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1.1 Ergänzung zur eingereichten Aufgabenstellung

Zum Zeitpunkt der Abgabe der Aufgabenstellung für die Projektarbeit (Ende Februar 2020), befanden wir uns vor dem Ausbruch der Corona Pandemie. Jetzt im Juli 2020 sind die Konsequenzen daraus noch nicht absehbar. Aber eines steht fest, dass die Suche nach Ertragspotenzialen und der geeigneten Aufstellung im Bankensektor sich deutlich verschärft hat bzw. wird. Die Berater von Roland Berger haben ausgerechnet, was die Corona-Krise die deutschen Banken kosten könnte. In einem beschriebenen Szenario mit dem schönen Arbeitstitel „Verzögerte Heilung“ würde das operative Ergebnis der deutschen Banken in diesem Jahr um 25 Prozent absacken. Bei dieser Berechnung fehlt allerdings noch der erwartete steile Anstieg der Risikovorsorge für ausfallgefährdete Kredite. Bezieht man auch diese Risikokosten in die Kalkulation mit ein, würde der Vorsteuergewinn der heimischen Geldhäuser um 230 Prozent einbrechen und voraussichtlich vier Jahre lang negativ bleiben. Im worst case würde das pessimistische Szenario von Roland Berger das Vorsteuerergebnis der heimischen Institute im Schnitt sogar bis 2025 im roten Bereich sehen. Andere Experten rechnen mit ähnlich pessimistischen Szenarien: Die Berater von McKinsey gehen davon aus, dass die Einnahmen der Banken in Kontinentaleuropa nach Risikokosten um 42 Prozent einbrechen werden und sich frühestens 2024 wieder erholen. Damit würde Covid-19 die Branche härter treffen als die Finanzkrise 2008. Dabei unterstellen die Experten, dass die Wirtschaft in der Euro-Zone 2020 um elf Prozent schrumpft und sich erst 2023 wieder wirklich erholt. Auch eine neue Finanzkrise wollen die McKinsey-Berater nicht ausschließen. Die Banken hätten sich zwar seit der Krise vor zwölf Jahren deutlich robustere Kapitalpuffer zugelegt. Dennoch dürften die drohenden Kreditabschreibungen das Kapital vieler Banken so weit aufzehren, dass sie auf Unterstützung angewiesen sein könnten. Die ersten Folgen der Corona-Krise zeigten sich bereits im ersten Quartal quer durch alle deutschen Bankenlager. Dennoch üben sich die meisten Topmanager nach wie vor in Optimismus.

Die DZ Bank, das Zentralinstitut der Genossenschaftsbanken, verbuchte für die ersten drei Monate vor Steuern ein Minus von rund 130 Millionen Euro und kassierte seine Gewinnprognose für 2020. Auch die gerade erst mit einem rund 3,6 Milliarden Euro schweren Hilfspaket gerettete NordLB warnt vor massiven Belastungen durch die Corona-Krise. Im ersten Quartal musste das Hannoveraner Geldhaus ein Minus von 65 Millionen Euro vor Steuern verbuchen.

Dank der Sonderkonjunktur im Investmentbanking erreichte die Deutsche Bank in den ersten drei Monaten des Jahres einen Vorsteuergewinn von 206 Millionen Euro. Vor ein paar Tagen berichtete Vorstandschef Christian Sewing, dass der Rückenwind im Wertpapiergeschäft auch im April und Mai angehalten habe. Offiziell gilt für das größte heimische Geldhaus nach wie vor das Versprechen, 2020 operativ eine schwarze Null zu erreichen. Die Analysten befürchten allerdings erneut einen Milliardenverlust. Es wäre das sechste Verlustjahr in Folge.

Vor allem Sparkassen und Genossenschaftsbanken sollten mit Kreditausfällen rechnen: Sie verleihen ihr Geld meist an Firmen, die jetzt doppelt gefährdet sind. Zum einen, weil sie klein und damit generell krisenanfälliger sind als Großunternehmen. Zum anderen, weil diese Firmen insbesondere solchen Branchen angehören, die vom Corona-Lockdown schwer getroffen wurden, darunter u.a. der Einzelhandel und das Gastgewerbe.

„Die Banken müssen jetzt handeln, sie dürfen nicht warten, bis sie die Kreditausfälle wirklich treffen“, meint Markus Strietzel, Partner bei Roland Berger. Als ersten Schritt sollten die Geldhäuser ihre Kreditportfolios durchforsten, um möglichst schnell potenzielle Risiken auszumachen. Strietzel glaubt auch, dass die Banken sehr schnell weitere Sparprogramme auf den Weg bringen müssen: „Um zu ermöglichen, dass die Kosten-Ertrags-Relation (Cost-Income-Ratio) auf das Vorkrisen-Niveau von ungefähr 70 Prozent zurückkehrt, sind Einsparungen in Höhe von etwa elf Milliarden Euro nötig.“

„Aber egal, welches Szenario am Ende Realität werde, die Pandemie wirke wie ein Katalysator, der den Umbau der deutschen Banken massiv beschleunigen werde“, so ein deutscher Spitzenbanker. „Es führt kein Weg zurück in die alte Welt.“

Die Umstellung der Kunden auf digitale Bankangebote hätte innerhalb weniger Monate einen Sprung um mehrere Jahre nach vorn gemacht, heißt es in der McKinsey-Studie. Darauf müssten sich die Banken einstellen und ihre digitalen Vertriebsmodelle massiv ausbauen. Umgekehrt habe die Pandemie gezeigt, dass man auch mit 20 bis 30 Prozent weniger Filialen auskommen könne. „Der technologische Zyklus dauert etwa sieben bis zehn Jahre, das heißt, die Banken müssen sich eigentlich spätestens alle zehn Jahre technologisch neu erfinden.“ Früher oder später würden viele Banken radikale Entscheidungen treffen müssen. „Sonst steigt das Verhältnis von Kosten zu Einnahmen trotz enormer Investitionen in die Digitalisierung weiter an“, meint Steiner (Leiter Banking und Capital Markets bei der Beratung Bearingpoint). Dazu gehöre zum Beispiel eine gründliche Bereinigung des Produktportfolios. Aber eigentlich müssten die Geldhäuser nach seiner Meinung noch einen entscheidenden Schritt weiter gehen und sich komplett von ihren alten Strukturen verabschieden: „Eigentlich wäre es sinnvoll, Banken auf der grünen Wiese neu aufzubauen, mit neuer Plattform und neuen Prozessen.“

Es stellt sich die Frage: „Revolution oder Evolution“.

Banken müssen sich für eine erfolgreiche Zukunft die strategischen Ziele, neben der Säule Wachstum und der Säule Kostenoptimierung, um die Säule neue Ertragsquellen erweitern. In diesem Dreiklang heißt es dann Wachstum erzeugen, Erträge optimieren und neue Geschäftsfelder erschließen. Dabei sind Prozesse zu optimieren und Kosten zu senken.