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4.1.1. Technische Weiterentwicklung / Neue Chancen

Die technologische Weiterentwicklung auf dem kommerziellen Markt brachte neue Ideen und Erfindungen in die Gesellschaft. Über die Jahre wurden immer mehr dieser Neuerungen in das tägliche Leben übernommen. Viele bilden inzwischen die Grundlage des westlichen Lebensstils bzw. sind aus diesem nicht mehr wegzudenken oder werden zur Versorgung der Grundbedürfnisse benötigt. Als Beispiele fungieren hier das Internet und die Stromversorgung. Daraus ergeben sich Abhängigkeiten und mit diesen entstehen neue potentielle Gefahren für den Staat bzw. die Gesellschaft. Gerade Strom bildet eine unverzichtbare Komponente des heutigen Lebens. Die Auswirkungen eines tagelangen, großflächigen Stromausfalls wie es 2003 in Nordamerika geschehen ist, und bei dem große Teile der nord-östlichen USA und Kanadas ohne Strom waren, zeigten die Folgen und das daraus resultierende Chaos. Darüber hinaus rief der Zusammenbruch des indischen Stromnetzes im Sommer 2012, von dem 20 der 28 Bundesstaaten und ca. 600 Millionen Menschen betroffen waren, die Abhängigkeit von der Infrastruktur bei den Staaten erneut in Erinnerung.

Großen Einfluss hat inzwischen auch das Internet erlangt, welches aus dem privaten sowie dem Arbeitsumfeld nur noch schwer wegzudenken ist. Viele Vorgänge benötigen inzwischen eine funktionierende Internetverbindung, wie z.B. für den online Zahlungsverkehr oder die Möglichkeit der Fernwartung von Industrieanlagen. Aus diesen großen Abhängigkeiten erwachsen sehr gute Chancen für die Rüstungsindustrie. Dadurch, dass die Staaten diese Gefahren erkannt haben, wird der Fokus auf die Sicherung dieser essentiellen Infrastruktur gesetzt und entsprechende Agenturen und Behörden zum Schutz eingerichtet, teilweise gehört Schutz dieser kritischen Infrastruktur schon mit in den Auftrag der Streitkräfte. Diese müssen alle mit entsprechender Technik und Personal ausgestattet werden, so dass dort ein neuer Absatzmarkt entsteht.

Da dies aber nicht nur diese Behörden betrifft, sondern sich auch die Firmen gegenüber Ausfällen, Sabotage oder Industriespionage absichern müssen, wird dieser Markt mit zunehmendem Grad der Abhängigkeit immer weiter wachsen. Gleichzeitig sehen die Streitkräfte aber auch die Verwundbarkeit eines potentiellen Gegners an diesen Stellen. Daher entstehen nicht nur Agenturen oder Einheiten mit defensivem Charakter. Auch die Möglichkeiten des offensiven Handelns auf diesem Sektor wird von den Staaten ausgelotet bzw. vorbereitet, um gegen Bedrohungen vorgehen, anderen zu schaden oder die eigenen Interessen durchsetzen zu können. Als Beispiel lässt sich hier der Stuxnet-Wurm nennen, der erfolgreich in die Steuerung der Zentrifugen zur Urananreicherung in eine iranischen Atomanlage eingeschleust wurde und dort nach einem schwer erkennbaren Muster diese Zentrifugen betriebsunfähig machte.69

Aus der technischen Weiterentwicklung ergeben sich aber auch noch andere neue Möglichkeiten für die Rüstungsindustrie. Durch die immer teurer werden Waffensysteme und die hohen Kosten für die einzelnen Betriebsstunden, gerade bei Flugzeugen, stellen immer realistischere Simulatoren einen weiteren Absatzmarkt dar. In die gleiche Richtung gehen auch die Ansätze im Bereich der video- und computerunterstützen Ausbildung oder die Instrumentierung von Waffensystemen, um den Einsatz von scharfer Munition im Training auf ein Minimum zu beschränken.

