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4.2.3 Zusammenfassung der Erkenntnisse

Die Auswertung der Fragebögen zeigt ein sehr unterschiedliches Bild zwischen den Antworten der Controller (Gruppe A) und den Nicht-Controllern (Gruppe B). Während die Begriffe in beiden Gruppen bei allen Befragten (Frage 1) bekannt sind, zeigt bereits die Frage nach deren Definition bzw. Bedeutung (Frage 2) Unterschiede. Die Bedeutung des EBITs wird von beiden Gruppen im Wesentlichen - es wird nur einmal in Gruppe A darauf hingewiesen, dass das außerordentliche Ergebnis kein Bestandteil des EBITs ist – wiedergegeben; die Rückmeldung zum Cash Flow dagegen unterscheiden sich sehr. Für Gruppe A steht der Cash Flow entweder für die Selbstfinanzierungskraft des Unternehmens, den Geldzufluss und –abfluss innerhalb einer Periode oder als Größe für die Liquidität. Somit entsprechen die Definitionen denen der gängigen Literatur. Dagegen verbindet in Gruppe B nur je ein Befragter den Cash Flow mit der Aussagekraft über die Liquidität bzw. mit der Differenz zwischen Erträgen und Aufwendungen, wobei hier nicht die wesentliche Einschränkung auf ein- bzw. auszahlungswirksam erfolgt. Die Hälfte der Befragten kann keine Definition geben.

Ein ähnliches Bild zeigt sich in Frage 3, wo die Berührungspunkte mit den beiden Größen im unternehmerischen Alltag abgefragt werden. Während in Gruppe B nur ein Befragter mit der Größe EBIT in Berührung kommt im Rahmen der Berichterstattung, gehört die Auseinandersetzung mit dem EBIT für die Controller zum Tagesgeschäft. Das EBIT stellt bei allen die zentrale Kenngröße für Forecast, Istabschluss, Planung oder Berichterstattung dar. Bezogen auf den Cash Flow gleichen sich die Antworten leicht an. In Gruppe B gibt es keine Verbindung zu ihm, was auch für die Hälfte der Befragten in Gruppe A gilt. Nur ein Befragter beschäftigt sich regelmäßig mit dieser Kenngröße. Ähnliches spiegelt Frage 4 wider. Gruppe B kennt weder die Steuerungsphilosophie des Unternehmens hinsichtlich EBIT noch für Cash Flow. Für Gruppe A ist sie zumindest für das EBIT bekannt. Über die Steuerungs-philosophie des Cash Flow besteht auch hier Intransparenz.

Auf die Frage der Bedeutung der beiden Größen (Frage 5) zeichnet sich in Gruppe A eine Tendenz Richtung EBIT ab. Die Begründungen liegen in der besseren Aussagekraft über den Unternehmenserfolg trotz Anpassungsmöglichkeiten durch Bewertungsthemen und der höheren Eignung für langfristige Entscheidungen bzw. Planungen. Die Cash Flow-Orientierung wird generell mehr als geeignetes Mittel für kurzfristige Entscheidungen bzw. Planungen gesehen. Gruppe B nimmt einmal Stellung zu dieser Frage, bewertet aber aufgrund unterschiedlicher Bewertungsmöglichkeiten die beiden Größen gleich bedeutend. In der Beantwortung, welche Größe höhere Transparenz bietet (Frage 6), besteht in Gruppe B zweimal Einigkeit hinsichtlich Cash Flow, allerdings mit sehr unterschiedlichen Begründungen. Die höhere Transparenz resultiert deren Meinung nach daher, dass Einmaleffekte nicht verschleiert werden können und das EBIT Aussagen überfällige Zins- und Steuerzahlungen offen lässt. Die Rückmeldung der Gruppe A gibt das Spannungsfeld in der Frage, welches nun die richtige Größe ist sehr gut wieder. Die Antworten reichen von „EBIT +“ bis „Cash Flow +“ und beruhen jeweils auf validen Begründungen. Für das EBIT spricht gemäß der Befragten die Wiedergabe des operativen Erfolgs, für den Cash Flow dagegen die Aussagekraft über die Liquidität. Darüber hinaus unterliegt das EBIT geringen Abweichungen im Monatsverlauf, was eine Steuerung auf seiner Basis erleichtert. Die monatlichen Veränderungen im Nettoumlaufvermögen sind dagegen ein Vielfaches höher, was eine Steuerung nach Cash Flow schwer macht. Als Nachteil des EBITs ist seine hohe Beeinflussbarkeit durch Bewertungsmaßnahmen zu nennen.

Beinahe Einigkeit besteht in Gruppe A dagegen in der Beantwortung der siebten Frage. Höhere Beeinflussbarkeit durch die Bilanzpolitik ist dem EBIT zugeordnet. Drei von vier Befragten sehen das EBIT durch die Auswirkung von Bewertungsmaßnahmen auf dessen Höhe durch die Bilanzpolitik mehr beeinflusst. Die Antworten von Gruppe B nennen nur einmal das EBIT als beeinflussbarer, ansonsten erfolgt kein Bezug auf bilanzpolitische Möglichkeiten. Die Antworten auf die Frage, auf welcher Kennzahl die zukünftige Fokussierung des Managements liegt (Frage 8), zeigen wie bereits die Rückmeldungen der Gruppe A zur Frage 6 eine große Bandbreite. Das EBIT wird hinsichtlich seiner größeren Transparenz und seiner leichteren Verständlichkeit, der Cash Flow dagegen wegen seiner höheren Eignung in wirtschaftlich schlechten Zeiten durch die Wiedergabe der Zahlungsfähigkeit im zukünftigen Fokus gesehen.

Die Auswertung der Fragebögen legt offen, dass es in der Frage nach der richtigen Steuerungsgröße kein „entweder oder“ gibt, sondern ein „sowohl als auch“. Der Fokus und die Aussagekraft des EBIT und des Cash Flows sind zu unter-
schiedlich als dass sie sich ersetzen können.

Des Weiteren zeigen die Antworten deutlich, dass das Verständnis und das Wissen über die beiden Größen im Unternehmen sehr unterschiedlich sind. Während im Fachbereich Controlling vor allem das EBIT zum täglichen Arbeitswerkzeug gehört, sind die Berührungspunkte und damit die Kenntnis hinsichtlich dieser Größen in den übrigen Fachbereichen gering. Aus meiner Sicht eine sehr kritische Situation, da jeder Mitarbeiter eines Unternehmens durch seine Tätigkeit diese unmittelbar beeinflusst. Dieses gilt für einen Mitarbeiter im Bereich Marketing (z. B. durch die Beauftragung von Werbeagenturen) genau so wie für einen Einkäufer (z. B. durch seine Einkaufsabschlüsse) oder für einen Vertriebsmitarbeiter (z. B. Festsetzung Verkaufspreis). Aus diesem Grund muss das Management dafür sorgen, dass Transparenz über die Größen an sich, deren Zusammenhänge und die individuelle Beeinflussbarkeit entsteht. Nur so ist es möglich, dass ein gemeinsames Verständnis aufgebaut wird, dass sich meines Erachtens mit Sicherheit positiv auf das EBIT und den Cash Flow auswirken.