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4.2 Status quo Firmenkundengeschäft

Auch das Firmenkundengeschäft steht vor großen Herausforderungen. Zuletzt noch als die Ertragsquelle der Zukunft gefeiert, müssen Banken sich den Folgen der Corona- Krise stellen. In der ZEB Firmenkundenstudie 8.0 „Das Firmenkundengeschäft im Zeichen der COVID- 19-Krise“ aus dem Mai 2020 werden die Herausforderungen analysiert. Neben den zu erwartenden Konjunktureinbrüchen werden die Kreditrisiken der kommenden Jahre deutlich steigen. Damit wird ein Teil der geplanten Erträge wegbrechen. Die deutsche Finanzindustrie ist durch Umsatzrückgänge und Liquiditätsengpässe ihrer Kunden indirekt stark betroffen, was zu erhöhten Ausfallrisiken und Wertberichtigungen führen wird. 90% der deutschen Unternehmen erwarten allein für 2020 einen Umsatzrückgang von -38%. Dies hat zur Folge, dass sich Unternehmen auch dem notwendigen Personalabbau stellen müssen. Die Zahl der Insolvenzen wird mit einem Zeitverzug zunehmen.

Die sich ableitende Arbeitsmarktsituation führt unweigerlich auch zu Einschnitten in den Potenzialen für das Privatkundengeschäft. Margenstarke Produkte und Lösungen, wie z.B. Konsumentenkredite dürften mit Blick auf Bonitäten und Risiko schwieriger zu platzieren sein. Die Corona-Krise wird uns aufzeigen, dass vorhandene Rating/Risikomanagementsysteme nicht geeignet sind die Risikosituation entsprechend zu bewerten. Ein adäquates Pricing ist mit den vorhandenen Systemen schwer abzubilden.

Aufgrund der sehr guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der letzten Jahre haben viele Unternehmen die erwirtschafteten Gewinne liquide gehalten. Dieser Faktor gepaart mit der Nullzinspolitik der EZB und dem einhergehenden negativem Einlagenzins von -0,5% für Banken führte bereits in den letzten Jahren zu erheblichen Ertragseinbrüchen bei Banken. Mit der jetzt zu erwartenden Fortführung der Zinspolitik, des 750 Mrd.-Euro „Pandemie-Anleiheprogramm“ und den staatlichen Konjunkturprogrammen wird noch mehr Liquidität auf den Markt gegeben. Damit wird sich das Thema Negativzinsen verstetigen. Nicht nur das Kundenverhalten auf der Privatkundenseite hat sich durch Corona zugunsten der digitalen Kanäle verändert. Auch die diversen Beratungs- und Zahlungsverkehrsthemen der Firmenkunden werden verstärkt digital genutzt. In Folge dessen müssen sich Banken parallel und vor allem schnell Gedanken machen, wie sie sowohl die Privatkunden als auch die Firmenkunden digital an die Bank binden. Dieser Umstand führt zu weiterem Kostendruck bei weniger Erträgen und größerem Risiko.