Mit dem Aufkommen des internationalen Terrorismus und den über die Grenzen agierenden Verbrechersyndikaten z.B. im Bereich des Drogen- und Waffenschmuggels als auch bei der Absicherung gegen illegale Einwanderung wird die Überwachung der Außengrenzen immer wichtiger. Da die Staaten in diesen Bereichen ebenfalls personelle Einsparungen durchsetzen müssen, wird der Einsatz von Technologie immer wichtiger. Durch die Einrichtung einer elektronischen Grenze aus einem Verbund an Überwachsungssystemen wie z.B. Radar- und Infrarot- bzw. Wärmebildkameras mit unbemannten Flugsystemen und mobilen Eingreiftrupps lässt sich ein Bereich recht umfassend überwachen.

Durch die Globalisierung und den gesteigerten Güter- und Personenverkehr ergeben sich gerade an den Schnittstellen zu den einzelnen Staaten wie Schiffs- und Flughäfen weitere Chancen. Systeme zur Überwachung und Durchleuchtung von z.B. ISO-Containern oder die automatische Erkennung von Personen anhand von biometrischen Daten bieten enormes Potential, bei der die Rüstungsunternehmen auf ihre vorhandene Expertise im Bereich der Sensortechnologie aufbauen können.

Im Bereich der unbemannten Flugsysteme hat sich im letzten Jahrzehnt ein gänzlich neuer Markt aufgetan, dem auch in Zukunft großes Wachstumspotential bescheinigt wird. Dort gibt es verschiedenste Einsatz- und Aufgabenbereiche, die unterschiedliche Sensoren und Standzeiten im Einsatzgebiet verlangen. Daraus entsteht ein sehr weites Feld mit großen Möglichkeiten auch für kleine Hersteller. Am größenmäßig oberen Ende ist derzeit die amerikanische Global Hawk Drohne zu nennen, die die Ausmaße eines Verkehrsflugzeuges annimmt und mit einer sehr umfangreichen Sensorausstattung versehen ist und das umfassende Entwicklungsund Finanzpotential des US-Rüstungsgiganten Northrop-Grumman nutzt, bis hin zu den kleinen Versionen wie der deutschen LUNA, die von der Kleinfirma EMT hergestellt wird.

Zu den bisherigen militärischen großen strategischen Aufklärungsdrohnen über die bewaffneten Modelle wie die MQ-9 Reaper hin zu kleinen taktischen Aufklärungsdrohnen, die einzelne Patrouillen im Einsatz unterstützen sind noch weitere, auch zivile, Einsatzszenarien möglich. Beginnend bei automatisierten Versorgungsflügen, über die großflächige Überwachung von Waldgebieten bei Waldbrandgefahr oder zur Rohstoffsuche in abgelegenen Gebieten bis hin zu Kleinstsystemen zum Einsatz innerhalb von Gebäuden sind vorstellbare Einsatzmöglichkeiten, Dabei wird das große Potential gezeigt, das bei fortschreitender Technik und immer besserwerdenden Sensoren, in dem Einsatz von Unmanned Aerial Vehicles (UAV) steckt.

Der aktuelle Trend in der Entwicklung geht dahin, dass die Hardware an relativem Gewicht gegenüber den Bereichen Software, Sensorik und Kommunikation verlieren wird. Das setzt die Unternehmen vor neue Herausforderungen, gerade im Bereich Spezifikation, Modellbildung, Simulation oder Verifikation.

Diese zunehmende Technisierung und der immer umfangreichere Einsatz von Software stellt die staatlichen zivilen und militärischen Zulassungsagenturen vor enorme Probleme. Viel Personal kommt noch aus einer Zeit, in der diese Entwicklung noch am Anfang war, und die Agenturen haben Schwierigkeiten mit dem Tempo und dem Umfang dieser Veränderungen schrittzuhalten. Gerade für Dienstleister besteht dort die Chance, den Staat bei der Zulassung und der dafür benötigten Systemanalyse mit entsprechendem Fachpersonal zu unterstützen, und somit diesen geänderten Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen.

 

69 (Krüger, 11.01.2011)