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3.5. Industriepolitik und nationale strategische Interessen

Viele der vorgestellten Marktteilnehmer haben enge Verbindungen zur nationalen Politik oder kriegen von dort ihre Handlungsdirektive, die sich nach der dazugehörigen Industriepolitik und den nationalen strategischen Interessen ausrichtet. Diese Industriepolitik und die nationalen strategischen Interessen unterscheiden sich zwischen den verschiedenen Ländern, wobei die entsprechende Ausrichtung und Ausprägung vielfach von der historischen Entwicklung des Staates abhängig ist.

Der Begriff Industriepolitik beschreibt den Vorgang der gezielten Beeinflussung der Industriesektoren innerhalb des eigenen Einflussbereiches. Dies kann entweder in traditioneller, konservierender Weise erfolgen, bei der der unvermeidliche Abbau von Arbeitsplätzen in einem sinkenden Industriezweig durch Subventionen verzögert bzw. aufgehalten oder zumindest sozialverträglich gemacht werden soll.

Oder es geschieht in einer Art, die einer strategischen, vorausdenkenden Planung unterliegt und auf eine bestimmte Wirtschaftsstruktur abzielt.32 Letztere besteht wiederum aus zwei unterschiedlichen Ausrichtungen, der missionsorientierten oder der diffusionsorientierten strategischen Industriepolitik.33 Der Unterschied zwischen diesen beiden Ausprägungen ist, dass bei der diffusionsorientierten Politik die Förderung die gesamte Industriestruktur umfasst, während im Rahmen der missionsorientierten Politik die nationalen Ressourcen zur Erlangung weniger auserwählter und prestigereicher Ziele gebündelt werden.

Durch diese Industriepolitik wird auf dem Rüstungssektor ein Fähigkeitsprofil erschaffen, welches die Grundlage für die Ausrüstung und Schlagkraft der Streitkräfte und somit gleichzeitig die Grenzen des außen-, sicherheits- und verteidigungspolitischen Handlungsspielraumes der entsprechenden Nation definiert. Auf dieser gegenseitigen Beeinflussung durch die Bereitstellung an Fähigkeiten durch die Industrie auf der einen Seite sowie die Vorgabe von Handlungsoptionen durch die Politik andererseits beruht die Rechtfertigung zur strategischen Planung durch den Staat und somit indirekt die Durchsetzung der nationalen Interessen.34 Da dieses Vorgehen in jedem Land verschieden stark ausgeprägt ist und auch anders interpretiert wird, ist das Verhalten der Staaten in Bezug auf die heimischen strategischen Industriebereiche teilweise sehr unterschiedlich.35 Aus diesem Grund werden im Folgenden die industriepolitischen Grundsätze und strategischen Interessen von Großbritannien, Frankreich und Deutschland dargestellt. Diese 3 Länder besitzen einen recht ähnlichen Verteidigungsmarkt und verfügen über einen Rüstungssektor, der nahezu die gesamten Bedürfnisse der Teilstreitkräfte abdecken kann. Darüber hinaus sind es die 3 größten Volkswirtschaften sowie die Staaten mit den meisten Einwohnern im europäischen Raum und repräsentieren den dementsprechenden Einfluss.

 

32 (Gabler Wirtschaftslexikon, 2010, 17. Auflage)
33 (Gerybadze, 1988)
34 (Küchle, 2005, S. 30f)
35 (Dinkelacker, Frenzel, & Rohde, August 2002)