 Jahre alt. 1,5 Mio. Unternehmer (damit jeder Zweite) des Mittelstands sind älter als 55 Jahre alt. Im Vergleich zur Gesamtgesellschaft ging die Alterung bei den Inhabern im Mittelstand sehr viel schneller vor sich: Betrug ihr Durchschnittsalter im Jahr 2002 noch 45 Jahre, so sind es aktuell 52 Jahre. Der Anteil der jungen Unternehmer (unter 40 Jahre) liegt bei nur 14 %. Im Jahr 2002 lag der Anteil noch bei 28%. Im Rahmen der Übergabe streben nur noch 44% der Unternehmer eine familieninterne Lösung an. 34% können sich eine Lösung aus der Belegschaft vorstellen. Im Fazit leitet sich ab, dass sich jeder zweite Unternehmer eine externe Lösung durch Verkauf vorstellen kann. Bereits aus diesen Zahlen abgeleitet steht fest: Unternehmensnachfolge ist neben Digitalisierung und Fachkräftesicherung und den Folgen der Corona Pandemie derzeit wohl die größte Herausforderung für den Mittelstand. Trotz gewachsenen Bewusstseins für das Thema Nachfolge beginnen mindestens 20% der Unternehmer zu spät mit der Planung der Unternehmensübergabe. Deutliche Einflüsse auf den Markt der Unternehmensnachfolge haben die rückläufigen Zahlen bei den Unternehmensgründern. Die langjährige gute Konjunktur und eine damit einhergehende hohe Beschäftigungsquote haben Selbstständigkeit und unternehmerisches Risiko quasi obsolet gemacht. Die Lösung der Nachfolgeproblematik im Mittelstand wird in den kommenden Jahren der Schlüssel für die zukünftige erfolgreiche wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands sein. Schließlich sind über 99 Prozent aller Unternehmen hierzulande kleine und mittlere Unternehmen. Jeder 2. Euro wird durch sie erwirtschaftet. Sie stehen aber auch für 17 Mio. Jobs und 1,2 Mio. Auszubildende. Der demographische Wandel wird den Bedarf an Nachfolgern im deutschen Mittelstand zukünftig spürbar erhöhen und gleichzeitig die Suche nach Nachfolgern erschweren. Mit der gesellschaftlichen Verpflichtung und den Chancen an diesem Markt werden Banken gar nicht mehr an diesem Handlungsfeld vorbeikommen. Stehen heute noch Steuerberater, Rechtsanwälte und Unternehmensberater stark im Fokus, um die Themen der Nachfolge zu begleiten, werden immer mehr Banken Ihre Kompetenz auch in diesem Bereich einbringen müssen.